Mosaik von Hannes Hegen 79 - Krach im Hoftheater

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Stammdaten
Titelbild Erschienen Juni 1963
Nachdruck in Die Pickelhaube
Reprintmappe VII
Umfang 24 Seiten
Panel 96 + Titelbild
Katalog 1.01.079
Serie Liste aller Digedags-Hefte
Hauptserie: Erfinder-Serie
Kapitel: Sachsen-Episode
Heft davor Der Golem ist wieder los
Heft danach Berliner Geschichten

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Comic

[Bearbeiten] Inhalt

Erzähler: Digedags in der dritten Person
Der sächsische König Friedrich August II. vergnügt sich mit seiner Gemahlin und seinem Hofstaat im Juli des Jahres 1837 bei einem Bunten Programm mit vielen Überraschungen im Sächsischen Hoftheater zu Dresden. Nach der Aufführung des Balletts soll Schauspieler Mimerich ein Lobgedicht auf Friedrich August vortragen, die ihm der königliche Lobdichter kurz vor seinen Auftritt präsentiert. Mimerich ist über das Lobgedicht so empört, dass er sich aufzutreten weigert und den Hofdichter aus der Garderobe wirft.
Als der Regisseur des Hoftheaters, der die Situation retten will, entnervt aufgibt, kommen Dig und Dag dazu, die ebenfalls für einen späteren Auftritt vorgesehen sind. Sie versuchen, den Schauspieler zu überreden, doch noch aufzutreten, und ermahnen ihn, dass bei einer Verweigerung seines Auftritts die fristlose Entlassung droht. Dig schlägt ihm vor, statt dessen ein anderes Gedicht vorzutragen. Noch bevor er es Mimerich vorstellen kann, wird dieser vom Generalintendanten mit Gewalt auf die Bühne gezerrt. Dig verspricht, ihm den Text zu soufflieren. Dag raunt noch schnell dem Generalmusikdirektor des Hoforchesters zu, er solle als Begleitmusik zum Vortrag des Herrn Mimerich die Melodie von Auf der Festung Königstein spielen.
Als Mimerich auf der Bühne ist, hat Dig schon im Souffleurkasten neben Herrn Brummelmeier Platz genommen, dessen eigentliche Tätigkeit im Hoftheater das Soufflieren ist. Herr Mimerich versteht Dig nur halb und beleidigt damit den König, indem er statt "Friedlich hängt am Pflaumenbaume im August die Eierpflaume..." fälschlicherweise "Friedrich August hängt als Eierpflaume..." wiederholt. Dig versucht im zweiten Anlauf, noch einmal zu helfen, doch als Mimerich vorträgt: "Als Pflaume baumelt August wie ein Ei am Baume...", bekommt König Friedrich August einen Wutanfall und springt mit einen Satz auf die Bühne. Mimerich verschwindet sofort in der Bühnenversenkung und die Vorstellung wird abgebrochen.
Seine Verlobte Fräulein Hupfer, eine Tänzerin des Balletts, sowie Dig und Dag versuchen seine Majestät von der Unschuld des Schauspielers zu überzeugen. In dem Moment, wo er auch sie verhaften lassen will, zieht der Inspizient den falschen Hebel. Statt dass sich der Vorhang schließt, wird der König nun ebenfalls durch die Versenkung in der Bühne abwärts befördert. Unten im Orchestergraben eilen Dig und Dag ihm sofort nach. Auch der Hofmarschall und der Kommandant von Königstein versuchen schnellstens, ihrer Majestät zu helfen. Dig und Dag zeigen dem König das Originalmanuskript und können somit Fräulein Hupfers sowie ihre Unschuld nachweisen. In Fall von Herrn Mimerich steht es aber anders; er soll auf der Festung Königstein brummen.
Der Kommandant der Festung macht sich schon über seinen zukünftigen Insassen lustig, so dass Dig und Dag äußern, dass es für sie kein Problem sei, Mimerich zu befreien. Da aus dem Königstein bisher noch niemand entflohen ist, nimmt der Kommandant lachend die Herausforderung an und der König wird Wettpate. Wenn es ihnen gelingt, soll Mimerich wieder frei sein. Im Falle des Scheiterns der Befreiung sollen sie selbst in der Festung inhaftiert werden.
Am nächsten Tag beraten Dig und Dag bei einem Spaziergang auf der Augustusbrücke in Dresden, wie sie die Befreiung umsetzen können. Als das Dampfschiff Königin Maria die Elbüberquerung durchfährt, werden sie in eine dicke Qualmwolke eingehüllt. Sie sehen dadurch nicht, dass ein Stück Brüstung fehlt, und fallen direkt auf die Markise des Schiffes.
Als Dig und Dag bemerken, dass sie von Major von Pleißenwasser, dem Adjutanten des Festungskommandanten beobachtet werden, prahlen sie lautstark auf dem Dach der Schiffsmarkise, wie sie die Festung im Handstreich bezwingen wollen: "Wir werden mit den Schiff an den Königstein heranfahren,... und dann lassen wir uns von Mörsern in die Festung schießen...". Der Major verlässt bei der nächsten Anlegestelle noch unterhalb der Festung das Schiff, um seinem Vorgesetzten, dem Kommmandanten der Festung Königstein, Meldung zu erstatten. Auf Grund der Wette sind neueste Sicherheitsmaßnahmen zum Zugang der Festung in Kraft getreten. Von Pleißenwasser muss mehrere Hürden überwinden, so z.B. durch ein Röhre kriechen und dann mit einer Blutwurst einen Graben mit Hunden überwinden.
Beim Festungskommandanten angekommen, erzählt er ihm von den vermeintlichen Plänen der Digedags. Dieser befördert Major von Pleißenwasser zum Generaladjutanten und zum Ritter vom Weißen Hirsch. Die Elbe wird daraufhin in Sperrkreise eingeteilt, die kein Schiff unkontrolliert durchfahren darf. Als der Schütze Blihmchen das Eintreffen des Dampfers vor der Festung Königstein meldet, schlägt der Kommandant sofort Alarm. Mit einer Eskorte Soldaten zwingt er das Schiff zum Anlegen. Dieses ist gerade von Dresden in Richtung Sächsische Schweiz auf einer Vergnügungsfahrt des sächsischen Königs und seines Hofstaats unterwegs - die Reise hatten die Digedags dem König vorgeschlagen. Der sächsische König ist über die Unterbrechung seiner Vergnügungsreise und die Anmaßungen seines Generals entsetzt. Nachdem der Festungskommandant in ihm nicht seinen rechtmäßigen Monarchen erkennt und ihn nur für einen Schmierenkomödianten hält, ist das dem König zu viel. Er lässt den Kommandanten durch seine Leibwache verhaften und degradiert ihn durch das Entfernen aller Orden, Epauletten und Rangabzeichen. Desweiteren soll der General nun selber in der Festung brummen. Zu spät begreift der Festungskommandant seinen Irrtum. Er fügt sich in sein Schicksal und übergibt dem König seinen Schlüssel für die Festung.
Auf diese Gelegenheit haben Dig, Dag und Fräulein Hupfer nur gewartet. Sie versuchen nun von Deck aus, den Festungsschlüssel mit Hilfe einer Angel zu ergattern. Leider misslingt ihnen dieser Plan; sie können lediglich in der Kürze der Zeit eine Epaulette und das Große Erinnerungskreuz von Kötzschenbroda angeln, bevor der König sich den Schlüssel selber einsteckt.
Das Pfeifen der Dampftute bringt sie aber auf eine neue Idee. Mit Hilfe des Maschinisten der Königin Maria lassen sie sich nun Friedrich Augusts Baldachin mit heißem Dampf füllen. Sie setzten sich auf die an dem Thronhimmel befestigte Bank des Königs und steigen auf in den "blauen Sonnenhimmel" in Richtung Festung. Kurz vor dem Ziel treibt der Wind den behelfsmäßigen Ballon der Digedags in eine andere Richtung. Kurzerhand greifen sie sich ein paar vorbeifliegend Raben und lassen sich von ihnen zur Festung ziehen. Mimerich, der sich gerade auf einen Freigang auf dem Königstein befindet, nutzt die Gunst der Stunde und springt auf, während sich die Digedags auf das Wachpersonal stürzen.
Dig und Dag kommen dafür in den Festungskerker. Herr Mimerich treibt mit den Thronhimmel in Richtung des königlichen Dampfers auf der Elbe und wird nach der nassen Landung wider Willen an Bord gezogen. Die Wette wurde somit gewonnen und der König hält Wort: Mimerich und natürlich auch die Digedags bekommen ihre Freiheit. Auch der General erhält seinen Posten als Kommandant auf dem Königstein zurück. Bei der feierlichen Rückübergabe der Epauletten und des Festungsschlüssels durch den König an seinen Kommandanten greift sich ein frecher Rabe den Schlüssel der Festung. Der Kommandant will nun hart durchgreifen und die Vögel mit Klappern vertreiben, was aber offenbar nur noch mehr Raben anlockt.

[Bearbeiten] Figuren

[Bearbeiten] Bemerkungen

  • Die Musiker des Hoforchesters sind eine Remineszenz Hannes Hegen an den von ihm bewunderten Karikaturisten Gerard Hoffnung (1925-59). Einige der Musikercartoons aus dessen Buch Das Symphonieorchester wurden fast eins zu eins ins MOSAIK übernommen.
  • Bei der Entscheidung für das Heft mag auch eine Rolle gespielt haben, dass die Druckerei des MOSAIK ein betriebseigenes Ferienobjekt in Königstein gehabt hat, in dem das Mosaik-Kollektiv gelegentlich zu Gast war.
  • Thomas Kramers Mosaik Fan-Buch zufolge, wurde auf Seite 4 im Generalintendant Wolf August von Lüttichau verewigt.
  • Die Bezeichnung Baukastenfestung für die Festung Königstein, verweist auf das Heft 83, in dem die Digedags als Angestellte eines Baukastenfabrikanten arbeiten.
  • Die ansonsten außerordentlich gelungene Ansicht des Dresdener Zentrums ist nicht ganz korrekt. Der elbseitige Flügel des Zwingers entstand erst gut zehn Jahre nach diesem Abenteuer nach Plänen von Gottfried Semper.
  • Dieses Heft muss im Juni/Juli 1837 spielen, da die Königin Maria am 6.Juni ihre Jungfernfahrt hatte, die Digedags den restlichen Sommer 1837 jedoch schon in Berlin weilen.
  • Lieblingssprüche des "Geenichs": "Nu haut's inne Äppel.", ""Weeß Kneppchen!".
  • Die Doppelseite zeigt ein tolles Elbsandsteinpanorama.
  • Ein Epilog zum Heft erschien 2006 im Fanzine Mosa.X 2.
  • Die Rückseite leitet schon zur Berlin-Serie über.

[Bearbeiten] Mitarbeiter

[Bearbeiten] Weitere Besonderheiten

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