Auslandsausgaben Abrafaxe - Serbien

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In Serbien erschienen die Abenteuer der Abrafaxe bislang nur in Form einiger Onepager in einer Kinderzeitschrift.

Quelle: МАЛИ ПОЛИТИКИН ЗАБАВНИК 27 (2012), S. 37

Anfang 2012 und Ende 2012 erschienen Onepager mit den Abrafaxen in einem Kindermagazin, das als Ableger einer traditionsreichen Unterhaltungszeitschrift gegründet wurde. Bei den Bildgeschichten handelt es sich um Nachdrucke von Comics, die in Deutschland in den Alben Blackbeards Schatz und Kleine Detektive zusammengefasst veröffentlicht wurden. Bemerkenswert ist, dass auch die Mehrzahl der enthaltenen Lautmalereien übersetzt wurden. Die Namen der Abrafaxe wurden nicht verändert, ihr Gruppenname jedoch wurde verkürzt. Ob noch weitere Onepager in Serbien folgen werden, ist derzeit ungewiss.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Onepager

serbischer Blackbeard
serbische Detektive

Im Februar 2012 erschienen die ersten Onepager mit den Abrafaxen in einem jungen serbischen Unterhaltungsmagazin für Kinder. Ihnen folgten zunächst im August weitere Bildgeschichten und danach ab Oktober erneut einige Comics mit den drei ostdeutschen Protagonisten, bevor dieser Auftritt von Abrax, Brabax und Califax im November 2012 schon wieder endete.

[Bearbeiten] Die Zeitschrift

Das Kindermagazin trägt den vollständigen Titel МАЛИ ПОЛИТИКИН ЗАБАВНИК, für dessen Übersetzung ein kurzer Blick in die Geschichte der serbischen Presselandschaft nützlich ist. Bereits im Jahre 1904 erschien in Belgrad erstmals eine Wochenzeitung mit dem Titel ПОЛИТИКА (POLITIKA, „Politik“), die sich in der Zeit Jugoslawiens zu einem wichtigen Nachrichtenmagazin entwickelte und inzwischen zur bedeutendsten Tageszeitung Serbiens geworden ist. Als ein Ableger dieses Blattes wurde 1939 erstmals eine Wochenzeitung mit dem Titel ПОЛИТИКИН ЗАБАВНИК (POLITIKIN ZABAVNIK, „Unterhalter/Entertainer der POLITIKA“) herausgegeben. Dieses Blatt enthielt seit jeher seinem Titel entsprechend unterhaltsame geschichtliche, populärwissenschaftliche sowie Klatsch- und Szeneartikel, Comics sowie Beiträge über diverse interessante oder ungewöhnliche Fakten und Begebenheiten. 1968 wurde die Wochenzeitung in eine Zeitschrift umgewandelt und wird seither in Farbe gedruckt. Mit diesem Layout-Wechsel erhielten die Comics auch ihren heute noch festen Platz in der Mitte des Magazins. Das Blatt, das meist nur kurz ЗАБАВНИК genannt wird, richtet sich laut eigenem Motto an eine junggebliebene und neugierige Leserschaft im Alter von 7 bis 107 Jahren und gehört heute zu den bekanntestes Unterhaltungsmagazinen auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens.

Als eine Art „kleiner Bruder“ dieser Zeitschrift wurde Ende 2010 das Kindermagazin МАЛИ ПОЛИТИКИН ЗАБАВНИК (MALI POLITIKIN ZABAVNIK, „Kleiner Unterhalter der POLITIKA“) ins Leben gerufen. Eine Probenummer der Kinderzeitschrift erschien am 15. Dezember 2010, die reguläre Publikation startete am 15. Januar 2011 mit der Nummer 1. Das Magazin hat knapp A4-Format, erscheint zweimal im Monat und kostete im Februar 2012 im serbischen Zeitschriftenhandel 100 Dinar (damals gut 1,20 €). Im Zeitschriftenkopf ausgewiesene zusätzliche Heftpreise lassen den Schluss zu, dass das Presseerzeugnis zumindest 2012 auch in anderen Balkanrepubliken zu haben war. So kostete die Zeitschrift in Bosnien und Herzegowina 2,40 Konvertible Mark (damals gut 1,20 €), in Montenegro 1,20 Euro, in Mazedonien 75 Denar (damals gut 1,20 €) und in Griechenland 2,90 Euro.

Das Magazin, das in der Druckerei des editierenden Verlages hergestellt wird und meist nur kurz МАЛИ ЗАБАВНИК genannt wird, richtet sich an eine aufgeweckte und neugierige Leserschaft im Alter von 6 bis 12 Jahren und wird neben dem Freiverkauf auch kostenlos in Schulen an die Schüler abgegeben. Neben diversen Mal-, Rate- und Bastelspielen enthält die Zeitschrift vorwiegend kindesgerechte Artikel über Musik, Stars, Geschichte, Naturwissenschaft und so manches andere Interessante oder Wissenswerte. Und nicht zuletzt besitzt das Kindermagazin, wie sein „großer Bruder“, in der Mitte einen etwa 10 bis 16 Seiten umfassenden Comic-Teil, der oftmals international bekannte Bildgeschichten, wie die Schlümpfe oder diverse Disney-Charaktere, enthält.

[Bearbeiten] Die Comics

Nachdem die leitende Editorin der Kinderzeitschrift МАЛИ ПОЛИТИКИН ЗАБАВНИК Ende 2011 auf der Frankfurter Buchmesse die Abrafaxe entdeckt hatte, war sie recht bald der Meinung, dass die drei ostdeutschen Protagonisten auch gut in ihr serbisches Magazin passen könnten. Zu dieser Überzeugung kam sie nach der Lektüre des damals neuen Abrafaxe-Albums Blackbeards Schatz, weshalb dann auch im Februar 2012, nach dem Abschluss eines entsprechenden Lizenzvertrages, das Abenteuer um das verschollene Vermögen des spukenden Piraten unter dem gleichlautenden Titel БЛАГО ЦРНОБРАДОГ (BLAGO CRNOBRADOG) in zwei aufeinander folgenden Ausgaben des Magazins erschien. Allerdings beschränkte man sich in Belgrad zunächst ausschließlich auf die Blackbeard-Episoden. Die ebenfalls im deutschen Album enthaltenen Maulwurf-Abenteuer wurden den serbischen Lesern erst einige Monate später im August desselben Jahres unter dem Titel Лов на кртицу (Lov na krticu, „Die Jagd auf den Maulwurf“) nachgereicht.

Im August 2012 stellte die Belgrader Redaktion auch erneut den Kontakt zum Steinchen-Verlag her, um über weitere Veröffentlichungen zu verhandeln. Als Resultat dieser Bemühungen erschienen dann zwischen Mitte Oktober 2012 und Mitte November 2012 einige Abenteuer der Kleinen Detektive unter dem Titel ДЕТЕКТИВСКЕ ПРИЧЕ (DETEKTIVSKE PRIČE, „Detektivgeschichten“) in drei aufeinander folgenden Ausgaben der Kinderzeitschrift. Hierbei handelte es sich um jene drei Episoden, die in Deutschland auch im Album Kleine Detektive - Die Abrafaxe auf heißer Spur enthalten sind.

In zwei Fällen schafften es die Abrafaxe sogar auf die Titelseite des serbischen Kindermagazins. So zeigt die erste Seite der Ausgabe 26, die den Beginn des Blackbeard-Abenteuers enthält, das Cover-Motiv des entsprechenden Albums und die Titelseite der Ausgabe 43 mit den ersten Bildgeschichten der Kleinen Detektive das Cover-Motiv des Buches mit den ersten Geschichten der Londoner Jahre der Abrafaxe.

Die abgedruckten Bildgeschichten, die von Сања Настић (Sanja Nastić, erste Folge) und Бојана Маринковић (Bojana Marinković, alle übrigen Folgen) übersetzt wurden, sind vollständig identisch mit ihren deutschen Vorlagen. Bemerkenswert ist lediglich, dass sogar der Großteil der Lautmalereien ebenfalls kyrillisch verfasst wurde. Die Einzelnamen der Abrafaxe wurden nicht verändert sondern lediglich transkribiert, wodurch sie zu Абракс (Abraks, „Abrax“), Брабакс (Brabaks, „Brabax“) und Калифакс (Kalifaks, „Califax“) wurden. Der Gruppenname der drei ostdeutschen Comic-Helden wird auf den Titelseiten mit Дружина Абрафакс (Družina Abrafaks, „die Gefährten Abrafax“) angegeben, in den Comics selbst ist hingegen immer nur von Абрафакс (Abrafaks, „Abrafaxe“) die Rede.

Ob noch weitere Abenteuer der Protagonisten in Serbien folgen werden, ist derzeit noch ungewiss. Allerdings berichtete die leitende Editorin der Kinderzeitschrift, dass insbesondere die Detektiv-Geschichten gut bei den jungen serbischen Lesern angekommen seien, was weitere serbische Episoden nicht völlig ausschließt.

[Bearbeiten] Der Verlag

Das Kindermagazin МАЛИ ПОЛИТИКИН ЗАБАВНИК erscheint im Verlag ПОЛИТИКА АД (POLITIKA AD, in etwa: „Politik AG“). Das Publikationshaus wurde bereits 1904 gegründet, um der Zeitung ПОЛИТИКА eine Heimat zu geben. Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte sich der Verlag mehr und mehr zum führenden in Jugoslawien, der seinem Portfolio nach und nach diverse Zeitungen und Zeitschriften hinzufügte. Nach der politischen Wende in Europa verschlechterte sich die wirtschaftliche Situation zunehmend, wodurch zunächst einige Presseerzeugnisse abgestoßen oder eingestellt wurden und schließlich im Jahre 2002 mit dem deutschen Medien-Unternehmen WAZ Mediengruppe (die seit 2013 als Funke Mediengruppe firmiert) das Joint Venture ПНМ (Политика Новине и Магазини, Politika Novine i Magazini, „Politik Zeitungen und Zeitschriften“) gegründet wurde, um die Publikationsaktivitäten aufrecht zu erhalten. 2012 wurde die WAZ Mediengruppe als ausländischer Partner im Joint Venture durch das russische Unternehmen ООО «Восток Медиа» (East Media Ltd.) ersetzt. Seit 2015 ist der Verlag ПОЛИТИКА АД unter einer neuen Web-Adresse im Internet zu finden.

Heute erscheinen noch zwei Tageszeitungen und acht Zeitschriften im Verlag ПОЛИТИКА АД bzw. beim Joint Venture ПНМ, zu denen auch weiterhin das Blatt ПОЛИТИКА, die zweitgrößte Tageszeitung der Balkanhalbinsel, und das traditionsreiche Magazin ПОЛИТИКИН ЗАБАВНИК gehören. Einige der editierten Zeitschriften werden sogar in einer zweiten parallelen Ausgaben in lateinischer Schrift herausgegeben.

[Bearbeiten] Onepager-Übersicht

[Bearbeiten] Umschrift

Für die Wiedergabe serbischer Titel und Namen in lateinischen Buchstaben wurde in diesem Artikel auf die ohnehin für die serbische Sprache existierende lateinische Schrift zurückgegriffen. Zwar ist in der Verfassung der Republik Serbien die kyrillische Schrift als Schrift für den offiziellen Gebrauch festgeschrieben, jedoch wird insbesondere im Norden Serbiens oder auch von ethnischen Minderheiten vorwiegend die lateinische Schrift genutzt. Darüber hinaus werden oftmals (z.B. in Zeitungen oder an Schaufenstern) kyrillische und lateinische Schrift bunt gemischt neben einander verwendet. Lediglich offizielle Dokumente sind größtenteils kyrillisch verfasst.

[Bearbeiten] Externe Links

deutsche Ausgaben im Ausland Bild:Hapfff.png Auslandsausgaben Abrafaxe Bild:Hapfff.png Abrafaxe-Spielfilm im Ausland


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