Auslandsausgaben Abrafaxe - Indien

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Nachdem man die Übersetzungen dann in der Redaktion zurückerhalten hatte, behielt sich [[Lothar Dräger]] vor, die Arbeiten nochmals zu prüfen und wo nötig nach bestem Wissen nachzubessern. Allerdings konnte dieser sich nur auf die englischen Teile der Texte konzentrieren, denn die Hindi-Brocken musste er in Ermangelung der passenden Sprachkenntnisse ja unangetastet lassen. Er selbst jedenfalls bezeichnet das Resultat gern schmunzelnd als eine Art Pidgin-Englisch, damals (auf einem der [[Werbeflyer Mosaic|Werbeflyer]]) nannte man das noch „Mosaik-eigenes Englisch“. Für seine Korrekturarbeiten wurde Lothar Dräger auf Bestreben von Chefredakteur [[Wolfgang Altenburger|Altenburger]] übrigens auch ein Honorar bewilligt. Man bezahlte also insgesamt zweimal für die englischen Übersetzungen.
Nachdem man die Übersetzungen dann in der Redaktion zurückerhalten hatte, behielt sich [[Lothar Dräger]] vor, die Arbeiten nochmals zu prüfen und wo nötig nach bestem Wissen nachzubessern. Allerdings konnte dieser sich nur auf die englischen Teile der Texte konzentrieren, denn die Hindi-Brocken musste er in Ermangelung der passenden Sprachkenntnisse ja unangetastet lassen. Er selbst jedenfalls bezeichnet das Resultat gern schmunzelnd als eine Art Pidgin-Englisch, damals (auf einem der [[Werbeflyer Mosaic|Werbeflyer]]) nannte man das noch „Mosaik-eigenes Englisch“. Für seine Korrekturarbeiten wurde Lothar Dräger auf Bestreben von Chefredakteur [[Wolfgang Altenburger|Altenburger]] übrigens auch ein Honorar bewilligt. Man bezahlte also insgesamt zweimal für die englischen Übersetzungen.
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Die überarbeiteten Texte bereitete Heidi Sott für den Druck auf und danach ging alles an die [[Druckerei "Völkerfreundschaft"|Druckerei „Völkerfreundschaft“]] in Dresden. Dort sollen die Hefte parallel zu den deutschen Ausgaben (also nicht wie bei den ungarischen Heften mit einem Monat Verzug) hergestellt worden sein. Die Auflage betrug etwa 5000 Stück pro Edition, von der der Verlag Junge Welt eine kleine Anzahl als Belegexemplare bekam. Die Mehrzahl der Hefte wurde im Auftrag des volkseigenen Außenhandelsbetriebes (VE AHB) [[AHB Buchexport|BUCHEXPORT]] direkt von Dresden aus nach Indien verschickt.
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Die überarbeiteten Texte bereitete Heidi Sott für den Druck auf und danach ging alles an die [[Druckerei "Völkerfreundschaft"|Druckerei „Völkerfreundschaft“]] in Dresden. Dort sollen die Hefte parallel zu den deutschen Ausgaben (also ähnlich wie die ungarischen Hefte) hergestellt worden sein. Die Auflage betrug etwa 5000 Stück pro Edition, von der der Verlag Junge Welt eine kleine Anzahl als Belegexemplare bekam. Die Mehrzahl der Hefte wurde im Auftrag des volkseigenen Außenhandelsbetriebes (VE AHB) [[AHB Buchexport|BUCHEXPORT]] direkt von Dresden aus nach Indien verschickt.
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Da es sich beim ersten indischen Heft inhaltlich um die deutsche Ausgabe [[9/84]] handelt und da man auch in der DDR sein [[Mosaik ab 1976|''Mosaik'']] immer erst am Anfang des Folgemonats am Kiosk kaufen konnte, kann davon ausgegangen werden, dass man ebenso in Indien das erste Abenteuer der [[Abrafaxe]] erst im Oktober 1984 bestaunen durfte. Der Preis eines Einzelheftes betrug in Asien wohl zunächst 1,50 Rupien (Ende 1984 knapp 0,40 DM), ein Jahresabo wurde für 15,00 Rupien (also für knapp 4,00 DM) angeboten. Es wurden aber auch Hinweise dafür gefunden, dass der Preis dieser Ausgaben im Verlaufe des Erscheinens vom Vertreiber angehoben wurde, denn es sind Hefte in Indien entdeckt worden, die mit Verkaufspreisen zwischen 5,00 und 8,00 Rupien (1988 zwischen knapp 0,65 und gut 1,00 DM) versehen wurden. Als Ursache dafür kann wohl der über den Erscheinungszeitraum der Comics auf die Hälfte abgefallene Wechselkurs der Rupie zur D-Mark angesehen werden. Ob der Preis von später noch vorhandenen Restposten eventuell gesenkt wurde oder sogar nicht verkaufte Hefte in Ramschpaketen verschleudert oder verschenkt wurden, ist nicht bekannt. Ebenso ist bislang noch unklar, ob das indische Vertriebsunternehmen im Voraus für die Comics bezahlen musste oder ob erst nach dem Verkauf Teile des in Asien erzielten Verkaufserlöses zurück nach Berlin flossen.
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Da es sich beim ersten indischen Heft inhaltlich um die deutsche Ausgabe [[9/84]] handelt und da man auch in der DDR sein [[Mosaik ab 1976|''Mosaik'']] immer erst am Anfang des Folgemonats am Kiosk kaufen konnte, kann davon ausgegangen werden, dass man ebenso in Indien das erste Abenteuer der [[Abrafaxe]] erst im Oktober 1984 bestaunen durfte (also so, wie bei den ungarischen Heften). Der Preis eines Einzelheftes betrug in Asien wohl zunächst 1,50 Rupien (Ende 1984 knapp 0,40 DM), ein Jahresabo wurde für 15,00 Rupien (also für knapp 4,00 DM) angeboten. Es wurden aber auch Hinweise dafür gefunden, dass der Preis dieser Ausgaben im Verlaufe des Erscheinens vom Vertreiber angehoben wurde, denn es sind Hefte in Indien entdeckt worden, die mit Verkaufspreisen zwischen 5,00 und 8,00 Rupien (1988 zwischen knapp 0,65 und gut 1,00 DM) versehen wurden. Als Ursache dafür kann wohl der über den Erscheinungszeitraum der Comics auf die Hälfte abgefallene Wechselkurs der Rupie zur D-Mark angesehen werden. Ob der Preis von später noch vorhandenen Restposten eventuell gesenkt wurde oder sogar nicht verkaufte Hefte in Ramschpaketen verschleudert oder verschenkt wurden, ist nicht bekannt. Ebenso ist bislang noch unklar, ob das indische Vertriebsunternehmen im Voraus für die Comics bezahlen musste oder ob erst nach dem Verkauf Teile des in Asien erzielten Verkaufserlöses zurück nach Berlin flossen.
Vermutlich zur Ankurbelung des Verkaufes in Indien wurden in der DDR mindestens zwei [[Werbeflyer Mosaic|Werbeflyer]] gedruckt. Ob darüber hinaus noch weiterer Werbeaufwand von Deutschland aus betrieben wurde und ob dadurch in der Tat der Absatz beeinflusst werden konnte, ist nicht überliefert, denn es liegen bislang nur wenige Informationen zur allgemeinen Akzeptanz der Hefte bei den potentiellen Lesern des Subkontinents vor. Jedenfalls ist bisher nur eine überschaubare Zahl aus Asien reimportierter Hefte in Sammlerkreisen aufgetaucht, was wohl eher dafür spricht, dass diese Hefte in Indien kaum schonend aufbewahrt und nur selten auch gesammelt wurden. Zudem sprechen die klimatischen Verhältnisse auf dem Subkontinent auch eher für einen verhältnismäßig schnellen Verfall der Hefte. Dennoch berichten verschiedene indische Comic-Händler immer wieder von einem Comic-Sammler in Mumbai (Bombay), der angeblich eine komplette ''Mosaic''-Sammlung besitzen soll. Eindeutig nachgewiesen ist hingegen, dass das indische Vertriebsunternehmen den Vertrag über die Lieferungen der ''Mosaic'' zum Januar [[1988]] aufkündigte. Als Grund dafür kann wohl ein sinkender Absatz angenommen werden. Hierfür spricht, dass die späteren Nummern bisher seltener in Indien aufgetaucht sind als die früheren Ausgaben. Da die Nachricht über die Vertragskündigung die Mosaik-Macher erst im Februar 1988 erreichte, waren die letzten beiden Ausgaben, die übersetzten Hefte [[1/88]] und [[2/88]], bereits als die Nummern 41 und 42 gedruckt. Diese zwei Hefte, in denen auch die Abrafaxe mit [[Alexander Papatentos]] in der Comic-Geschichte Indien wieder verlassen hatten, wurden dann nochmals dem AHB BUCKEXPORT zum Vertrieb im Ausland angeboten. Allerdings liegt bislang noch im Dunklen, wie genau mit diesen Heften verfahren wurde. In Indien jedenfalls konnten die Ausgaben 41 und 42 bisher noch nicht nachgewiesen werden. Übrigens kam die Einstellung des Exportes den deutschen Lesern zugute, denn die damit freigewordenen Lizenzen wurden ab März 1988 für die Erhöhung der Auflage im Binnenmarkt genutzt.
Vermutlich zur Ankurbelung des Verkaufes in Indien wurden in der DDR mindestens zwei [[Werbeflyer Mosaic|Werbeflyer]] gedruckt. Ob darüber hinaus noch weiterer Werbeaufwand von Deutschland aus betrieben wurde und ob dadurch in der Tat der Absatz beeinflusst werden konnte, ist nicht überliefert, denn es liegen bislang nur wenige Informationen zur allgemeinen Akzeptanz der Hefte bei den potentiellen Lesern des Subkontinents vor. Jedenfalls ist bisher nur eine überschaubare Zahl aus Asien reimportierter Hefte in Sammlerkreisen aufgetaucht, was wohl eher dafür spricht, dass diese Hefte in Indien kaum schonend aufbewahrt und nur selten auch gesammelt wurden. Zudem sprechen die klimatischen Verhältnisse auf dem Subkontinent auch eher für einen verhältnismäßig schnellen Verfall der Hefte. Dennoch berichten verschiedene indische Comic-Händler immer wieder von einem Comic-Sammler in Mumbai (Bombay), der angeblich eine komplette ''Mosaic''-Sammlung besitzen soll. Eindeutig nachgewiesen ist hingegen, dass das indische Vertriebsunternehmen den Vertrag über die Lieferungen der ''Mosaic'' zum Januar [[1988]] aufkündigte. Als Grund dafür kann wohl ein sinkender Absatz angenommen werden. Hierfür spricht, dass die späteren Nummern bisher seltener in Indien aufgetaucht sind als die früheren Ausgaben. Da die Nachricht über die Vertragskündigung die Mosaik-Macher erst im Februar 1988 erreichte, waren die letzten beiden Ausgaben, die übersetzten Hefte [[1/88]] und [[2/88]], bereits als die Nummern 41 und 42 gedruckt. Diese zwei Hefte, in denen auch die Abrafaxe mit [[Alexander Papatentos]] in der Comic-Geschichte Indien wieder verlassen hatten, wurden dann nochmals dem AHB BUCKEXPORT zum Vertrieb im Ausland angeboten. Allerdings liegt bislang noch im Dunklen, wie genau mit diesen Heften verfahren wurde. In Indien jedenfalls konnten die Ausgaben 41 und 42 bisher noch nicht nachgewiesen werden. Übrigens kam die Einstellung des Exportes den deutschen Lesern zugute, denn die damit freigewordenen Lizenzen wurden ab März 1988 für die Erhöhung der Auflage im Binnenmarkt genutzt.

Version vom 12:26, 10. Feb. 2013

In Indien erschienen die Abenteuer der Abrafaxe bislang nur in Form des Nachdrucks von Mosaik-Heften in (überwiegend) englischer Sprache. Die Herausgabe der Comics, die zwischen 1984 und 1988 monatlich auf dem Subkontinent zu haben waren, wurde durch die Verlagsleitung in Berlin angestoßen. Die Übersetzung der Mosaik-Hefte nahm ein in Deutschland ansässiger indischer Journalist vor, der die Texte auf Bitten des Verlages in ein einfaches Englisch übertrug und auch einige englisch transkribierte Hindi-Begriffe einbaute. Das Ziel war es, die Hefte so verständlicher für die Kinder in Indien zu gestalten. Allerdings wurden die Hefte dort von einem Familienunternehmen für Zeitungsvertrieb verkauft, das in Bundestaaten ansässig war (und auch heute noch ist), in denen vorwiegend andere Sprachen heimisch sind. Zur Ankurbelung des Verkaufes in Indien wurden in der DDR auch zwei Werbeflyer gedruckt, die die Abrafaxe vorstellten und die Möglichkeit eines Abos boten. Nach 42 Heften wurde das Projekt Indien wieder eingestellt. Die indischen Hefte, in denen ein großer Teil der Alexander-Papatentos-Serie wiedergegeben wird, unterscheiden sich nur in Kleinigkeiten von ihren deutschen Vorlagen.

Quelle: Mosaic 28 (1986), S. 13

Inhaltsverzeichnis

Heftreihe Mosaic

Nr. 1

Es ist anzunehmen, dass die Leitung des Verlages Junge Welt irgendwann in den frühen 1980er Jahren von bestehenden Kontakten zwischen einem kleinen Familienunternehmen für Zeitschriftenvertrieb in Indien und in Deutschland ansässigen Indern erfuhr und daraufhin an die Mosaik-Redaktion mit dem Auftrag herantrat, für den indischen Markt Hefte in englischer Sprache zu produzieren. Das passte ganz gut, denn auch im Comic selbst hatten die Abrafaxe 1984 den indischen Subkontinent erreicht.

Die überlieferte Geschichte

Da man in der Mosaik-Redaktion ja bereits Erfahrungen mit der Produktion von ungarischen Heften für den Export besaß, war dort klar, wie die Herstellung der Mosaic für den indischen Markt erfolgen musste: die Panels, die deutschsprachige Inhalte enthalten, mussten entsprechend bearbeitet und der Textteil komplett übersetzt werden. Allerdings waren beide Arbeiten im Falle des prestigeträchtigen aber kostenintensiven Projektes Indien mit einigen Unzulänglichkeiten verbunden.

Was die Bearbeitung der Panels betrifft, so beschränkte man sich in Berlin (anders als bei den entsprechenden Ausgaben für die Magyaren) nur darauf, einige Lautmalereien zu übertragen. Ein Großteil der deutschsprachigen Inhalte (Landkarten, Hinweis- und Namensschilder) blieben dagegen unverändert. Wahrscheinlich ging man derart sparsam mit den Bildübersetzungen vor, weil man hierzu keinen Zeichner abstellte oder abstellen konnte und man daher die Änderungen erst aufwendig an den bereits fertigen Druckfilmen vornehmen musste.

Die Übersetzung des Textteils besorgte der damals in der DDR ansässige Inder Arif Naqvi (urdu: عارف نقوی, hindi: आरिफ़ नक़वी, Ārifa Naqavī, gesprochen: aa-rif nak-wii), dessen Name auf den Heften leider fälschlich mit Naqri angegeben wurde. Er war damals akkreditierter Journalist in Deutschland und hatte unter anderem auch mit der indischen Botschaft zu tun. Daher kam es auch zu den sich widersprechenden Quellen, die ihn zum einen fälschlich als Mitarbeiter der Botschaft (Abrafaxe-Katalog) und zum anderen richtig als Journalisten (Sammelband 28) darstellen.

Werbeflyer Mosaic 1
Werbeflyer Mosaic 2

Naqvi bekam die deutschen Texte von Heidi Sott nach Hause geliefert und übertrug dort deren Inhalt in ein etwas ungewöhnliches Englisch, das des Öfteren sowohl in Syntax als auch in Orthographie und Grammatik von dem Englisch abweicht, das im Allgemeinen gelehrt wird. Außerdem schmückte der Inder seine Übersetzungen mit Wörtern in Hindi aus, die er in einfacher Weise ins Englische transkribierte. Nach eigenen Aussagen wurde Arif Naqvi damals vom Verlag darum gebeten, ein sehr einfaches Englisch zu benutzen und möglichst viele Hindi-Worte einzubauen, weil man in Berlin wünschte, dass die Hefte in Indien auch von den Lesern im Kindesalter verstanden werden. Hinzu kommt, dass es in Indien durchaus üblich ist, dort hergestellte englische Comics mit einigen Begriffen in Hindi zu versehen. Wie Naqvi 2011 persönlich mitteilte, fiel es ihm anfangs reichlich schwer, sich ohne Vorkenntnisse in die Mosaik-Geschichten hineinzudenken. Erst nach und nach lernte er die Charaktere der Story kennen und die Arbeiten gingen ihm leichter von der Hand. Für seine Übersetzungen erhielt Arif Naqvi ein Honorar und in der Anfangszeit auch einige indische Mosaic, denen er aber keine größere Beachtung schenkte.

Nachdem man die Übersetzungen dann in der Redaktion zurückerhalten hatte, behielt sich Lothar Dräger vor, die Arbeiten nochmals zu prüfen und wo nötig nach bestem Wissen nachzubessern. Allerdings konnte dieser sich nur auf die englischen Teile der Texte konzentrieren, denn die Hindi-Brocken musste er in Ermangelung der passenden Sprachkenntnisse ja unangetastet lassen. Er selbst jedenfalls bezeichnet das Resultat gern schmunzelnd als eine Art Pidgin-Englisch, damals (auf einem der Werbeflyer) nannte man das noch „Mosaik-eigenes Englisch“. Für seine Korrekturarbeiten wurde Lothar Dräger auf Bestreben von Chefredakteur Altenburger übrigens auch ein Honorar bewilligt. Man bezahlte also insgesamt zweimal für die englischen Übersetzungen.

Die überarbeiteten Texte bereitete Heidi Sott für den Druck auf und danach ging alles an die Druckerei „Völkerfreundschaft“ in Dresden. Dort sollen die Hefte parallel zu den deutschen Ausgaben (also ähnlich wie die ungarischen Hefte) hergestellt worden sein. Die Auflage betrug etwa 5000 Stück pro Edition, von der der Verlag Junge Welt eine kleine Anzahl als Belegexemplare bekam. Die Mehrzahl der Hefte wurde im Auftrag des volkseigenen Außenhandelsbetriebes (VE AHB) BUCHEXPORT direkt von Dresden aus nach Indien verschickt.

Nr. 3 - mit ALEXANDRA
Reimport aus Indien
Nr. 5 - Titel in 99% Hindi und 1 % Englisch

Da es sich beim ersten indischen Heft inhaltlich um die deutsche Ausgabe 9/84 handelt und da man auch in der DDR sein Mosaik immer erst am Anfang des Folgemonats am Kiosk kaufen konnte, kann davon ausgegangen werden, dass man ebenso in Indien das erste Abenteuer der Abrafaxe erst im Oktober 1984 bestaunen durfte (also so, wie bei den ungarischen Heften). Der Preis eines Einzelheftes betrug in Asien wohl zunächst 1,50 Rupien (Ende 1984 knapp 0,40 DM), ein Jahresabo wurde für 15,00 Rupien (also für knapp 4,00 DM) angeboten. Es wurden aber auch Hinweise dafür gefunden, dass der Preis dieser Ausgaben im Verlaufe des Erscheinens vom Vertreiber angehoben wurde, denn es sind Hefte in Indien entdeckt worden, die mit Verkaufspreisen zwischen 5,00 und 8,00 Rupien (1988 zwischen knapp 0,65 und gut 1,00 DM) versehen wurden. Als Ursache dafür kann wohl der über den Erscheinungszeitraum der Comics auf die Hälfte abgefallene Wechselkurs der Rupie zur D-Mark angesehen werden. Ob der Preis von später noch vorhandenen Restposten eventuell gesenkt wurde oder sogar nicht verkaufte Hefte in Ramschpaketen verschleudert oder verschenkt wurden, ist nicht bekannt. Ebenso ist bislang noch unklar, ob das indische Vertriebsunternehmen im Voraus für die Comics bezahlen musste oder ob erst nach dem Verkauf Teile des in Asien erzielten Verkaufserlöses zurück nach Berlin flossen.

Vermutlich zur Ankurbelung des Verkaufes in Indien wurden in der DDR mindestens zwei Werbeflyer gedruckt. Ob darüber hinaus noch weiterer Werbeaufwand von Deutschland aus betrieben wurde und ob dadurch in der Tat der Absatz beeinflusst werden konnte, ist nicht überliefert, denn es liegen bislang nur wenige Informationen zur allgemeinen Akzeptanz der Hefte bei den potentiellen Lesern des Subkontinents vor. Jedenfalls ist bisher nur eine überschaubare Zahl aus Asien reimportierter Hefte in Sammlerkreisen aufgetaucht, was wohl eher dafür spricht, dass diese Hefte in Indien kaum schonend aufbewahrt und nur selten auch gesammelt wurden. Zudem sprechen die klimatischen Verhältnisse auf dem Subkontinent auch eher für einen verhältnismäßig schnellen Verfall der Hefte. Dennoch berichten verschiedene indische Comic-Händler immer wieder von einem Comic-Sammler in Mumbai (Bombay), der angeblich eine komplette Mosaic-Sammlung besitzen soll. Eindeutig nachgewiesen ist hingegen, dass das indische Vertriebsunternehmen den Vertrag über die Lieferungen der Mosaic zum Januar 1988 aufkündigte. Als Grund dafür kann wohl ein sinkender Absatz angenommen werden. Hierfür spricht, dass die späteren Nummern bisher seltener in Indien aufgetaucht sind als die früheren Ausgaben. Da die Nachricht über die Vertragskündigung die Mosaik-Macher erst im Februar 1988 erreichte, waren die letzten beiden Ausgaben, die übersetzten Hefte 1/88 und 2/88, bereits als die Nummern 41 und 42 gedruckt. Diese zwei Hefte, in denen auch die Abrafaxe mit Alexander Papatentos in der Comic-Geschichte Indien wieder verlassen hatten, wurden dann nochmals dem AHB BUCKEXPORT zum Vertrieb im Ausland angeboten. Allerdings liegt bislang noch im Dunklen, wie genau mit diesen Heften verfahren wurde. In Indien jedenfalls konnten die Ausgaben 41 und 42 bisher noch nicht nachgewiesen werden. Übrigens kam die Einstellung des Exportes den deutschen Lesern zugute, denn die damit freigewordenen Lizenzen wurden ab März 1988 für die Erhöhung der Auflage im Binnenmarkt genutzt.

Einige der im Verlag in Berlin verbliebenen Belegexemplare wurde zu so genannten Verlagsbindungen zusammengefasst und fanden später in dieser Form ihren Weg zum Teil auch in Sammlerhände. Von den übrigen Einzelheften wurden nach und nach ein paar Ausgaben an besonders motivierte Sammler abgegeben, wodurch diese Editionen dann gegen Ende der 1980er Jahre auch in Fankreisen bekannt wurden. Zum ersten Tag der offenen Tür am 17. Dezember 2004 konnten im Hause Steinchen diverse Mosaic zum Preis von je 40,00 € erworben werden.

Beschreibung der Hefte

Nr. 12 - mit abgeändertem Heftkopf
Nr. 13 - mit abgeändertem Heftkopf

Nimmt man indische Hefte zur Hand, fällt sofort ins Auge, dass der Mosaik-Schriftzug durch die Übersetzung ins Englische zu Mosaic wurde. Darüber hinaus enthält der Stern rechts vom Mosaik-Logo lediglich eine fortlaufende Nummerierung und macht keinerlei Angaben zum Erscheinungsjahr oder Heftpreis. Ansonsten erscheinen die Covers, bis auf die ebenfalls übersetzten Hefttitel natürlich, im Vergleich zu den deutschen Ausgaben weitgehend unverändert. Lediglich einige wenige Hefte können als eine Art Variant-Ausgaben angesehen werden. So fällt zunächst das Mosaic Nr. 16 ins Auge, denn das auf dem entsprechenden deutschen Heft 12/85 in der linken oberen Ecke des Titelblattes prangende rote Rechteck mit der Inschrift 30 Jahre - mit Preisrätsel fehlt bei der Ausgabe für Indien. Dem entsprechend ist auch das Preisrätsel selbst nicht in der Ausgabe für den Subkontinent enthalten, denn es ist wohl eher unwahrscheinlich, dass die Inder die auf der Doppelseite 18/19 zu findenden Figuren aus der Geschichte des Abrafaxe-Mosaik überhaupt hätten erkennen können. Weiterhin unterscheiden sich auch die Ausgaben 24, 28 und 29 von ihren deutschen Vorlagen (8/86, 12/86 und 1/87), denn bei diesen indischen Mosaic-Heften wurde der übliche weiße Balken unter den Hefttitel gelegt, den die Originale ausnahmsweise nicht aufweisen. Und schließlich erfuhren zwei Comics nur eine minimale Abänderung. So ist auf dem Heft 12 der Heftkopf gleichmäßig grün, während das entsprechende deutsche Mosaik (8/85) hier auch die gelbliche „Marmorierung“ der Kerkerwand des Hauptmotivs zeigt, und beim Mosaic 13 wurden im Vergleich zum Original (9/85) die Rauchschwaden der Fackel im Bereich des Heftkopfes etwas anders gestaltet.

Die Heftinhalte decken sich, bis auf die zum Teil übersetzten Lautmalereien und den fremdsprachigen Text, vollständig mit denen der deutschen Hefte. Lediglich auf der Rückseite unten findet sich ein verändertes Impressum, das neben den allgemeinen Angaben zum Ursprung des Heftes auch den Übersetzer, den Namen des die Mosaic vertreibenden Unternehmens in Indien sowie drei Adressen, bei denen Abonnements abgeschlossen werden konnten, ausweist.

Die Namen Abrax, Brabax und Califax wurden für die indischen Ausgaben nicht verändert, allerdings wurde aus ihrem Gruppenname in früheren Heften Abrafax und in späteren Nummern Abrafaxes. Neben dem Namen Alexander, der zu Alexandra wurde, ist der Name nur eines weiteren Charakters bearbeitet worden. Aus Duschman wurde gemäß der englischen Aussprache Dushman. Auf dem Werbeflyer in Hindi übrigens werden die drei Kobolde einzeln als अबराक्स (Abarāksa, gesprochen: a-braaks), बराबाक्स (Barābāksa, gesprochen: braa-baaks) und कालीफ़ाक्स (Kālīfāksa, gesprochen: kaa-lii-faaks) sowie in der Gruppe als अबराफ़ाक्स (Abarāfāksa, gesprochen: a-braa-faaks) vorgestellt.

Die in das Englische eingestreuten Hindi-Worte werden bis zum Heft 19 nicht gesondert gekennzeichnet und sind ihrer Aussprache entsprechend wiedergegeben. Ab der Ausgabe 20 wird zum Teil eine exaktere Transliteration der Hindi-Begriffe vorgenommen, bei der einige der lang und betont gesprochene Vokale mit einem Balken versehen werden (z.B. ā, ī). Bei dieser Umschrift werden aber die nicht gesprochenen inhärenten A, die in wissenschaftlichen Transliterationen erhalten bleiben, weiterhin weggelassen. Ab dem Mosaic Nr. 21 dann sind die Hindi-Brocken auch noch durch das Setzen in Hochkommas klar vom englischen Text abgehoben. Vermutlich wurde diese letzte Änderung vorgenommen, weil dadurch das Lesen des Textes vereinfacht werden sollte.

Nr. 16 - mit ALEXANDRA
und abgeändertem Cover
Nr. 20 - mit Umschrift-A in BRĀHMAN

Von einigen Sammlern wird betont, dass die Nummern 40 und 41 einen Heftumschlag aus festerem, weißem Papier besitzen. Das entspricht zwar der Wahrheit, stellt aber keine Besonderheit dar, denn auch deutsche Ausgaben der 1980er Jahre besitzen zum Teil einen solchen Umschlag.

Hindi in den Heft-Titeln

Die Übersetzung der Heft-Titel erfolgte ausnahmslos sehr nah am Original, jedoch gelangten in einigen Fällen die regelmäßig eingebauten Hindi-Worte auch auf die Covers der Comics. So ist in den Ausgaben 3 und 16 zu sehen, dass hier der Vorname des Herren Papatentos zu ALEXANDRA wurde. Der von Alexander dem Großen abgeleitete Name ist natürlich auch in Indien bekannt und heißt hier eigentlich सिकन्दर (Sikandara, gesprochen: ssi-kan-dar). Für die Mosaic-Hefte wurde er nur halbherzig übertragen und ist dadurch, sicherlich ungewollt, zu einem eigentlich weiblichen Vornamen geworden.

Ein Heft mit (fast) vollständig ins Hindi übersetztem Titel ist die Ausgabe 5: DEVTA’S DOOT. Das Wort DEVTA steht für देवता (dēvatā, gesprochen: deef-ta) und bedeutet „Gott“. Hiermit ist aber nicht der allmächtige Gott einer monotheistischen Religion gemeint, sondern es wird mit diesem Begriff eine Gottheit unter vielen Göttern beschrieben. DOOT hingegen steht für दूत (dūta, gesprochen: duut) und kann mit „Botschafter“ oder „Bote“ wiedergegeben werden. Ungewöhnlich aber ist, auf welche Weise die beiden Begriffe in Beziehung zueinander gesetzt wurden. Dem Wort DEVTA nämlich ist mit dem Anhängen des Hochkommas ( ’ ) und des Buchstaben S eine englische Genitiv-Endung verpasst worden. Erst dadurch kann der Heft-Titel mit „Botschafter Gottes“ oder besser mit „Des Gottes Bote“ übersetzt werden. Somit wurde hier also eigentlich nur „mehrheitlich“ Hindi genutzt.

Unverfälschtes Hindi findet sich nur im Titel eines einzigen Mosaic-Heftes. Der Begriff CHAMATKARAK auf der Ausgabe 25 steht für चमत्कारक (camatkāraka, gesprochen: tscha-mat-kaa-rak) und ist abgeleitet vom Hindi-Wort für Wunder: चमत्कार (camatkāra, gesprochen: tscha-mat-kaar). Durch das Anhängen des Konsonanten क (ka) wird aus „Wunder“ das Adjektiv „wunderbar/wundersam“, das auch substantiviert eingesetzt werden kann und dann „jemand/etwas Wundertuendes“ bedeuten kann. Somit ist hier die Übersetzung „Wundertäter“ durchaus passend. Zu bemerken ist noch zum Heft 25, dass dieses bereits die in Hochkommas gestellten Hindi-Wendungen enthält, was in diesem Fall auch beim Heft-Titel beibehalten wurde.

Nr. 24 - mit weißem Balken
Nr. 25 - Titel in 100% Hindi

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch noch das Mosaic Nr. 20. Der Titel dieses Heftes ist der einzige der ganzen Reihe, der mit dem ersten A in BRĀHMAN einen Umschrift-Vokal zur Kennzeichnung eines Hindi-Wortes aufweist. Dass es sich hier zumindest anteilig um Hindi handelt, ist dadurch belegbar, dass „Brahmane“ im Englischen brahmin lautet, im Hindi dagegen ब्राह्मण (brāmaṇa, gesprochen: braa-man).

Sprachenwirrwarr

Die in Indien herrschende Vielfalt von Sprachen hatte vermutlich auch mehr oder weniger Einfluss auf den Vertrieb der Mosaic auf dem Subkontinent. Hierfür sprechen mehrere Indizien.

Vertrieben werden sollten die indischen Hefte unter anderem in Ahmedabad und Anand. Beide Städte liegen im Bundesstaat Gujarat, in dem vornehmlich Gujarati (ગુજરાતી, gujarātī, gesprochen: gu-dscha-raa-tii) gesprochen wird, eine Sprache, die sogar über ein eigenes Alphabet verfügt. Auch in Mumbai (ehemals: Bombay, Bundesstaat Maharashtra) wurden die Mosaic angeboten. Dort allerdings wird vorwiegend die Sprache Marathi (मराठी, marāṭhī, gesprochen: ma-raa-thii) gesprochen, die in der Devanagari geschrieben wird. Zudem existiert in Mumbai aber auch eine Minderheit, die ebenfalls Gujarati spricht.

Und um die Verwirrung komplett zu machen, stammt der Journalist Arif Naqvi aus einer Region, in der Urdu (اردو, urdū, gesprochen: ur-duu) bzw. Hindi (हिन्दी, hindī, gesprochen: hin-dii) gesprochen wird. Urdu wird mit dem aus dem arabischen entwickelten persischen Alphabet geschrieben, ist aber mit dem Hindi sehr eng verwandt. Jedoch wird Hindi wiederum in der Devanagari geschrieben. Urdu und Hindi werden als Varietäten der gleichen Einzelsprache angesehen und unter dem Begriff Hindustani (hindi: हिंदुस्तानी, urdu: ہندوستانی, hindustānī, gesprochen: hin-dus-taa-nii) zusammengefasst.

Alle drei (bzw. vier) Sprachen haben sich zwar aus dem ebenfalls mit der Devanagari geschriebenen klassischen Sanskrit (संस्कृत, saṃskṛta, gesprochen: sans-kr-ta) entwickelt, unterscheiden sich aber zum Teil erheblich voneinander. Aufgrund der beschriebenen Sprachensituation kann durchaus davon ausgegangen werden, dass auch die ins Hindi übersetzten längeren Passagen in den Heften mehr oder weniger zum Stutzen der Leser in Mumbai, Ahmedabad und Anand geführt haben können, denn nur etwa 20 bis 25 Prozent der Bevölkerungen dieser Städte sprechen auch Hindi/Urdu. Zudem ist auch Englisch als lebendige Sprache in Indien eher in Bildungskreisen anzutreffen. Vielleicht ist hierin ebenfalls eine mögliche Ursache für eine mangelnde Akzeptanz der indischen Mosaic zu suchen. Inwieweit eventuell eine rein englische Übersetzung oder gar eine vollständig in Hindi passender gewesen wären, kann nur gemutmaßt werden.

Nr. 28 - mit weißem Balken
Nr. 29 - mit weißem Balken

Der Vertriebsweg

Vertrieben wurden die Hefte in Indien durch drei Filialen einer damals wie heute existierenden kleinen Zeitschriftenvertriebskette namens Vijay Stores. Der Name dieser Geschäfte stellt die englische Umschrift des Hindi-Wortes विजय (vijaya, gesprochen: wii-dschä) dar und bedeutet übersetzt „Sieg“. Gleichzeitig ist Vijay auch der Vorname des aus dem Bundesstaat Gujarat stammenden Unternehmensgründers Vijay Kamdar (hindi: विजय कामदार, gujarati: વિજય કામદાર, Vijaya Kāmadāra, gesprochen: wi-dschä kam-dar). Noch als Teenager soll er bereits in den 1950er oder 1960er Jahren das erste Zeitschriftengeschäft eröffnet und den Betrieb dann nach und nach zu einem Familienunternehmen erweitert haben. Übrigens ist Vijay ein recht verbreiteter Name für Geschäfte und Firmen in Indien, weshalb das Auffinden nützlicher Informationen zunächst erschwert wurde. Die Vijay Stores jedenfalls, soviel ist belegt, waren und sind Geschäfte, in denen weltweit erscheinende Zeitungen und Zeitschriften zum Kauf oder im Abonnement angeboten wurden und werden.

Die nachweislich älteste Filiale ist die in Bombay (heute Mumbai), die der Firmengründer höchstpersönlich leitete, heute jedoch nur ab und an mal vorbeischaut. Die Niederlassung heißt richtig Vijay Associates und ist heute immer noch unter der im Heftimpressum angegebenen Adresse (aktuell lautet sie: 231, Dr. Dadabhai Naoroji Road, Commissariat Building, Fort, Mumbai – 400 001, Maharashtra, India) zu finden.

Die wesentlich später gegründete Filiale in Ahmedabad leitet der Neffe des Firmengründers. Diese Niederlassung nennt sich Vijay Magazine World und existiert ebenfalls noch unter der Adresse aus dem Impressum (aktuell: 62, Kalyan Bhuyan, Near Rupam Cinema, Relief Road, Ahmedabad – 380001, Gujarat, India). Da die Firmenleitung dieser Filiale in den Händen der zweiten Generation liegt, ist die Niederlassung in Ahmedabad auch die einzige, die seit etwa Mitte 2011 eine recht einfache Homepage im Internet betreibt. Allerdings ist die dort zu findende Telefonnummer nicht sehr hilfreich, weil am Hörer immer nur der Hinweis gegeben wird, dass man kein Englisch sondern maximal Hindi spreche. Aus demselben Grund sind auch E-Mails in Englisch hier wenig konstruktiv.

Die kleinste der drei Filialen befindet sich in Anand, ebenfalls noch unter der alten Adresse (Station Road, Anand – 388 001, Gujarat, India). Diese Niederlassung wird vom jüngeren Bruder des Firmengründers geführt und nennt sich schlicht Magazine World. Übrigens helfen auch hier telefonische Anfragen sehr wenig weiter.

Nr. 42 - das letzte Heft

Es sind also trotz reichlich investierter Kosten und Mühen bislang nur sehr wenige Informationen zum Vertrieb der indischen Mosaic auf dem Subkontinent in Erfahrung gebracht worden. Aus der Korrespondenz mit diversen indischen Comic-Händlern, die entsprechende Bilderzeitschriften nachweislich besaßen oder auch noch besitzen, kann allerdings abgeleitet werden, dass die Hefte vornehmlich in Mumbai und Ahmedabad verkauft wurden. Wesentlich seltener scheinen sie hingegen in anderen Regionen Indiens vertrieben worden zu sein. Es kann also davon ausgegangen werden, dass neben dem Ladenverkauf zwar auch der Versandhandel betrieben wurde, dieser aber nur in eingeschränktem Maße Anwendung fand. Auf welche Weise jedoch Abonnenten fernab der Vijay Stores auf die Comics aufmerksam gemacht wurden, kann bisher noch nicht gesagt werden und lässt somit Raum für weitere Spekulationen.

Interessant ist zumindest, dass die Filiale in Mumbai bis noch vor ein paar Jahren über einen Restposten an alten Mosaic-Heften verfügte, dieser jedoch einem Wasserschaden zum Opfer fiel und danach kurzerhand im Müll landete.

Der Journalist

Arif Naqvi, der damals die Übersetzungen der Hefte vornahm, ist seit Anfang der 1960er Jahre in Deutschland ansässig und schrieb als akkreditierter Journalist unter anderem für die indische Nachrichtenagentur Press Trust of India und den National Herald, eine Zeitung, die von Präsident Nehru gegründet wurde. Weiterhin war er auch als Universitätslehrer und Radioredakteur tätig.

Neben seiner Journalistentätigkeit frönte Naqvi schon immer gern dem Carrom-Spiel, einer Art indischen Finger-Billards, und versuchte dieses Spiel auch in Deutschland bekannt zu machen. 1988 gründete er schließlich einen Carrom-Sportverein, der auch heute noch existiert und dessen Vorsitz er bekleidet. Im Rahmen des Vereins versucht er für kulturellen Austausch und Verständigung zwischen Indien und Deutschland einzutreten. Inzwischen ist er auch Präsident sowohl der European Carrom Confederation als auch der International Carrom Federation.

Darüber hinaus ging und geht Arif Naqvi noch einer weiteren Leidenschaft nach - er schreibt Lyrik und Prosa in seiner Muttersprache. Eines seiner frühen Gedichte, Das Geheimnis des Lebens, wurde von Paul Wiens ins Deutsche übersetzt und erschien 1965 in der DDR sowohl in der Zeitschrift Neue Deutsche Literatur als auch in dem Gedichtband TRÄNEN UND ROSEN - Krieg und Frieden in Gedichten aus fünf Jahrtausenden. Seine literarischen Betätigungen fanden und finden derart Anerkennung, dass er inzwischen auch Präsident des Urdu Fördervereins Berlin, einem Ableger der Urdu Anjuman, ist.

Die Übersetzung der Mosaik-Hefte betrachtet er als eine unbedeutende Episode in seinem Leben und den Sammlern sei gesagt, dass der inzwischen pensionierte Journalist keine indischen Ausgaben mehr besitzt.

Heftübersicht

Umschrift

Für die Wiedergabe von Begriffen aus den Sprachen Hindi/Urdu, Gujarati, Marathi und Sanskrit in lateinischen Buchstaben wurde das Transliterationssystem gemäß der National Library at Calcutta (NLAC) angewendet. Da in den modernen indischen Sprachen der reine Silbenschriftcharakter der Devanagari verloren ging, können die Grundformen der konsonantischen Zeichen mal klassisch auf A und mal verkürzt nur als Konsonant gesprochen werden. So kann z. B. क (ka) mal als ka und mal nur als k gesprochen werden. Das Transliterationssystem allerdings stellt dieses inhärente (dem Konsonanten anhängende) A durchweg dar. Dadurch können in Transliterationen aus den modernen indischen Sprachen mehr A enthalten sein als tatsächlich gesprochen werden.

Literatur

Interne Links

Externe Links

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