Mosaik von Hannes Hegen 76 - Pepperkorns Pagodenfest

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Stammdaten
Titelbild Erschienen März 1963
Nachdruck in Die verschwundene Dampfmaschine
Reprintmappe VII
Umfang 24 Seiten
Panel 90 + Titelbild
Katalog 1.01.076
Serie Liste aller Digedags-Hefte
Hauptserie: Erfinder-Serie
Kapitel: Pepperkorn-Serie
Heft davor Der Aufstand in den Anden
Heft danach Schmugglerjagd in Knistermeckelfingen

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Comic

[Bearbeiten] Inhalt

Erzähler:Digedags in der dritten Person
Mit Holland verbinden die Digedags viele Erinnerungen, da sie oft dort weilten, um sich von ihren Abenteuern zu erholen. An eine Begebenheit - die mit Mijnheer Pepperkorn - erinnern sie sich jedoch nur ungern.
Mijnheer Adrian van Pepperkorn war einst ein reicher Kaufmann, der diesen Reichtum dem molukkischen Pfeffer verdankte. Er hatte sich in der Nähe des Hafens von Rotterdam eine nachgebildete siamesische Pagode errichten lassen, von deren obersten Stockwerk er die Ankunft seiner Schiffe beobachten kann. Nun sitzt er schon eine ganze Weile auf dem Aussichtsturm seiner Pagode und erwartet sehnsüchtig seine Pfefferflotte von den Molukken. Vor lauter Aufregung isst er ununterbrochen. In seinen Überlegungen wird der Mijnheer von dem Gebimmel eine Glocke unterbrochen. Bäcker Brösel hat das bestellte Gebäck gebracht. Des Mijnheers Diener Palawong zieht den Korb in den Aufsichtsturm hinauf. Auf Anweisung seines Herrn steckt Palawong die Rechnung des Bäckers an den Schuldennagel, wo bereits schon zwölf andere hängen.
Der Mijnheer beginnt, sich das Gebäck des Bäckers schmecken zu lassen, stellt aber schnell fest, dass es sich um Pfefferkuchen handelt, die er überhaupt nicht mag. Angewidert schmeißt er die Pfefferkuchen vom Aussichtsturm, dem Bäcker Brösel direkt auf den Kopf. Da er sich ausruhen möchte, lässt er sich über den Aufzug von seinem Diener ins Erdgeschoss befördern, wo ihn ein wütender Brösel empfängt. Pepperkorn verspricht ihm einen Teil der Pfefferladung, die er erwartet, um ihn gütig zu stimmen. Der Bäcker willigt ein.
In dieser für den Mijnheer aufregenden Stimmung treten die Digedags ein und bitten Pepperkorn, das im Hafen liegende Frachtschiff Herkules, welches die erwartete Pfefferladung an Bord nehmen soll, für einen Maschinentransport freizugeben. Das Frachtschiff soll die Lokomotive Adler von England nach Deutschland transportieren, welche dort die Strecke Nürnberg-Fürth einweihen soll. Obwohl Pepperkorn dem Schiffer van Hees noch keinen Pfennig gezahlt und dieser allen Grund hat, sich andere Auftraggeber zu suchen, findet er das Ansinnen der Digedags infam und regt sich fürchterlich darüber auf. Schließlich lässt er sich von Pawalong seine von einem Strauß gezogene Luxuskarosse bringen und jagt zum Hafen, um van Hees die Meinung zu sagen.
Dort angekommen, sieht er, wie die Adler gerade auf den Frachter geladen wird. Voller Wut platzt er in die Kapitänskajüte von van Hees herein, in der dieser mit dem Schlepperkapitän Roentgen und dem Lokomotivführer Wilson zum Mittag sitzt, und will gerade losschimpfen, als sein Blick auf den köstlichen Braten von Frau van Hees fällt. Listig lädt van Hees Pepperkorn zum Mitspeisen ein und dessen Stimmung ändert sich sofort. Nach dem Mittagessen ist er sogar bereit, zugunsten des Transports der Lokomotive auf den Transport seiner Pfefferladung weitestgehend zu verzichten. Zu guter letzt lädt Pepperkorn noch alle zu seinem abendlichen Kolonialvereinstreffen ein. Die Digedags und Palawong, die gerade eintreffen, verstehen die Welt nicht mehr.
Mehr oder weniger verkleidet gehen Wilson, Roetgen, van Hees und die Digedags, die sich als Siamesen angezogen haben, zu dem Fest. Einmal im Jahr ist jedes Mitglied des Kolonialvereins verpflichtet, die übrigen Mitglieder auf das Erlesenste zu bewirten. Von Pepperkorns finanziellen Engpass wissen die anderen Mitlieder natürlich nichts und sollen es nach Pepperkorns Willen auch nicht erfahren. So sind alle angebotenen Köstlichkeiten auf Pump vom Bäcker, Fleischer, Käsehändler und Gemüsemann gekauft worden, welche am Abend aus einem seitlichen Versteck die Ankunft der Gäste beobachten.
Unter den Augen einer übermannsgroßen Buddhastatue findet nun Pepperkorns rauschendes Pagodenfest statt, zu dem die feinen Kolonialvereinsmitglieder gekommen sind und sich über die erlesenen Speisen unter Ablegung ihrer Etikette hermachen. Die als Siamesen verkleideten Digedags werden als Dienerpack angesehen und nicht an die Tafel gelassen. Als sie noch überlegen, wie sie nun an etwas zu essen kommen, werden sie von Pepperkorns Gläubigern durch ein Fenster angesprochen. Sie sollen dem Panther ein großes Stück Fleisch bringen, damit dieser satt ist und später nicht auf sie losgeht. Die Digedags bringen also dem Panther den Fleischbatzen und stellen erheitert fest, dass dieser keinerlei Zähne mehr hat. Da er so keinem mehr etwas zu Leide tun kann, begeben sie sich wieder zur Festtafel zurück und verriegeln die Käfigtür nicht. Natürlich büchst der Panther aus und begibt sich ebenfalls zur Festtafel, um sich ein Stück Kuchen zu genehmigen. Ein unvorsichtiger Gast verwehrt ihm unbesehen allerdings den Zugang zur Tafel und schubst ihn weg. Als der Panther durch das nun einsetzende böse Fauchen bemerkt wird, bricht das Chaos aus. Gäste und Diener versuchen, sich so schnell wie möglich in Sicherheit zu bringen, und insbesondere die Diener lassen die mitgebrachten Lieblingstiere im Stich. So kommt es, dass Pepperkorn nun nicht die Mitglieder des Kolonialvereins an der Festtafel sitzen hat, sondern ein Krokodil, einen Bären, einen Tiger, drei Affen, einen Papagei und natürlich seinen Panther. Aber für Pepperkorn kommt es noch schlimmer. Seine Gläubiger springen zum Fenster herein und stürmen auf ihn zu, um ihn an seine Zahlungsverpflichtungen zu erinnern. Im Gewühle kann er jedoch zunächst untertauchen.
Vehement werden von den Gläubigern nun alle Verstecke durchsucht und die Festtagsgäste herausgezerrt. Doch Pepperkorn scheint wie vom Erdboden verschluckt. Schließlich drischt der Fleischer auf die Buddhastatue ein und stellt verwundert fest, dass sich unter dem Original noch ein Buddha befindet. Aber auch dieser wird von dem Fleischer mit Prügel bedacht. Der zweite Buddha ist natürlich Pepperkorn, der sich ein wirklich ausgezeichnetes und formgerechtes Versteck gesucht hatte. Nun erhält er doch noch die ihn zugedachten Schläge. Als sich alle Gläubiger um ihn versammelt haben, erscheint in höchster Not ein Bote mit der Nachricht, dass die Surabaya als erstes Schiff der Pfefferflotte eingelaufen sei. Pepperkorn schickt die Gläubiger zum Hafen und gestatten ihnen, sich aus der Ladung zu bedienen.
Dann ruft er seine Freunde vom Kolonialverein wieder zusammen und schlägt vor, weiter zu feiern. Seine „Freunde“ erinnern ihn gleich daran, dass, wenn er seine Schulden nicht hätte bezahlen können, er genauso aus dem Kolonialverein herausgeflogen wäre, wie damals aus dem Pfefferland. Zur Erinnerung singt Palawong das Lied von der stillen Pfefferbai. Kaum ist das Lied verklungen, fliegen durch die Fenster verschiedene Wurfgeschosse, wie Steine, Muscheln, Holzscheite und Kokosnussschalen. Die Gläubiger hatten diese statt Pfeffer auf der Surabaya gefunden. Nun bricht Pepperkorns Kartenhaus vollends zusammen: Die Gläubiger bedienen sich an dem wertvollen Geschirr und anderen Wertsachen, der Vorsitzende des Kolonialvereins teilt ihm seinen Rausschmiss mit und zu guter letzt wirft ihm der Bäckermeister Brösel noch ein Paket an den Kopf, welches aufplatzt und tatsächlich Pfeffer enthält.
Nachdem sich Pepperkorn von dem Niesanfall einigermaßen erholt hat, erscheint der Kapitän der Surabaya, van Druppenschlock. Pepperkorn macht ihn zunächst für die fehlende Ladung Pfeffer verantwortlich, muss sich dann aber sagen lassen, dass auf den Pfefferplantagen der Molukken ein Aufstand stattgefunden hätte und alle Aufseher vertrieben worden wären. Auf den anderen Schiffen der Pfefferflotte sei daher auch nur Unrat zu erwarten.
Die Digedags haben sich inzwischen nützlich gemacht und den Molukkenpfeffer zusammen gekehrt. Palawong kündigt inzwischen und heuert bei Kapitän Druppenschlock als Smutje an. Dig und Dag nehmen den Mijnheer Pepperkorn mit auf die Herkules, welche bekanntlich die dort befindliche Lokomotive Adler nach Nürnberg bringen soll. Doch wegen niedrigen Wasserstandes in dem Mündungsgebiet des Rheins muss die Lokomotive bald auf Frachtwagen umgeladen werden. Während dieses Aufenthaltes schlagen die Digedags Pepperkorn vor, mit dem vorhandenen Molukkenpfeffer Pfefferkuchen zu backen – schließlich ist es bis zur Pfefferkuchenstadt Nürnberg nicht mehr weit. Frau van Hees verrät noch das Geheimrezept ihrer Großmutter und als die Pfefferkuchen aus dem Ofen kommen, bricht Pepperkorn mit seiner Abneigung gegen dieses Gebäck und beißt widerwillig hinein - schließlich hatte er sich in der letzten Zeit nur aufregen müssen.

[Bearbeiten] Figuren

[Bearbeiten] Bemerkungen

  • Obwohl die Digedags im letzten Heft mit der Savannah direkt nach Holland reisen wollten, kommen sie nun mit einem anderen Schiff direkt aus England dort an.
  • Man erfährt, dass die Digedags sehr oft nach Holland fuhren, um sich dort von ihren Abenteuern zu erholen. Dies ist jedoch der einzige Bericht den es davon gibt - viel Raum für weitere Fancomics.
  • Der Name des Mijnheer Pepperkorn ist dem Roman Der Zauberberg von Thomas Mann entlehnt.
  • Das Nilkrokodil in diesem Heft hat dieselben Tischsitten wie Mutawakkel.
  • Die Doppelseite strömt viel orientalisches Flair aus.
  • Der Mijnheer verliert seinen Pfeffer möglicherweise im großen Volksaufstand auf Java der Jahre 1825-30, auch wenn dies eigentlich ein paar Jahre vor der Hefthandlung war. Das Lied von der stillen Pfefferbai bietet zum geschichtlichen Hintergrund einige Fakten.
  • Die Äußerung: „Je mehr ich mich aufrege, desto mehr muss ich essen. Mein ganzes Leben war eine Aufregung.“ beschreibt die Figur des Mijnheer Pepperkorn sehr treffend.

[Bearbeiten] Mitarbeiter

[Bearbeiten] Weitere Besonderheiten

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