Mosaik von Hannes Hegen 75 - Der Aufstand in den Anden

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Stammdaten
Titelbild Erschienen Februar 1963
Nachdruck in Die verschwundene Dampfmaschine
Reprintmappe VII
Umfang 24 Seiten
Panel 84 + Titelbild + Rückseitenvignette
Katalog 1.01.075
Serie Liste aller Digedags-Hefte
Hauptserie: Erfinder-Serie
Kapitel: Peru-Serie
Heft davor Jeder einmal Vizekönig von Peru
Heft danach Pepperkorns Pagodenfest

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Comic

[Bearbeiten] Inhalt

Erzähler: Digedags in der dritten Person
Richard Trevithick hat sich auf Weg von England nach Peru gemacht, um die von den aufständischen Indios beschädigte Hochdruckdampfmaschine wieder in Gang zu setzten. Dabei war ihm nicht entgangen, dass er in ein von Unruhen geplagtes Land fahren würde. Als er nach wochenlanger beschwerlicher Reise in Lima eintrifft, stellt er fest, dass es in der Stadt von Soldaten nur so wimmelt.
Zwei dienstbeflissene Soldaten kontrollieren Trevithick, als er in die Stadt einreisen möchte und verlangen, dass er seine Reisetasche öffnet. Trevithick protestiert und zeigt seinen Pass vor. Don Juan Alcali Pomados di Elegantos Frazzelinieros – einer der Soldaten – macht sich jedoch nicht einmal die Mühe, den Pass zu lesen, sondern zerreißt ihn mittig und erklärt unbeeindruckt, dass alle Pässe gefälscht und alle Fremdlinge Schmuggler seien. Das bringt Trevithicks cornisches Blut mächtig in Wallung. Er drischt dem respektlosen Soldaten auf den Chaco und bewirkt, dass dieser im Dunkeln steht. Der altkastilische Hidalgo Don Juan zückt seinen Degen und will sich an dem Fremden rächen. Da er nichts sieht und sich Trevithick duckt, erwischt er nur den Chaco seines Kollegen Emilio de los Catapultos. Emilios Chaco ist nun um die Hälfte kürzer und gibt all die schönen Sachen - Ketten, Ringe, Münzen - frei, die bei den vielen Taschenkontrollen „eingesammelt“ wurden. Und während Don Juan und Emilio in Streit geraten, will Trevithick verschwinden.
Der Vizekönig, Marchese Alonso Gomez y Saladas Mayonese di Caputo Lamentos, erscheint zufällig und tadelt lautstark die sich streitenden Soldaten. Trevithick zeigt ihm in Ermangelung seines Passes sein Ingenieursdiplom. Der Marchese ist hocherfreut über die Ankunft Trevithicks und verpflichtet die beiden Streithähne Don Juan Alcali Pomados di Elegantos Frazzelinieros und Emilio de los Catapultos, Trevithick nach Cerro de Pasco zu geleiten. Während Trevithick auf einem Lama reitet, dürfen die beiden Soldaten unberitten dessen Gepäck in die Berge hinauf tragen. Als das Lama vor einer wackeligen Brücke streikt, piekst Don Juan es mit seinem Degen ins Hinterteil, damit es weiterläuft. Dies tut es dann auch, wirft Trevithick aber vorher ab. Die Soldaten wollen es wie das Lama machen und nehmen ihre Beine in die Hand. Trevithick ist jedoch schneller und bekommt beide wieder zu fassen. Nun müssen sie doch den langen Weg nach Cerro de Pasco hinaufkraxeln.
In der Bergstadt angekommen, treffen sie auf die Digedags und Señor d'Urville. Dieser bringt Trevithick zu der arg beschädigten Dampfmaschine, während die Digedags nachdenklich durch Cerro de Pasco schlendern. Auch in dieser Stadt sind die Zeiten unruhig, da die Minenarbeiter den Abzug der spanischen Truppen, die der Marchese als Vizekönig entsandt hat, bewirken wollen. So bietet sich in der Stadt ein eigenartiger Anblick: Vor jedem Haus hat ein spanischer Soldat des in der Nähe stationierten III. Regiments Wache bezogen. Die Digedags bemerken, wie zwei Minenarbeiter von einem Soldaten verfolgt werden. Daraufhin beschließen sie, dem Stabskorporal Don Ascobar de Rabaucos, welcher sich gerade bei einem Barbier auf der Straße rasieren lässt, den Spiegel zu halten. Selbstverständlich wollten sie nicht das „schöne Gesicht“ des Stabskorporals abbilden, sondern den die Minenarbeiter verfolgenden Soldaten blenden. Es klappt ausgezeichnet und Unterstabssoldat Ignazio di Porte Manejos rennt ungebremst vor einen Pfahl. Als er sich beschweren will, wird er durch den Stabskorporal Don Ascobar zum Spiegelhaltedienst verdonnert.
Die Digedags wollen den Minenarbeitern sagen, vor welcher Gefahr sie sie bewahrt haben, doch diese zeigen sich unzugänglich und verjagen die beiden, da sie sie für spanische Spione halten. Dig und Dag wollen beweisen, dass sie auf der Seite der Minenarbeiter stehen, und nehmen das Pulvermagazin V der Kompanie Gonzales ins Visier. Um die beiden Wachen fortzulocken, basteln sie zunächst aus einem Flaschenkürbis und ein paar trocknen Zweigen ein Hirschgeweih. Während Dig hinter einem Felsen den Flaschenkürbis über dem Kopf hält, ein bisschen bewegt und so die Soldaten von dem Eingang weglockt, rollt Dag ein Pulverfass aus dem Magazin. Doch Dag ist etwas zu hastig, das Fass gleitet ihm aus den Fingern und rollt hinunter in das Feldlager, in dem sich die Soldaten des III. Regiments versammelt haben. Und dann passiert es: Das Fass entzündet sich am Lagerfeuer und eineinhalb Zentner Schwarzpulver explodieren mit einem ungeheuren Knall. Die Soldaten flüchten in alle Himmelsrichtungen und die Indios ergreifen die Chance, die zurückgelassenen Gewehre einzusammeln.
Nun sind die Digedags in die Reihen der Rebellen aufgenommen und werden auch gleich über die nächsten beabsichtigten Schritte informiert. Die Minenarbeiter wollen die Dampfmaschine zerstören. Vergebens versuchen die Digedags die Anführer der Rebellen aufzuhalten, um sie von ihrem Vorhaben abzubringen. Es nützt nichts, die Maschine wird kurz und klein geschlagen. D'Urville und Trevithick verlassen daraufhin frustriert das Bergstädtchen Cerro de Pasco.
Da nun ein starkes Truppenaufgebot der Spanier zu erwarten ist, beratschlagen die Rebellen und die Digedags die weitere Vorgehensweise. Um eine größere Stärke vorzutäuschen, werden Flaschenkürbisse mit Hüten ausstaffiert und hinter Steinwällen aufgestellt, an strategisch wichtigen Punkten Sprengladungen angebracht, Steinwurfmaschinen aufgestellt und Schlingensysteme entwickelt. Nachdem alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, rückt das Truppenaufgebot der Spanier näher. Über einer engen Stelle einer Schlucht werden ihnen mit dem von den Digedags entworfenen Schlingensystem alle Gewehre abgenommen und anschließend mit aufgestautem Wasser und Felsbrocken in die Flucht geschlagen.
Die Rebellen danken den Digedags und wollen den Revolutionsführer Simon Bolivar, mit dem sie sympathisieren, benachrichtigen. Dig und Dag erklären sich dazu bereit und treffen nach wochenlangem Ritt auf die Gefolgsleute von Simon Bolivar. Nachdem sie diesen die Mitteilung überbracht haben, dass in Cerro de Pasco ein erfolgreicher Aufstand stattgefunden hat, werden sie direkt zu Bolivar nach Cartagena gebracht.
Auch dieser zeigt sich erfreut über die Nachricht und teilt den Digedags mit, dass er seinen General Sucre schon beauftragt habe, sofort nach der Befreiung Ecuadors in Peru einzumarschieren, damit sich die Spanier von ihrer Niederlage nicht erholen könnten. Bolivar selbst ist zum Präsidenten des neuen Staates Kolumbien gewählt worden und bietet den Digedags an, das sich im Hafen von Cartagena befindliche, von dem Amerikaner Robert Fulton entwickelte Übersee-Dampfschiff Savannah anzusehen. Dieses Angebot nehmen die Digedags dankend an. Von der Savannah werden nagelneue Gewehre und Munition entladen, mit denen u.a. die Amigos in Cerro de Pasco versorgt werden sollen. Bolivar hofft, das spanische Heer in Ecuador am Pichincha vernichtend zu schlagen, um den Weg für General Sucre nach Peru frei zu machen.
Die Digedags glauben, dass die Tage der spanischen Herrschaft gezählt sind, und fahren mit der Savannah zurück nach Europa ins gemütliche Holland.

[Bearbeiten] Figuren

[Bearbeiten] Bemerkungen

  • Die spanischen Namen und Flüche sind köstlich, es scheint, dass Lothar Dräger bei solchen immer zur Höchstform auflief (vgl. Marchese Ferrando Esteban Carotto Ruinez Totales en des Tillas Randales Festos).
  • Dag hat seinen von einem Lama angefressenene Sombrero (Heft 74) entweder repariert oder durch einen neuen ersetzt.
  • Auf Seite 22 wird erklärt, dass die Waffenlieferung von fortschrittlichen US-Amerikanern für Bolivar, die gerade mit der Savannah in Cartagena eingetroffen ist, so geheim sei, dass sie später wohl nicht in den Geschichtsbüchern auftauchen werde. In der Tat. Die historische Savannah verließ den gleichnamigen Hafen in Georgia am 22. Mai 1819, erreichte Liverpool am 20. Juni, lief ein paar weitere Häfen in Europa an und kehrte am 30. November nach Savannah, Georgia, zurück. Wann genau die Digedags zugestiegen sein sollen, die Südamerika im Sommer 1819 erreicht hatten und hier ein mehrwöchiges Abenteuer erlebten, ist nicht zu errechnen.
  • Ebenfalls rätselhaft ist die Erwähnung von Robert Fulton auf derselben Heftseite. Dieser hatte nämlich in Wirklichkeit nichts mit der Konstruktion der Savannah zu tun.
  • Mehrfach wird in diesem Heft mit wohligem Grausen die berüchtigte Salpeterwüste von Chile erwähnt.

[Bearbeiten] Redaktioneller Teil

  • Die Rückseite berichtet von der Fahrt der Savannah über den Atlantik, der ersten Ozeanüberquerung eines Dampfschiffes.

[Bearbeiten] Mitarbeiter

[Bearbeiten] Weitere Besonderheiten

  • Eine kleine Auflage des Heftes wurde textlich und bildlich unverändert auf holzfreiem Papier gedruckt. Diese Hefte wurden an Redaktions- und Druckereimitarbeiter abgegeben.
  • Für den Sammelband Die verschwundene Dampfmaschine wurde das Titelbild von Hannes Hegen ergänzt und die Kartusche auf Seite 2 neu gezeichnet.
  • Von diesem Heft erschien im Februar 1963 eine finnische Export-Ausgabe auf weißem, holzfreiem Exportpapier.

[Bearbeiten] Externe Links

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