Dampflokomotive

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Expresszuglok in den USA, Beförderungsmittel der Abrafaxe

Dampflokomotiven sind ein im MOSAIK häufig vorkommendes Transportmittel. Sie spielen als historische Entwicklung insbesondere in der Erfinder-Serie des Mosaik von Hannes Hegen eine wichtige Rolle.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte der Dampflokomotive

Die Dampflokomotive war seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts eines der wesentlichen Einsatzgebiete der Dampfmaschine. Für die ersten 100 Jahre ihrer Geschichte dominierten stationäre Maschinen - vor allem für Pumpen - die Entwicklung der Dampfkraft. Versuche, letztere auch für den Antrieb von Fahrzeugen zu nutzen, blieben Einzelunternehmen (wie etwa der Dampfwagen von Nicolas Cugnot aus dem Jahre 1769). Vor allem die geringe Leistung der Dampfmaschinen und ihre Funktionsweise als atmosphärische oder Niederdruckdampfmaschinen ließen eine Verwendung für den Fahrzeugantrieb lange Zeit unwirtschaftlich bleiben.

Den Durchbruch schaffte die Entwicklung der Hochdruckdampfmaschine durch Richard Trevithick um 1800. Jetzt war die Maschine leistungsfähig genug, um kompakt genug gebaut werden zu können und Fahrzeuge schnell genug antreiben zu können. Neben Straßenfahrzeugen baute Trevithick auch die ersten tatsächlich einsetzbaren Lokomotiven, die auf Schienen fuhren. Vor allem aber unter Erfindern und Eisenbahnpionieren wie George Stephenson erlebte das neue Verkehrsmittel seinen Durchbruch. In den 1820er Jahren entstanden in England die ersten öffentlichen Eisenbahnstrecken. Von England aus verbreitete sich die Eisenbahn innerhalb weniger Jahre und Jahrzehnte nach Europa, in die USA und die ganze Welt. Die ersten Jahre wurden sogar weltweit ausschließlich englische Dampflokomotiven eingesetzt, bis die ersten Modelle in Kontinentaleuropa und den USA gebaut werden konnten.

Die Erfindung der Dampflok und die daraus resultierende rasante Entwicklung der Eisenbahnen war einer der Hauptmotoren der modernen industriellen Revolution. Das ganze 19. Jahrhundert hindurch dominierten Dampfloks das Bild der Eisenbahnnetze, obwohl insbesondere seit den späten 1870er Jahren die ersten einsatzfähigen Elektroloks gebaut wurden. Jedoch begann erst nach dem Ersten Weltkrieg ein größerer Traktionswandel, und erst nach dem zweiten Weltkrieg begann man Dampfloks grundlegend durch Elektro- und Dieselloks abzulösen. Das letzte Land, welches noch Dampfloks produzierte, war China. Heute sind Dampfloks im Regeleinsatz zumeist nur noch in Dritte-Welt-Ländern zu finden, während in den Industrieländern ihr Einsatz auf Museums- und Schmalspurbahnen beschränkt ist.

[Bearbeiten] Dampflokomotiven bei den Digedags

[Bearbeiten] Erfinder-Serie

Die erste deutsche Dampflok - der Adler.

Die Digedags besuchen zunächst allerlei Grundlagenerfinder zur Dampfmaschine und erleben dabei mit James Watt den Siegeszug der Dampfmaschine an sich. Dann kommt es zur Begegnung mit dem Lokomotivpionier Richard Trevithick. Die Digedags sind dabei, als Trevithicks Hochdruckdampfmaschine in Peru für den Silberbergbau eingesetzt werden soll. Die von Trevithick gebaute erste fahrtüchtige Lokomotive erleben die Digedags aber noch nicht in Aktion. Trevithicks Lokomotive Catch me who can wird nur in einer redaktionellen Rückseite behandelt.

Ursprünglich stand in der Erfinder-Serie wohl anschließend eine Begegnung mit dem Eisenbahnpionier George Stephenson an, wenn man der Beilage zum Heft 37 folgt. Diese wurde aber nicht realisiert. Die erste echte Dampflok begegnet Dig und Dag erst anno 1835 in Gestalt der Lokomotive Adler. Diese soll, aus England gekommen, von Rotterdam aus nach Nürnberg transportiert werden, um die erste deutsche Eisenbahnstrecke Nürnberg-Fürth zu eröffnen. Unterwegs ergeben sich aber allerhand Hindernisse; so muss die Lok in Köln auf einen Frachtwagen verladen und zu Land weitertransportiert werden, später kommen Verwicklungen mit den Zollbestimmungen der deutschen Kleinstaaten hinzu. Am Ende kommt es aber doch noch zur glanzvollen Eröffnung der Eisenbahnstrecke durch die Adler.

Die historische Darstellung der Adler folgt dabei weitgehend, die optische Darstellung sehr genau den Vorbildern. Die Adler ist deutlich als Dampflok der Bauart Stephenson kenntlich gemacht und zeigt sehr schön die technische Gestaltung der frühen Dampfloks, insbesondere die markante Achsanordnung 1-A-1 (Laufachse, Kuppelachse, Laufachse), versteckte Zylinder und den offenen Führerstand. Eine weitere, bauartgleiche Stephenson-Lokomotive ist auch etwas später in den Berlin-Abenteuern der Digedags dabei. Diese bestreitet eine spannende Lokwettfahrt mit einer der ersten deutschen Dampfloks - einer umgebauten Norris-Lokomotive von August Borsig. Auch diese Lokomotive, deren Umbau die Digedags hautnah miterleben, stellt ein schönes Highlight der Serie dar. Die Unterschiede in der technischen Konstruktion werden sehr deutlich, vor allem durch die neue Achsanordnung 2-A-1 (zwei Laufachsen, eine Treibachse, eine Laufachse) und die nunmehr außen liegenden Zylinder.
Die erste rein deutsche Lokomotivkonstruktion, die Saxonia des deutschen Erfinders Johann Andreas Schubert, taucht im Mosaik leider nicht auf. Auch ihr Erfinder wird nur kurz erwähnt und ist hauptsächlich durch sein Dampfschiff Königin Maria vertreten.

[Bearbeiten] Amerika-Serie

Eine Dampflok landet im Alligatorensumpf

Die Amerika-Serie wartet mit einer großen Anzahl von Dampfloks auf, was nicht verwunderlich ist, da selbige für das typische Flair des "Wilden Westens" nicht fehlen durften. Dabei wurde allerdings sehr darauf geachtet, nicht nur "den" typischen Vertreter des amerikanischen Lokomotivbaus - die "American" 4-4-0 (amerikanische Achsbezeichnung, die der europäischen 2-B entsprechen würde; zwei Laufachsen, zwei Treibachsen) - bildlich darzustellen. Es finden sich vielmehr verschiedene Ausprägungen dieses Typs und auch andere Loktypen, so dass sich ein abwechslungsreiches Bild ergibt.

Die ersten größeren Abenteuer mit einer 4-4-0 erleben die Digedags an Bord des "Prärie-Expresses". Mitten im Llano Estacado treffen sie auf die Wüstenstation der Red River Railway Company. In der Bahnstation treffen sie eine Schar in der Einöde Gestrandeter, die auf einen Zug warten, der sie zurück zum Red River bringt. Just in diesem Moment trifft tatsächlich der Prärie-Express ein, und die Digedags steigen auf den Zug um. Allerdings ist nach ein paar Meilen Fahrt in die Wüste wieder Endstation - eine Bande von Eisenbahnräubern stoppt den Zug und raubt die Passagiere aus. Die Banditen koppeln die Lok ab, lassen den Waggon mit den Passagieren in der Wüste im Stich und fahren davon. Letztlich zerschellt allerdings die Maschine mit den Banditen an Bord bei der Endstation der Bahnlinie an einem Prellbock, wobei die Banditen entkommen.

Ein weiteres Bahnabenteuer ergibt sich zu Beginn des amerikanischen Sezessionskrieges. Die in Florida gestrandeten Digedags werden von Seminolen an einem Depot der Pensacola-Bahn abgesetzt. Bereits bei ihrer Ankunft erleben sie die Durchfahrt eines Truppentransports der Südstaaten-Armee, diesmal bestückt von einer kleineren, holzbefeuerten Dampflok. Später schließen sich die drei dem Kommandotrupp von Bob Morris an, welcher die strategisch wichtige Brücke der Pensacola-Bahn über den Muddy River zerstören soll. Die hölzerne Brücke wird mit Petroleum in Brand gesetzt. In diesem Moment nähert sich ein Transportzug der Südstaatler, gezogen von einer 4-4-0. Der Transportkommandant befiehlt Volldampf voraus, um noch hinüberzukommen, jedoch bricht die Brücke unter dem Zug zusammen und der ganze Transport stürzt in den Fluss.

Ein letztes großes Eisenbahnerlebnis haben die Digedags in Panama. Die Digedags, ihre Reisegefährten und ihre Konkurrenten benutzen von Panama City aus die Panamabahn für die Reise nach Aspinwall. Während Victoria Jefferson für Jenny Joker und ihren Vater Plätze im Salonwagen finanziert, müssen die Digedags mit einer Rummelplatzbelegschaft im Packwagen reisen. Während die Bahn ihre Fahrt nach Aspinwall antritt, machen sich die Schurken Doc und Jack daran, etwa auf halber Strecke die Gleise aufzureißen, um den Zug überfallen und das Gold der Digedags stehlen zu können. Der Zug fährt zwar daraufhin in einen Sumpf, aber nur die Lok und der Salonwagen sind verunglückt. Mit Hilfe von Pedro, dem stärksten Mann der Welt, gelingt es, die Gleise wieder zu reparieren, den Packwagen flottzumachen und mit diesem Richtung Endstation loszurollen.
Die verunglückte Lok der Panamabahn ist von ihrer Konstruktion her ebenfalls eine Maschine des Typs 4-4-0, jedoch deutlich als südamerikanische Ausprägung zu erkennen. Außer dieser Lok ist im Dienst der Panamabahn eine weitere interessante Dampflok zu sehen, nämlich eine kleine Plantagendampflok vom Typ 2-2-2 (bzw. 1-A-1), die ohne Tender auskommt. Neben allen sehr gekonnt umgesetzten Dampfloks der Amerika-Serie fallen dem aufmerksamen Beobachter auch sehr gut die korrekt und vollständig ausgearbeiteten Versorgungseinrichtungen für die Dampflokomotiven auf - vor allem Holzdepots und Wassertürme, aber auch andere wichtige Bahnanlagen.

Eine ausführliche Betrachtung der Darstellung von Eisenbahnen in der Amerika-Serie des Mosaik, ihrer Vorbildgerechtigkeit und der Umsetzung von Vorlagen für die Bilder und Handlungselemente enthält der Artikel "Mit dem Dampfross durch den Wilden Westen" im Mosa-icke 22 (S. 55−78).

[Bearbeiten] Dampflokomotiven bei den Abrafaxen

[Bearbeiten] Orient-Express-Serie

Die Zugmaschine des Orient-Expresses

Bei den Abrafaxen vergehen viele Jahre, bevor das erste Dampflokabenteuer ansteht - eine Folge der durchreisten Epochen. Dafür begleitet die erste Dampflok die Abrafaxe gleich eine halbe Serie hindurch, nämlich bei der Fahrt des Orientexpresses. Von London aus reisen die drei Protagonisten bis nach Konstantinopel. Der Zug erlebt dabei viele gefährliche Momente, nicht zuletzt einige Anschläge. Bei einem davon rast die Lokomotive sogar über den Prellbock hinaus in die Halle des Stuttgarter Bahnhofs, ohne dabei wesentlich beschädigt zu werden.
Die Dampflok des Orientexpresses ist in England die gleiche wie von Frankreich bis Konstantinopel. Das ist historisch nicht korrekt – die englischen Lokomotiven wiesen deutliche Unterschiede zu den kontinentalen Modellen auf (der Zugwechsel nach der Überfahrt wird sogar erwähnt). Die in den Heften verwendete Lok ist den französischen Modellen der Zeit nachempfunden; es handelt sich um eine 2-B Schnellzug-Lok. In der Realität gab es die meiste Zeit über weitere Lokwechsel in den unterschiedlichen Staaten, z.B. in Bukarest.
Die Lok der Bagdad-Bahn (Heft 299) ist ein Phantasiemodell mit orientalisch anmutendem Zierrat.

[Bearbeiten] Abrafaxe-Amerika-Serie

Während ihres Aufenthalts in den USA reisen die Abrafaxe des öfteren mit dem Zug, wobei eine Reihe von Dampfloks zu sehen ist. Diese Loks sind allerdings viel weniger detailliert als in der alten Amerika-Serie. Insbesondere die Schnellzug-Loks wie für den Express New York - Miami (Heft 306) sind realen Vorbildern nachgestaltet. Allerdings erinnern sie weniger an die Lokomotiven der 20er Jahre, sondern etwas stark an diejenigen der 40er Jahre. Insbesondere die erwähnte Express-Lokomotive ist am ähnlichsten der J-Reihe der Norfolk&Western (2-D-2), gebaut zwischen 1941 und 1950. Die bei einer späteren Lok (Heft 308) sichtbare Achsanordnung 2-DD-2 stammt von den großen Güterzugloks ab 1941, nicht von Schnellzugloks jedweder Art.

[Bearbeiten] Weltreise-Serie

Ein größeres Abenteuer mit einer Dampflok erleben die Abrafaxe schließlich in Indien. Angesichts einer eingestürzten Brücke müssen sie nicht nur die Brücke reparieren, sondern auch den Zug inklusive Lok einzeln über die Brücke schieben. Die dabei gezeigte Lok weist erhebliche zeichnerische Inkonsistenzen auf: Manchmal handelt es sich um eine 1-B-1, dann wieder um eine 1-A-1, schließlich um eine B-B Lok (obwohl es sich die ganze Zeit um ein- und dasselbe Gefährt handeln soll). An sich ist sie optisch in Indien eingesetzten Loks nachempfunden (z.B. der charakteristische Kuhfänger, der von den amerikanischen abweicht; der kurzgekuppelte Tender; das langgezogene Führerhaus). Original wären aber wohl C-Kuppler verwendet worden (wie auf der halbredaktionellen Seite 2 in Heft 348 vorgestellt) oder, aus leicht späterer Zeit (seit 1907 gebaut) stammende 2-B-1 Maschinen der Great Indian Peninsular Railway.
Im späteren Verlauf der Weltreise-Serie taucht in den USA noch einmal eine, allerdings undefinierbare Lok auf, welche wohl einer alten 2-B nachempfunden sein soll.

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