Sternzeichen

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Dieser Artikel befasst sich hauptsächlich mit der astrologischen Deutung und der Symbolik der zwölf Tierkreissternbilder im Mosaik. Den Artikel welcher sich mit den Sternkonstellationen überhaupt und mit den Tierkreis- und übrigen Sternbildern beschäftigt, findet man unter Sternbild.

Unter Sternzeichen versteht man die symbolhaften astrologischen Darstellungen der zwölf Sternbilder des Tierkreises samt der ihnen zugeschriebenen Bedeutungen. Im Unterschied zu den von der Astronomie definierten Sternbildern des Tierkreises, erstreckt sich jedes Sternzeichen 30° durch die Ekliptik und ihr Sonnendurchgang bezieht sich auf einen Zeitpunkt vor über 2000 Jahren, weshalb er zur Realität ca. um ein Sternbild verschoben ist. Sie tauchen an verschiedenen Stellen im MOSAIK auf. Bei den Abrafaxen werden sogar Mutmaßungen und Äußerungen zu deren Horoskopsternzeichen gemacht. Der Einfachheit halber werden hier im Artikel auch die den Tierkreiszeichen verwandten sieben astrologisch/alchemistischen Planetenzeichen behandelt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Sternzeichen im Mosaik von Hannes Hegen

[Bearbeiten] Tierkreiszeichen als Kalendersymbole

Die Anzeigen der astronomischen Uhr
Das Orloj, wie es die Digedags einst gesehen haben sollen und wie es jedermann noch heute sehen kann.

In der Erfinder-Serie, im Heft 78, finden Dig und Dag in Prag Anstellung in der Schlosserwerkstatt der Gebr. Bošek. Von deren Inhabern erhalten sie den Auftrag, die berühmte astronomische Uhr am Altstädter Rathaus zu warten. Dieses Horologium (tschechisch Orloj) ist eine der prächtigsten und bekanntesten astronomischen Uhren Europas. Sie zeigt neben den Uhrzeiten - Ortszeit und Sternzeit auf dem Römischen Zahlenkranz, die Böhmischen Stunden auf dem äußeren Zahlenring mit den mittelalterlichen Zahlen und die ungleichen oder "temporalen" Stunden in den Bögen mit den arabischen Ziffern - auch die "Stellung ... der Sternbilder, den Lauf von Sonne und Mond und die Feiertage im Laufe des Jahres" an (so die Angabe im MOSAIK). Darüber hinaus wird an ihr, jeweils zur vollen Stunde, ein Spielwerk für die vier beweglichen Sünderfiguren und eins für die Prozession der zwölf Apostel in Gang gesetzt. Das Ende des Spieles verkündet ein krähender Hahn. Anschließend läuten die Glocken die Stundenzahl.

  • Zur Veranschaulichung des aktuellen Sonnen- und Mondaufenthaltes in der Ekliptik – diese Veranschaulichung erfolgt traditionell aus geozentrischer Sicht, weswegen sich scheinbar die Sonne und nicht die als festes Zentrum wahrgenommene Erde durch den Sternhimmel (genauer: durch den Tierkreis) bewegt – dienen am Orloj ein Sonnenzeiger, ein Mondzeiger und ein Ekliptikalblatt, auf welchem die zwölf Tierkreissternbilder durch ihre Symbole im "tropischen Tierkreis" veranschaulicht worden sind. Das bedeutet, dass die Sternzeichen genau die selbe zeitliche Bedeutung haben, wie sie aus Horoskopen bekannt ist. Rein beobachtungsastronomisch erfolgt aber der scheinbare Sonnendurchgang, bedingt durch die Präzession der Erdachse, um ca. 1 Sternbild verschoben.
  • Bei der Beschreibung der Anzeige des Orloj irrt das Mosaik mit "Stellung der Planeten", wenn man nicht die antike Planetenauffassung, nach der Sonne und Mond ebenfalls "Wandelsterne" sind, zu Grunde legt. Zum Handlungszeitraum des Heftes war allerdings das heliozentrische Weltbild bereits größtenteils anerkannt.
  • Das Ekliptikalblatt, welches der heutige Tourist in Prag sieht, entspricht der Darstellung im Heft 78. Tatsächlich läßt sich aber nachweisen, dass die Tierkreisscheibe zur Zeit der Prag-Episode ein anderes Aussehen hatte. Sie war nicht so durchbrochen wie heute und die Tierkreissternbilder wurden statt durch die Zeichensymbole tatsächslich durch die Bildsymbole dargestellt (siehe hierzu den Artikel Das Prager Horologium im Wandel der Zeit und den Rekonstruktionsversuch des Aussehens zur Handlungszeit in Pascalifax Schatztruhe 4).


Astrologische Ornamente am Boden im Prager Faust-Haus

[Bearbeiten] Astrologischer Bodenschmuck

Die Ornamente des Saalbodens im Faust-Haus stellen zwölf alchemistische Zeichen dar, von denen die meisten auch eine astrologische Bedeutung haben. Welche Bedeutung hierbei jeweils die primäre sein soll, muss zunächst offenbleiben. Man erkennt der Reihe nach (von links im Bogen nach rechts):

  1. Kupfer bzw. Venus
  2. Zinn bzw. Jupiter
  3. Quecksilber bzw. Merkur
  4. Eisen bzw. Mars
  5. Phosphor, Teilchen, Tonheilerde (Bolus armenicus) oder Salzsäure (abhängig von der Blickrichtung)
  6. Wismut Datei:Bismuth symbol.png oder Kobalt (je nachdem, von welcher Seite man schaut)
  7. ? (fast vollständig verdeckt)
  8. Purifizierung? (falls es sich um einen Pfeil mit umschlingendem Band handelt, was aber schwer zu erkennen ist)
  9. Silber bzw. Mond
  10. ? (recht gut erkennbar, aber bisher noch nicht identifiziert)
  11. Gold bzw. Sonne
  12. Blei bzw. Saturn


[Bearbeiten] Bäume und Zacken

Der Hofastrologe Horos Kopos befasst sich auch mit Alchemie, ist also ein rechtes Universalgenie. In seinem Laboratorium weist das Innendekor ausdrücklich auf seine Tätigkeitsfelder hin: Ein künstlicher Baum enthält die Planetenzeichen für Mars , Venus , Merkur und Jupiter . Das Symbol für die Venus (ein stilisierter Handspiegel) ist dabei links offen und erinnert daher sehr an das erst im 20. Jahrhundert erfundene Zeichen für den Asteroiden Ceres, eine Sichel: .

Das große Wandgemälde ist nach einem bekannten Stich gestaltet und zeigt in den Zacken eines siebenstrahligen Sterns u.a. sechs der sieben Symbole für die traditionellen Planeten bzw. Metalle: Jupiter/Zinn , Mars/Eisen , Sonne/Gold , Venus/Kupfer , Merkur/Quecksilber und Mond/Silber .


Horos Kopos mit Planetenzeichenkappe im Sternzeichenballon

[Bearbeiten] Sternzeichenkulisse für den Fluchtplan "Ab durch den Himmel"

Der Astrologische Himmelsglobus, auch als Byzantinischer Himmelsglobus bezeichnet, trägt entsprechend der Verkleidung der Digedags als Wahrsager Hokos und Pokos Planeten-, Stern- und Elementezeichen als Bemalung - vermutlich haben sie sich dabei vom alchemistisch/astrologischen Wandgemälde im Labor von Horos Kopos inspirieren lassen. Leider kommt es nicht zur geplanten Flucht mit dem Gasballon, weil dieser in der Nacht vor dem Festumzug von Horos Kopos gekapert und versehentlich gestartet wird.

Neben einem siebenzackigem Stern ist der Fluchtglobus mit Planetenzeichen für Mars, Venus, Merkur, Jupiter, Sonne und Mond , dem Sternzeichen des Sternbildes Krebs , dem alchemistischen Zeichen für Schwefel Datei:Sulphur.svg.png sowie freundlich lächelnden Darstellungen von Sonne und Mond bemalt. Ein weiteres Planeten-/Stern-/Elementezeichen ist ein liegendes Dreieck mit einer Art Tilde darüber. Ein liegendes Dreieck ohne Tilde würde für Feuer stehen. Waagerecht durchgestrichen steht das Symbol im Zeichenkanon der vier aristotelischen Grundbausteine für Luft, womit es als magisches Schutzzeichen für den Gasballon fungieren würde - wenn es denn gemeint sein sollte.

[Bearbeiten] Sternzeichen im Mosaik ab 1976

Zur alchemistischen Umwandlung alles Irdischen gehören natürlich die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft! Deshalb wurde dieses Bild mit den Sternzeichen natürlich fürs Heft überarbeitet.

[Bearbeiten] Sternzeichen – bildgewaltige Symbole

In der Johanna-Serie hat der Gelehrte Albertus Magnus eine Vier-Stufen-Maschine konstruiert, um den Stein der Weisen zu erschaffen, jene alchemistische Substanz, die Unedles in Edles verwandeln, Kranke gesund machen, etwas aus dem Nichts erzeugen u.d.g.m. kann. Das Experiment misslingt und die Maschine wird zerstört. Im Newsletter 23 wurde vor Erscheinen des Heftes 392 eine unkolorierte Version der Seite 48 des besagten Heftes veröffentlicht, auf welcher man im äußeren Ring neben einem vereinzelten Symbol für Erde noch die Ornamentierung mit den zwölf Sternzeichen sehen kann. Alchemistischer Logik würde aber eher der Gebrauch der Symbole für die vier aristotelischen Grundelemente Erde , Wasser , Luft und Feuer entsprechen, welche die Mosaikmacher ja letztlich auch im fertigen Heft anstelle der Sternzeichen präsentierten.

[Bearbeiten] Sternzeichen - Symbol der Kosmosforschung

Die Universalgelehrten des Mittelalters und der Renaissance bezogen in ihre Forschungen zur Erkenntnis der Welt selbstverständlich den astralen Kosmos mit ein. So ist es nicht verwunderlich, dass ein Gelehrter dieser Zeit in unsereren Vorstellungen natürlich authentischer erscheint, wenn er zwischen seinen Aufzeichnungen einen Zodiak als Symbol für den stellaren Kosmos vorweisen kann. In den Mosaik-Handlungen wurde dies sowohl für Don Ferrando, als auch für den Rabbi Josephas berücksichtig. In beider Forschungsstätten, beim Don im Schlossturm von Rocalprado und bei Josephas in dessen Laboratorium, sieht man deshalb Sternzeichendarstellungen des Tierkreises. Josephas hat z.B. ein Horoskopposter an der Wand, eine Chiromantiehand zum Handlesenüben und einen Himmelsglobus; Ferrando besitzt außer einem Himmelsglobus sogar eine goldene Weltbildscheibe, bei der die Tierkreiszeichen den Planetensphärenabschluss der Welt symbolisieren. Zu den beiden Globen siehe die Artikel Globus und Sternbild.

Don Ferrandos Weltbildscheibe
  • Die Scheibe enthält in der Mitte eine Darstellung des Sonnensystems mit den Planetenbahnen (Sphären) bis einschließlich der Jupitermonde - welche eigentlich erst Jahrzente später von Galilei entdeckt werden sollen. Außen herum sind bildliche Darstellungen der zwölf Tierkreissternbilder zu finden.
Chiromantiehand des Josephas
  • Auf der Handskulptur sind die wichtigsten Linien eingezeichnet, außerdem sind auf einzelnen Fingern Planetenzeichen angebracht, entsprechend den Handbergen:
  • Venusberg beim Daumen - daher das Symbol der Venus
  • Jupiterberg beim Zeigefinger - erwarten müsste man daher das Symbol des Jupiter , zu sehen ist aber ein Zeichen, das mehr an das F oder P aus dem Thebanischen Alphabet erinnert
  • Saturnberg beim Mittelfinger - daher das Symbol des Saturn
  • Sonnenberg beim Ringfinger - daher das Sonnensymbol
  • Merkurberg beim kleinen Finger - daher das Symbol des Merkur
Ein Universalgelehrter wie Josephas hat selbstredend ein Horoskop an der Wand.
Horoskopposter des Josephas
  • In der linken Spalte sieht man von oben nach unten folgende Sternzeichen: Widder , Stier , Zwillinge , Krebs und Löwe (spiegelverkehrt)
  • Zwischen der linken Spalte und dem Zodiak erkennt man u.a. die Planetenzeichen für Neptun und Saturn, womit Josephas seiner Zeit unheimlich weit voraus ist, denn den Neptun kennt man erst seit dem 19. Jahrhundert.
  • Im äußeren Rad des Zodiaks sieht man von links unten im Uhrzeigersinn: Wassermann , Steinbock (sehr stilisiert), Schütze , Skorpion , Waage , Jungfrau , Löwe (diesmal richtig herum), Krebs , Zwillinge und Stier .
    Verdeckt sind Widder und Fische .
  • Im Bereich zwischen den beiden Rädern sieht man, durch Linien (die so genannten Aspekte) miteinander verbunden, die Planetenzeichen für Neptun , Jupiter , Mond , Saturn, Merkur und Pluto. Das ist erneut ein Anachronismus, denn Neptun und Pluto wurden erst 1846 bzw. 1930 entdeckt.
  • Neben dem äußeren Rad sind ein paar Buchstaben zu erkennen. Dabei steht MC für Medium Coeli ("Himmelsmitte" - das zum Zeitpunkt der Horoskopstellung am höchsten am Himmel stehende Tierkreissternbild) und A für Aszendent (das zum Zeitpunkt der Horoskopstellung erste Tierkreissternbild im Osten).
  • Auf der Höhe des Aszendenten beginnt, wie es sich bei einem Horoskop gehört, die Nummerierung der Häuser im inneren Rad des Zodiak. Diese erfolgt gegen die Uhr in vier Grupen zu je drei Häusern. Die Ziffern der vier Eckhäuser sind dabei römisch geschrieben, die anderen acht arabisch: I, 2, 3 - IV, 5, 6 - VII, 8, 9 - X, 11, 12.

[Bearbeiten] Erklärung zu "Sterne und Schicksal" im Mittelteil

In den redaktionellen Seiten im Mittelteil des Mosaik erklärte Brabax im 5. Teil der Rubrik Brabax' kleine Sternenkunde, dass er im Prinzip nicht an Horoskope glaube.

[Bearbeiten] Die Sternzeichen der Abrafaxe

Im Mosaik 5/90 - Keine Sicherheit, einem Heft der Japan-China-Serie, wird der Begriff Sternzeichen in seiner esoterisch-astrologischen Bedeutung verwendet, indem Califax meint, er sei Fisch, während Brabax Ragu Feng gegenüber äußert, er sei Krebs, woraufhin Rum-Nöle vermutet, Abrax sei Wassermann. Im Heft bleibt es bei diesen Äußerungen, und damit unklar, ob diese Sternzeichen stimmen. Dass die Vermutung „Wassermann“ falsch sein musste, wird im Super-Illu-Onepager Schicksalsschläge thematisiert, als Abrax sich plötzlich für BrabaxZeitung interessiert. Allerdings stellt sich heraus, dass Abrax nicht die Artikel über Politik lesen will, sondern nur sein Horoskop. Und so liest er: „Widder: Heute ist ihr Glückstag: Man wird ihnen eine kleine Bitte nicht abschlagen können.“ Jedoch, wie bei Orakelsprüchen recht häufig der Fall, tritt die Vorhersage für Abrax nicht in der erhofften Art und Weise ein.

[Bearbeiten] Die Sternzeichen anderer Personen in den Mosaik-Handlungen

[Bearbeiten] Japanische Tierkreiszeichen

[Bearbeiten] Sternzeichen und Planetensymbole

Man unterscheidet traditionell zwischen den zwölf Tierkreiszeichen und den sieben Planetenzeichen.

[Bearbeiten] Tierkreiszeichen

Die zwölf Tierkreiszeichen sind Symbole für die so genannten Tierkreissternbilder. Für alle anderen 76 offiziell gültigen Sternbilder gibt es gar keine solchen Symbolzeichen. Ihre herausragende Bedeutung haben die Tierkreiszeichen deshalb erlangt, weil die Tierkreissternbilder genau in jenem Teil des Himmels liegen, in welchem sich - von der Erde aus gesehen - die Sonne, der Mond und die Planeten bewegen. Da diese Sternbilder in klassischer Zeit bei den häufigen Planetenbeobachtungen ebenso häufig zur Beschreibung der Planetenörter in den Aufzeichnungen verwendet werden mussten, wurden sie alsbald mit entsprechenden Symbolen abgekürzt, eben den Tierkreiszeichen.

Parallel dazu werden die Tierkreissternbilder auch durch Bildsymbole dargestellt. Diese sind nicht ganz so standardisiert wie die obigen Zeichen, aber doch meist gut zu erkennen. Auch im MOSAIK tauchen entsprechende Darstellungen auf (z.B. auf Don Ferrandos Weltbildscheibe).

[Bearbeiten] Planetenzeichen

Bis in die Neuzeit hinein, d.h. vor allem: mit bloßem Auge ohne Fernrohr und sonstige technischen Hilfsmittel, konnten sieben Himmelskörper beobachtet werden, die regelmäßige Bahnen zogen. Griechisch bezeichnete man sie als Planeten (πλανήτης "Umherschweifende"). Sonne und Mond zählten dazu; die Erde hingegen, die man als Zentrum der Welt verstand, dementsprechend nicht. Auch für diese sieben Himmelskörper bürgerten sich bestimmte Kurzzeichen ein, die zumeist von den jeweiligen Göttern der griechisch/römischen Mythologie abgeleitet waren, deren Namen sie trugen - ein verschnörkeltes Z für Jupiter (wegen Zeus), ein Handspiegel für Venus, ein Heroldsstab für Merkur etc. Traditionell entsprachen die sieben Planeten zudem jeweils einem wichtigen Metall, für das also in der Alchemie dasselbe Symbol benutzt wurde. Diese Doppelbedeutung der Planeten-/Metallzeichen sollte demnach immer mitbedacht werden.

Die Erde bekam selbstverständlich auch ein Symbol, wobei hierbei mehrere Alternativen in Gebrauch waren. In der Neuzeit (seit dem 18. Jahrhundert) ergänzte man weitere Symbole für die nach und nach neu entdeckten Solarplaneten und einige Asteroiden. Hier einige Beispiele:

[Bearbeiten] Anmerkungen

  • Beim Gebrauch von Sternzeichensymbolen ist zu unterscheiden, ob sie für astronomische oder esoterische Zwecke verwendet werden. Da es auf Grund der Präzession der Erdachse zu einer Entkopplung des astrologischen (= "tropischen") vom astronomischen Tierkreis gekommen ist, können nämlich gleiche Symbole durchaus unterschiedliche Sternenkonstellationen, also Sternbilder meinen.
  • Der vormalige astronomische Frühlingspunkt, der Schnittpunkt der Ekliptik mit dem Himmelsäquator, in der Astrologie auch Widderpunkt genannt, hat sich in den letzten Jahrtausenden aus dem Sternbild Widder heraus ins Sternbild Fische verschoben und ist inzwischen bereits am Übergang zum Sternbild Wassermann (die Esoteriker sagen dazu: Es steht ein neues Zeitalter, das Wassermannzeitalter, bevor). Das hat zur Folge, dass die damals festgesetzten Durchwanderungszeiten der Sonne durch eines der Tierkreissternbilder nicht mehr mit den heute beobachtbaren übereinstimmen. Als grobe Faustregel setzt man die Verschiebung um ein Sternbild an.
  • Das analoge Verschiebungsproblem gibt es bei den „Wendekreisen der Sonne“ (Breitenkreise, auf dem unser Tagesgestirn jeweils zur Sonnenwende am 20./21. Juni bzw. 21./22. Dezember auf der Nord- bzw. Südhalbkugel um 12:00 Uhr Ortszeit senkrecht über dem Beobachter steht). Der nördliche Wendekreis, an welchem die Sonne zur Sommersonnenwende steht, wird im Sinne des tropischen Tierkreises traditionell als „Wendekreis des Krebses“ bezeichnet, da der Krebs das Sternbild war, welches die Sonne zur Sonnenwende bis ins Jahr 15 v. Chr. tatsächlich scheinbar durchquerte. Danach durchlief sie das Sternbild Zwillinge. Seit 1990 n. Chr. findet die Sommersonnenwende im Sternbild Stier statt. Ebenso beim südlichem Wendekreis, welcher auch „Wendekreis des Steinbocks“ genannt wird, obwohl die Wintersonnenwende heute scheinbar vorm Sternbild Schütze stattfindet.
  • Ein weit verbreiteter Irrtum besteht darin, dass man zu seinem Geburtstag „sein“ Sternbild sehen könne. Egal ob mit oder ohne Berücksichtigung der Sternbildverschiebung durch die Präzession der Erdachse – es ist genau das Gegenteil der Fall. Die Formulierung „im Sternbild geboren“ sagt nichts anderes, als dass am Tage der Geburt die Sonne „vor dem Sternbild“ stand, d.h. es von der Sonne verdeckt wurde, weil es gleichzeitig mit der Sonne am Taghimmel stand (man feiert ja schließlich „Geburtstag“ und nicht „Geburtsnacht“). Ungefähr ein halbes Jahr später kann man dann „sein“ Sternbild die ganze Nacht beobachten, so man die Sternkonstellation am nächtlichen Himmel ausmachen und zum gewünschten Bild verbinden kann.

[Bearbeiten] Sternzeichen spielen in folgenden Heften eine Rolle

Mosaik von Hannes Hegen: 78, 116, 118
Mosaik ab 1976: 5/90, 339, 361, 392
Redaktionelle Texte in: 335, 410
Onepager: Schicksalsschläge
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