In vitro veritas

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Stammdaten
Erschienen Wo: MOSAIK 300
Wann: Dezember 2000
Nachdruck in
Seiten 32
Panel 181
Abrafaxe-Katalog 1.01.300
Serie Die Abrafaxe
Folge davor keine
Folge danach keine

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Comic

[Bearbeiten] Inhalt

Im Jahre 1975 arbeitet Brabax im Biotech Institute of Pasadena als Forscher an einem Präparat zur Wachstumsbeschleunigung. Er verzeichnet enorme Erfolge. So ist es ihm gelungen, Mais innerhalb 24 Stunden reifen zu lassen. Sein Kollege Willie Wexler ist beeindruckt und wittert das große Geschäft. Zum wiederholten Male bietet er Brabax an, die errungenen Forschungsergebnisse auf eigene Faust zu vermarkten. Brabax lehnt – ebenfalls zum wiederholten Male – empört ab. Dies würde gegen die Richtlinien der Nationalen Gesundheitsbehörde verstoßen und sei zudem viel zu gefährlich, da man noch nichts über eventuelle Nebenwirkungen wisse. Brabax will Feierabend machen. Er hat sich mit seinen Freunden Abrax und Califax fürs Kino verabredet. Er packt die Plasmidproben in seinen Rucksack, da er dem Assistenten Fernandez misstraue, wie er Wexler auf dessen diesbezügliche Frage mitteilt. Prompt kommt ebenjener Fernandez ins Labor, während draußen die anderen beiden Abrafaxe klingeln. Als Brabax mit den Proben fort will, zieht Fernandez eine Waffe und fordert Brabax auf, ihm die Plasmide zu übergeben. Brabax hat von Wexler keine Hilfe zu erwarten, denn dieser steckt mit dem Schuft Fernandez unter einer Decke. Um Brabax' Freunde abzulenken, begibt sich Wexler zu Abrax und Califax, um ihnen vorzuschwindeln, Brabax habe plötzlich auf Dienstreise gemusst. Derweil ertönt im Labor ein Schuss. Abrax und Califax stürmen sofort los und finden Brabax im Handgemenge mit Fernandez. Dieser greift zu unfairen Mitteln und verabreicht Brabax eine Injektion mit der Plasmidprobe, die ihn auf der Stelle außer Gefecht setzt. Eine zweite Plasmidprobe wirft er nach Abrax und trifft ihn in die Schulter, die dritte und letzte Spritze mit Plasmid landet nach einem kurzen Handgemenge in Califax' Pops. Während des Tumults hat eine Zigarettenkippe gefährliche Reagenzien entflammt, und Wexler und Fernandez ergreifen die Flucht. Auch den Abrafaxen bleibt keine Wahl. Sie müssen das brennende Labor schleunigst verlassen.
Am nächsten Morgen erwacht Abrax mit stark wuchernder Gesichtsbehaarung, sehr zu seiner Freude, kann er sich doch nun einen Frank-Zappa-Bart stehen lassen. Brabax Augen sind über Nacht schlechter geworden, sodass er eine Brille benötigt, während Califax' Gehör nicht mehr so wie früher zu funktionieren scheint. Zwar ist er, wie auch Abrax, zunächst durchaus froh über seine Körperbehaarung, doch holt Brabax die beiden schnell auf den Boden der Tatsachen zurück: Durch das Plasmid sei ihr Alterungsvorgang rapide beschleunigt worden. Nach seinen Berechnungen blieben den dreien nur noch 96 Stunden Zeit bis zum Tod. Theoretisch gibt es kein Problem, ein Gegenmittel herzustellen, doch benötigt Brabax dafür zwei Wochen. Nur die Wasserpflanze Peruglia millensis würde dieses Enzym auf natürlichem Wege produzieren. Somit haben die Abrafaxe also nur 4 Tage Zeit, diese Pflanze zu finden, die ausschließlich an der Quelle eines Nebenflusses des Rio Negro wachsen soll. Brabax weiß diese Fakten aus den Aufzeichnungen des Forschers Koch-Grünberg, der vor langer Zeit in diesem Gebiet nach einem der legendären 23 Zeittore suchte.
Mittlerweile berichtet auch das TV über den Brand im Labor, und als die Polizei an der Haustür klingelt, machen sich die Abrafaxe über die Feuerleiter aus dem Staub. Mit dem Flugzeug geht es über Rio de Janeiro nach Manaus, von dort mit dem Schiff bis zum Aracá und weiter zu Fuß bis zur Quelle des Tanapé. Dort hofft Brabax, die Wasserpflanze zu finden. Doch als man das betreffende Gebiet im Urwald erreicht, erkennen die Drei, dass sich an dieser Stelle eine riesige Abraumhalde von Goldschürfern befindet. Die Landschaft, und somit auch die gesuchte Wasserpflanze, existiert nicht mehr. Die Abrafaxe wissen keinen Rat. Sie altern immer weiter. Schon sind ihnen die Haare merklich ausgegangen. Als es zu allem Überfluss auch noch zu regnen anfängt, suchen sie Zuflucht in einer Pyramide. Für Brabax' wissenschaftliche Äußerungen, eine Götterfigur betreffend, die sich seiner Meinung nach nicht in das kulturelle Schaffen der Inka einordnen lässt, schenken Abrax und Califax keine Aufmerksamkeit, Abrax stößt sogar mit einem Stock nach dieser Figur, woraufhin ein eigenartiger blauer Blitz erscheint. Schlagartig bessert sich das Wetter. Als die Abrafaxe aus der Pyramide nach draußen schauen, sehen sie zwei spanische Sklavenjäger, die drei Indios vor sich her treiben. Brabax erkennt, dass man eines der legendären Zeittore entdeckt und einen Zeitsprung von etwa 300 Jahren zurück gemacht hat. Doch leider wurde der Alterungsprozess nicht gestoppt. Es bleiben also nur noch wenige Stunden Zeit. Diese wollen die Abrafaxe dazu nutzen, um den Sklavenjägern das Handwerk zu legen. Also verfolgen sie die beiden und deren Gefangene bis zum Einbruch der Nacht. Die Sklavenjäger sind dem Alkohol recht zugetan, und so ist es für die Abrafaxe ein leichtes, das Floß der Spanier zu stehlen und die darauf befindlichen Gefangenen zu befreien. Diese schwimmen im Morgengrauen dankbar ans Ufer. Eine der Indios taucht auf den Grund des Flusses und wirft den Abrafaxen eine Pflanze zu. Brabax kann sein Glück kaum fassen: Es ist die Peruglia millensis! Schnell wird das Reiselaboratorium ausgepackt, und Brabax macht sich an die Extraktion der Enzyme, die den Alterungsprozess der Abrafaxe rückgängig machen sollen. Schwächer und schwächer werden die Drei, doch schließlich ist es Brabax gelungen, genügend Impfstoff herzustellen. Nun hilft es nur noch, abzuwarten.
Am nächsten Morgen erwachen die Abrafaxe – und sind wieder jung und frisch wie eh und je. Brabax braucht keine Brille mehr, Califax hört wieder richtig, Abrax' Bart ist verschwunden, und alle Drei haben wieder volles Haupthaar. Doch ihr Äußeres hat sich trotzdem verändert, eine Tatsache, mit der sie jedoch gut leben können, denn Brabax ist der Meinung, diese Veränderung dauere nur etwa 25 Jahre. Man befindet sich natürlich noch immer im 17. Jahrhundert, und so muss man sich der neuen alten Zeit auch kleidungstechnisch anpassen. Man bedient sich der Habseligkeiten, die die Spanier auf dem Floß verstaut hatten. Drei schicke Lederwämse, dazu passende Gürtel und Strumpfhosen in verschiedenen Farben sind wie für die Abrafaxe gemacht. Dazu komplettieren Accessoires wie ein Helm und eine Muskete den neuen Look. Gut gelaunt geht es neuen Abenteuern entgegen.

[Bearbeiten] Figuren

[Bearbeiten] Bemerkungen

  • Diese Kurzgeschichte kann als Vorgeschichte zu Heft 1/76 gesehen werden.
  • Der Titel ist ein Wortspiel auf das lateinische Sprichwort In vino veritas ("Im Wein liegt die Wahrheit") und bedeutet: "Im Reagenzglas liegt die Wahrheit".
  • Nicht nur das Aussehen der Abrafaxe ändert sich zum Ende der Handlung - auch die Sprechblasen, die Schriftart und die Papierfarbe erinnern sehr an den Start der Abrafaxe-Reihe im Jahr 1976.

[Bearbeiten] Mitarbeiter

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