Preußen

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Preußen war ein mitteleuropäischer Staat, der vom 16. bis ins 20. Jahrhundert bestand. Der Aufstieg begann im 17. Jahrhundert, als die Hohenzollern, die Kurfürsten von Brandenburg, Preußen mit der Mark vereinten. Im 18. und 19. Jahrhundert zählte Preußen zu den fünf europäischen Hauptmächten und lieferte sich einen erbitterten Kampf mit Österreich um die Vorherrschaft in Deutschland (zunächst im Heiligen Römischen Reich, danach im Deutschen Bund). Preußen ging nach 1871 allmählich im Deutschen Reich auf - bzw. später in der Weimarer Republik und im Dritten Reich - und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg 1947 formalrechtlich als Staatsgebilde aufgelöst.

Mehrere Hefte der Erfinder-Serie des Mosaik von Hannes Hegen sowie der Orient-Express- und der Weltreise-Serie im Mosaik ab 1976 sind in Preußen angesiedelt. Meist ist dabei die preußische Hauptstadt Berlin Schauplatz der Handlung. Zudem spielt Preußen in manchen Mosaikheften eine Rolle, ohne dass die Handlung hier verläuft.

Inhaltsverzeichnis

Preußen im MOSAIK

Schauplätze und Figuren

Folgende Orte in Preußen werden aufgesucht:

Folgende preußischen Herrscher treten auf:

Weitere wichtige Preußen bzw. Brandenburger:

Ereignisse um 1650

Das Gesicht Preußens ist vielfältig. Hier eine Dorfidylle bei Jüterbog

Die Digedags halten sich Mitte des 17. Jahrhunderts in Magdeburg auf und erleben Brandenburg-Preußen als gefährliche Bedrohung der städtischen Freiheit. Sie sind Assistenten des Bürgermeisters Otto von Guericke, der einen Versuch der Preußen abwehren will, sich Magdeburg einzuverleiben. Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg hat dazu seinen Spezialgesandten, den Obristen von Ladestock, mit einem Ultimatum nach Magdeburg gesandt. Die Magdeburger Ratsversammlung, zu der die Digedags die Einladungen verteilen, lehnt aber das preußische Ansinnen rundweg ab und lässt den Obristen hinauswerfen.

Guericke weiß aber, dass Magdeburg auf sich allein gestellt keine Chance gegen den aufstrebenden preußischen Staat hat. So will er sich die Rückendeckung von Kaiser Ferdinand III. holen. Nach einer gefahrvollen Reise in Regensburg angekommen, sieht es mit der Gunst des Kaisers zunächst günstig aus. Allerdings ist der brandenburgische Kurfürst auch anwesend und versucht mit allen Mitteln, den Kaiser gegenteilig zu beeinflussen. Beim Experiment mit den Magdeburger Halbkugeln gewinnt der Kurfürst eine Wette gegen den Kaiser, und dieser entzieht Guericke verärgert seine Huld. Im Abspann erfährt der geneigte Leser, dass Magdeburg anno 1666 schließlich doch an den preußischen Staat fiel.

Ereignisse um 1840

Um 1840 halten sich die Digedags erstmals und für längere Zeit tatsächlich auf preußischem Territorium auf, und zwar in der Hauptstadt Berlin. Dort unterhalten sie ein Dienstleistungsunternehmen. Ihr Nachbar ist der Sattlermeister August Pickel, dem sie zur Erfindung der Pickelhaube verhelfen. Pickel trägt seine neue Haube auf dem Berliner Hofball, wo er die Aufmerksamkeit des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. erregt. Als Pickel auch noch den herabfallenden Thronhimmel mit dem Pickel auffängt, wird er mit Lob, Orden und einem Großauftrag für die preußische Armee überschüttet.

Hier beginnt die Großstadt: Ein Berliner Bahnhof um 1840

Etwas später lernen Dig und Dag den Fabrikanten August Borsig kennen, der in seiner Berliner Fabrik eine amerikanische Norris-Lokomotive umbauen und so den Grundstein für seine Lokomotivproduktion legen will. Die Digedags helfen Borsig, eine Lokwettfahrt gegen eine englische Stephenson-Lokomotive zu gewinnen. Im Nachgang erwerben sie bei Borsig einen ausrangierten Dampfkessel, den sie nutzen, um einen äußerst beliebten Badebetrieb zu eröffnen. Sie haben nämlich festgestellt, dass Badewannen in Berlin Mangelware sind und insbesondere der königliche Bedarf Enpässe verursacht. Der Betrieb floriert, allerdings behandeln die Digedags den König nicht bevorzugt genug, und so verlieren sie ihre Gewerbeerlaubnis.

Als nächstes lassen sich die Digedags unbewusst auf ein gefährliches Spionageunternehmen gegen Preußen ein. Der österreichische Geheimdienstler Oberst Meinrath will, um seinen Kopf zu retten, die preußische Festung Magdeburg ausspionieren. Dazu engagiert er die nun als Steinbaukastenkonstrukteure tätigen Digedags für die Vermessung der Festung. Es gelingt den Digedags, alle Geheimnisse der Festung zu ergründen. Allerdings werden sie beim letzten Spionagegang vom preußischen Major von Treskow geschnappt, der ihnen die fertigen Pläne abnimmt. Auch das im Gasthof "Zur Zitadelle" bereits fertig herumstehende Modell wird durch ein Missverständnis ruiniert.

Zuletzt sind die Digedags wieder in Berlin und betätigen sich als Reporter für die Vossische Zeitung. Dort konkurrieren sie mit dem Starreporter Magnus Flunker um prestigeträchtige Aufträge. Schließlich dürfen sie im Schlosspark Charlottenburg ein Interview mit dem preußischen Kriegsminister Hermann von Boyen führen. Infolge eines irregeleiteten Feuerwerks gelingt ihnen eine Sensationsreportage über ein angebliches Attentat auf den Kriegsminister. Später verfassen sie einen Artikel über aufrührerische Offiziere, was zu großen Unruhen führt. Schließlich helfen sie Leutnant Siemens, seine militärisch wichtige Schießbaumwolle zu erfinden und dem Kriegsminister erfolgreich vorzuführen. Major von Treskow, dem die Digedags in Berlin mehrmals über den Weg gelaufen sind, wird in Ungnade versetzt.

Ereignisse um 1850

Im Schleswig-Holsteinischen Krieg unterstützt Preußen die deutschgesinnte Partei und ihre Armee unter General Willisen gegen Dänemark. Insbesondere schickt das Kriegsministerium Major von Treskow als Abwehrchef in den Norden, um die dänische Spionage wegen Wilhelm Bauers Brandtaucher zu verhindern. Ob es sich dabei tatsächlich um eine Hilfestellung handelt, oder der unfähige Major nur abgeschoben werden soll, sei dahingestellt. Auf jeden Fall bringt die Unterstützung nichts - der Brandtaucher wird versenkt und die Schleswig-Holsteiner verlieren eine Entscheidungsschlacht. Willisen entlässt daraufhin die Hilfstruppen; Treskow bekommt ein ziemlich mieses Zeugnis ausgestellt (Mosaik von Hannes Hegen 85 und 86).

Wenig später - im März 1852 - befindet sich Treskow auf Hochzeitsreise an der Adria. Preußen und Österreich-Ungarn hatten mit Dänemark Frieden geschlossen, woraufhin für Leute wie den Major keine Verwendung mehr war. Er hatte seinen Abschied genommen und die reiche Erbin von Zickenthal und Zasterwitz geehelicht. Doch auch als Privatier sorgt der Major a.D. für Trubel, indem er sich in Triest, also österreichischem Hoheitsgebiet, von zwei scheinheiligen Signori entführen lässt. Der österreichische Geheimdienst kann diplomatische Verwickungen zwischen Preußen und der Doppelmonarchie überhaupt nicht gebrauchen, noch dazu, da Wilhelm Bauer dem Kaiser gerade ein neues Brandtaucher-Modell vorführt. Zum Glück arbeiten die Entführer für einen harmlosen venezianischen Irren, so dass die Staatsaffäre abgewendet werden kann (Mosaik von Hannes Hegen 87 und 88).

Ereignisse um 1900

Der alte Fritz (links als Denkmal) schaut um 1900 Unter die Linden

Diesmal sind es die Abrafaxe, welche kurz nach 1900 Berlin im Rahmen eines Rennens rund um die Welt erreichen. Sie wollen sich auf dem schnellsten Weg im Hotel du Rome eine Serviette abholen. Leider sind im Nobelrestaurant die richtigen Servietten im Moment nicht verfügbar, was den Aufenthalt der Abrafaxe in Berlin erst einmal verlängert. Unterwegs treffen sie auf den erfinderisch veranlagten Jungen Karl. Zuerst erleben sie dessen technisch noch nicht ganz ausgereifte Schuhputzmaschine, danach eine Spülmaschine, die für fliegende Untertassen sorgt. Am nächsten Tag sind Abrax und Califax mit Karl in Berlin unterwegs, während Brabax im Hotel du Rome das Eintreffen der neuen Servietten abwartet. Als Califax Karls Sprungmaschine ausprobiert, kommt es zu einer Fehlfunktion, so dass Califax unfreiwillig ein Verkehrschaos anrichtet und schliesslich auf dem Brandenburger Tor landet. Für Karl geht die Sache trotzdem gut aus, da Carl von Siemens Karls Talent erkennt und ihm ein Stipendium anbietet.

Noch bevor die Abrafaxe mit den neuen Servietten Berlin Richtung Moskau verlassen, ist auch ihr Konkurrent, der preußische Offizier Erich von Ribbeck in Berlin eingetroffen und wird von einem alten Neider, Oberleutnant Paul Lehmann, festgenommen. Erich gelingt es aber, den obrigkeitshörigen Paul zu überzeugen, dass ihr gemeinsamer Vorgesetzter Major von Piepenbrinck ihn lieber das Rennen gewinnen sehen würde. So darf Erich das Gefängnis verlassen und eilt zum Hotel du Rome, wo auch ihm die Sache mit den falschen Servietten auffällt.

Während also in der Weltreise-Serie Preußen durch den Offizier von Ribbeck vertreten ist, spielt das von Preußen dominierte Wilhelminische Deutschland auch in der parallelen Orient-Express-Serie eine wichtige Rolle. Man sieht den preußisch-deutschen Monarchen Wilhelm II. in Berlin, und seine Agenten begleiten den Orient-Express untwegs.

Darstellung Preußens im MOSAIK

Das Preußen-Bild im Mosaik von Hannes Hegen ist von der damaligen Sichtweise der DDR dominiert, die als offizielles Preußen-Bild einen militaristischen und agressiven Eroberungsstaat vorgab. Das spiegelt sich in der Person des Obristen von Ladestock wieder, der - zwar noch Brandenburger und noch kein "echter" Preuße - eindeutig das Zerrbild des preußischen Militaristen verkörpert. Die Einverleibung Magdeburgs nach Brandenburg-Preußen wird als eine Art feindliche Übernahme dargestellt, obwohl es in der Frühen Neuzeit sehr üblich war, dass Territorien und Städte auf alle mögliche Weise und zum Teil wiederholt ihre Landeszugehörigkeit wechselten. In der späteren Erfinder-Serie setzt sich die Tendenz, wenn auch weniger offensichtlich, fort. Wiederum finden wir mit Major von Treskow das Zerrbild eines preußischen Gardeoffiziers; er ist verstockt und unfähig und spricht nur im Kasernenhofton, selbst in zivil. Der preußische Monarch kommt denkbar schlecht weg, auch er wird als sehr unfähig dargestellt. Die Präsenz und unerfreuliche Rolle der preußischen Polizei wird gebührend berücksichtigt. Positiv fällt hingegen auf, dass neben den schon nicht wenigen preußischen Monarchen noch jede Menge anderer Hohenzollern (das regierende Haus Preußens) im Mosaik auftauchen.

Das Preußen-Bild in der DDR wandelte sich erst Anfang der 1980er Jahre, als - im Zuge diverser Preußen-Jubiläen - Preußen plötzlich als doch in vielen Teilen recht fortschrittliches absolutistisches Staatswesen rehabilitiert wurde. Das konnte sich im Mosaik dann aber nicht mehr niederschlagen. Soweit Preußen bisher im Mosaik ab 1976 eine Rolle gespielt hat, finden wir zwar Wilhelm II. auch nicht unbedingt immer vorteilhaft wieder, was aber diesmal eine echte Karikatur darstellt. Die weltpolitische Rolle Preußens und Deutschlands, sowohl im Nahen Osten als auch im Fernen Asien, wird recht anschaulich dargestellt.

Preußen in den Nebenuniversen

Schinkel-Heft

Bild:Hapfff.png Dieser Artikel ist noch sehr kurz oder noch unvollständig. Wenn du möchtest, kannst du ihn ergänzen.

Bautzen-Heft

Die Rahmenhandlung spielt während der Schlacht bei Bautzen, in der Frankreich gegen Preußen und Russland kämpfte.

Preußen im Fancomic

Der Fancomic "Weihnachten in Berlin" spielt - wie der Titel schon verrät - in Berlin, der Hauptstadt Preußens (um 1840).

Der Fancomic "Zieten aus dem Busch" hingegen spielt in der Mark Brandenburg, Schlesien und in Sanssouci (Mitte des 18. Jahrhunderts). In diesem Comic tritt auch der alte Fritz auf.

Kurze Geschichte Preußens

Der Begriff "Preußen" wird im allgemeinen mit dem späteren preußischen Staat gleichgesetzt. Ursprünglich bezeichnet er jedoch das ehemalige Siedlungsgebiet baltischer Stämme (der Pruzzen) an der Ostseeküste. Aus diesem wurde später das Land des Deutschen Ordens und in der Reformation ein säkularisiertes Herzogtum. Im Jahre 1618 erlosch die preußische Herzogslinie, und das sich außerhalb des Gebietes des Heiligen Römischen Reiches befindliche Preußen fiel an das Kurfürstentum Brandenburg. Bis 1701 galt der Name Preußen weiterhin nur für die außerhalb des Reiches liegenden Gebiete, die im wesentlichen das spätere Ostpreußen umfassten. Erst 1701, als der brandenburgische Kurfürst Friedrich III. die Königswürde für Preußen erlangte (als König Friedrich I. in Preußen, nicht: von Preußen, da Preußen eigentlich noch zum Königreich Polen gehörte), wurden die Bezeichnungen beider Herrschaftsgebiete, Brandenburg und Preußen, miteinander verknüpft, so dass man seither im Allgemeinen von Brandenburg-Preußen spricht.

Erst unter König Friedrich II. (Friedrich der Große, der Alte Fritz) dehnte Brandenburg-Preußen seine Herrschaft im Zuge der polnischen Teilungen auf alle preußischen Gebiet aus; dadurch kam es auch zu einer Landverbindung zwischen den brandenburgischen und preußischen Gebieten (über Pommern). Seit 1772 bezeichnete sich Friedrich nun auch als König von Preußen. Allmählich setzte sich die Alleinbezeichnung Preußen für den brandenburgisch-preußischen Staat durch. Völlig obsolet wurde der brandenburgische Namenszusatz, als mit Auflösung des Reiches 1806 auch die Brandenburger Kurwürde erlosch.

Bereits im Laufe des 17., besonders aber des 18. Jahrhunderts konnte Preußen erhebliche Gebietszuwächse verzeichnen. Spätestens nach dem Siebenjährigen Krieg musste es als ebenbürtige europäische Großmacht gelten. Im Jahre 1806, nach der Niederlage gegen Napoleon, wurde es zunächst große Gebiete los, die es aber 1815, nach dem Wiener Kongress, wiedererlangte und noch dazu erneute große Gebietszuwächse erreichte. Preußen bestand nun aus zwei Gebietsblöcken, einem großen in Mittel-/Ostdeutschland und einem kleineren im Westen Deutschlands. Nach den Einigungskriegen gegen Österreich kam nun auch fast ganz Nordeutschland hinzu und die preußischen Gebiete waren (fast) allesamt miteinander verbunden. Im Jahre 1871 wurde Preußen Teil des Deutschen Reiches, und der preußische König übernahm die deutsche Kaiserwürde.

Externe Links

Folgende Mosaikhefte spielen in Preußen

Mosaik von Hannes Hegen: 80, 81, 82, 83, 84

Mosaik ab 1976: 356

erwähnt in: 345, 351, 352, 447

Kooperations-Comic: Mosaik - Die Erben des verborgenen Schatzes

erwähnt in: Mosaik - Kaiser, Krieger, Löwenjäger, Mosaik - Gregorius Mättig und das Geheimnis der Unsterblichkeit

Fancomic: Weihnachten in Berlin, Zieten aus dem Busch
Persönliche Werkzeuge