Mosaik von Hannes Hegen 72 - Die verschlüsselte Botschaft

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Stammdaten
Titelbild Erschienen November 1962
Nachdruck in
Umfang 24 Seiten
Panel 92 + Titelbild
Katalog 1.01.072
Serie Liste aller Digedags-Hefte
Hauptserie: Weltraum-Serie
Kapitel: Evolutions-Kapitel
Heft davor Lord Groggy ist dagegen
Heft danach In grauer Vorzeit

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Comic

[Bearbeiten] Inhalt

Erzähler: anonymer Erzähler
Das Raumschiff XR 8 hat die letzte Station seiner Reise erreicht. Die Digedags sind seit der Sache mit der Affenplastik wieder in Bhur Yhams Gunst und dürfen den Planeten auf eigene Faust erkunden. Um mit dem Raumschiff in Verbindung zu bleiben, hat man ihnen einen transportablen Fernschreiber mitgegeben. Dag trägt ihn auf dem Rücken, während Dig hinter ihm herläuft und simultan alle aktuellen Ereignisse an die Zentrale durchgibt.
Das macht ihm eine solche Freude, dass er seine atemberaubenden Reportage nicht einmal abbricht, während sie von einem wilden Büffel verfolgt werden. Gerade noch können sie dem Vieh aus dem Weg gehen, was von Dag deutlich freudiger begrüßt wird als von Dig, der den Verlust des spannenden Stoffes bedauert. Um seine Zuhörer in der Rakete aber nicht zu enttäuschen, erfindet er auf dem weiteren Weg einfach ein Abenteuer. Es dreht sich um "verstummende Zikaden", "zum Zerreißen angespannte Nerven", "schauerliche Urlaute", ein "totenstilles Tal" und den "heißen Atem eines Tigers". So vertieft in seine Geschichte ist er, dass er die anschleichenden Affenmenschen nicht bemerkt. Sie entführen ihn lautlos, und während ihn zwei der Unholde fortbringen, folgen die anderen Dag und spielen auf dem Fernschreiber herum. Dag hat das Verschwinden seines Gefährten nicht bemerkt und diktiert nun selbst die Fortsetzung des Abenteuers mit dem Tiger, worin er persönlich eine hervorragende Figur macht.
Das kryptische Affenmenschen-Geschreibsel, das der Fernschreiber in die XR 8 überträgt, sorgt dort für großes Rätselraten. Bhur Yham vermutet einen Geheimcode und lässt den Dechiffrierer rufen. Der wird aus "Msagtra imen rtzr + wremastras + ßopftft" auch nicht schlau und jagt den Text durchs Elektronenhirn. Das Ergebnis ist freilich auch nicht befriedigender, so dass man versucht, die Digedags über die Fernsehaugen wenigestens optisch zu orten. Statt ihrer findet man aber nur einige andere Expeditionsteilnehmer bei höchst unwissenschaftlichen Betätigungen wie Wändebeschmieren und Skatspielen. Der Bordpsychiater Doktor Meise, der offenbar von den seltsamen Texten gehört hat, die man den Digedags zuschreibt, glaubt an ihnen eine "interessante Bewusstseinsstörung" diagnostizieren zu können und erbietet sich, nach ihnen zu suchen.
Die Digedags befinden sich mittlerweile beide in den Händen der Affenmenschen; ihre Entführer - die übrigens nicht sonderlich aggressiv, sondern eher neugierig wirken - haben sie ins Lager der Horde gebracht. Dort wird gerade ein erlegter wilder Stier zerteilt, und auch die beiden Gäste bekommen einen Fleischbrocken ab. Als sie sich diesen jedoch braten wollen und Dig ein glücklicherweise mitgeführtes Feuerzeug entzündet, kreischen die Affenmenschen ängstlich auf, schlagen Dig das Teufelszeug aus der Hand und nehmen eine bedrohliche Haltung ein. Dag kann ihre Gastgeber gerade noch so beruhigen, aber mit dem Braten wird es nichts. Zum Vertilgen des rohen Fleisches sind ihre Zähne nicht kräftig genug, und zum Hackepetermachen die Feuersteinmesser zu stumpf. So bleibt ihnen nichts übrig, als ihre Fleischration bei einer Affenmenschenmutter gegen Meerrettichwurzeln und Sauerampfer einzutauschen.
Danach setzen sie ihre unterbrochene Reportage am Fernschreiber fort. Im Raumschiff wird dieser ehrliche Bericht aber nicht geglaubt. Doktor Meise glaubt gar "somnambule Halluzinationen" zu erkennen. Sobald man den Standort der Digedags mit dem Funkpeilgerät lokalisiert hat, macht er sich auf den Weg, sie zu retten. Bewaffnet mit Beppos Faschingsausrüstung, die er für seine psychiatrischen Experimente einsetzen will, erreicht er bald das Lager der Affenmenschen. Er erkennt nunmehr, dass die Digedags doch nicht gesponnen haben, und erkürt sich die Affenmenschen als neue Versuchskaninchen. Mit einer falschen Nase und einem ulkigen Papphut jagt er den Wächtern einen fürchterlichen Schrecken ein; als diese aufgeregt ins Lager zurückkehren, greift die Unruhe in der Horde um sich.
Die Digedags wissen natürlich nicht, dass die Ursache hierfür ihr selbsternannter Retter ist, und vermuten ein wildes Tier als Hintergrund. Sie bauen ihren Gastgebern daher eine sinnreiche Lianenfalle, worauf man sich einigermaßen beruhigt in die Höhle zur Bettruhe zurückzieht. In der Nacht dringt Meise ins Affenmenschenlager ein und verfängt sich prompt in der Falle; dank seines Taschenmessers kann er sich allerdings schnell wieder befreien. In der dunklen Höhle glaubt er die Digedags zu erkennen, rüttelt sie wach und hebt sie hoch. Dummerweise handelt es sich jedoch um zwei Affenmenschenjunge, die natürlich laut zu kreischen beginnen. Sofort stürzen sich die Erwachsenen auf den Eindringling und vermöbeln ihn kräftig. Die Digedags erlösen ihn von der Qual und machen ihm klar, dass sie von den Affenmenschen sehr freundlich behandelt worden sind. Meise will daher auch dableiben und die Horde wissenschaftlich untersuchen.
Dazu präsentiert er den Affenmenschen am nächsten Tag Beppos Karnevalskram. Die bunten Hütchen und Pappnasen erregen das Interesse der Horde, und bald ist ein fröhliches Volksfest zugange. Dig und Dag basteln zudem ein paar Instrumente und gründen die Original-Höhlenschläfer-Skiffle-Band. Während die Party nun ihrem Höhepunkt zustrebt und Doktor Meise sich darüber freut, dass er offenbar einen "tiefenpsychologischen Urreflex" zur Heiterkeit ausgelöst hat, funkt Dig die neuen Ereignisse wahrheitsgemäß an die Rakete.
Dort ist man entsetzt. Beppo beklagt den Missbrauch seiner kostbaren Scherzartikel, und die anderen sind einhellig der Meinung, dass nun auch Dr. Meise den Verstand verloren habe. Bhur Yham schickt sofort den Staustrahlsteilstarterpiloten mit dem Staustrahlsteilstarter los, um die drei "Übergeschnappten" zurückzuholen. Der Pilot, der mitten aus seiner Skatrunde gerissen wird, hat wenig Geduld mit dem Psychiater, der gar nicht daran denkt, freiwillig die Objekte seiner Studien zu verlassen. Während die Digedags bereitsam den Staustrahlsteilstarter besteigen, muss Meise, der sich zu den Affenmenschen auf einen Baum geflüchtet hat, mit dem Ankerhaken eingefangen und durch die Luft getragen werden. Bei der XR 8 angelangt, kann der Pilot endlich sein Grand Hand zu Ende spielen; Meise hingegen fängt sich einen Rüffel des Kommandanten ein. Nun müsse man erst warten, bis die Affenmenschen sich beruhigt hätten, damit man sie sorgfältig untersuchen könne.

[Bearbeiten] Figuren

[Bearbeiten] Bemerkungen

  • Die Wortschöpfung Staustrahlsteilstarter und die dadurch ausgelösten Sprachverwirrungen gehört zweifellos zu den gelungensten Sprachspielen im Mosaik.
  • Das Elektronenhirn übersetzt das Affenmenschengeschreibsel "Msagtra imen rtzr + wremastras + ßopftft" mit folgenden Worten: "Heute vollkarätiges Doppelbier mit Schrot - Windstärke hastdunichtgesehn bei 3 Grad Schwarzbrot im Frosch. Werfen Anker beiderseits Allotria für knapp ein Drittel Hanswurst. Überschalldichte normal, Dampf in allen Gassen, fertig machen zur Testamentseröffnung". Der Dechiffrierer vermutet, dass die Nachricht doppelt verschlüsselt worden sei, und will sie noch einmal durchs Elektronenhirn jagen.
  • Statt Rumpsteak zu essen, bleibt Dag nichts weiter, als Friedrich Schiller zu zitieren.

[Bearbeiten] Redaktioneller Teil

  • Auf der Rückseite wird auf die Suche nach dem Pithecanthropus erectus im 19. Jhd. eingegangen. Dabei werden Charles Darwin, Ernst Haeckel, Friedrich Engels und der niederländische Forscher Dubois erwähnt. Letzterer hatte 1891 bei Trinil auf Java Überreste dieser Affenmenschenart gefunden.

[Bearbeiten] Mitarbeiter

[Bearbeiten] Weitere Besonderheiten

  • Eine kleine Auflage des Heftes wurde textlich und bildlich unverändert auf holzfreiem Papier gedruckt. Diese Hefte wurden an Redaktions- und Druckereimitarbeiter abgegeben.
  • Dieses Heft wurde 1996 in größerem Format und mit neuer Titelseite als Klassikausgabe veröffentlicht (Bild 1).
  • Motive aus der Handlung sind im Trickfilm Die Digedags in grauer Vorzeit von 1999 zu sehen.
  • Von diesem Heft erschien 1962 eine finnische Export-Ausgabe auf holzhaltigem Papier, die noch als "Probenummer" gekennzeichnet war.

[Bearbeiten] Externe Links

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