Mosaik von Hannes Hegen 131 - An den Ufern des Euphrat

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Stammdaten
Titelbild Erschienen Oktober 1967
Nachdruck in Suleikas Hochzeitsgeschenk
Reprintmappe XI
Umfang 24 Seiten
Panel 67 + Titelbild
Katalog 1.01.131
Serie Liste aller Digedags-Hefte
Hauptserie: Runkel-Serie
Kapitel: Im Vorderen Orient
Heft davor Die Schatzsuche
Heft danach Türkischer Honig für Basra

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Comic

[Bearbeiten] Inhalt

Erzähler:Digedags in der dritten Person
Die Digedags haben sich zusammen mit Runkel auf den Weg ins Mongolenreich gemacht und haben den weiten Weg von der Küste des Mittelmeers quer durch Anatolien und Kappadokien bis in die Nähe des großen Euphratstroms zurückgelegt. Die ganze Reise ist abenteuerlos verlaufen, was insbesondere Runkel nicht behagt. Er will ja auf dem Weg in den Orient noch einen Schatz finden, muss sich aber nun, nachdem die Digedags von ihrem Knappengelöbnis entbunden sind, deren Reiseplänen fügen.
Während sie also über die fehlenden Abenteuer diskutieren, kommt hinter ihnen eine Staubwolke schnell näher. Noch ehe sie erkennen, wer oder was sich hinter dahinter verbirgt, wird Runkel ein Pfeil durch seinen Turban geschossen. Kurz danach werden die drei mit einem Lasso von ihren Kamelen geholt. Mongolische Reiter nehmen sie gefangen, da sie sie für mameluckische Muselmänner halten.
Der mächtige Euphrat bildet seit der Schlacht des ägyptischen Sultans Baibars im Jahre 1260 die Grenze zwischen den vernichtend geschlagenen Mongolen und den Mamelucken. Obwohl sich die Digedags und Runkel westlich des Euphrat befinden und nicht damit gerechnet haben, auf Mongolen zu treffen, müssen sie sich eines besseren belehren lassen. Die Mongolen waren in das Mameluckengebiet eingedrungen und wollten sich die Kenntnisse von Gefangenen für die Vorbereitung eines Feldzuges aneignen. Von alle dem ahnen die drei Reisenden, die ja gar keine Mamelucken sind, natürlich nichts. Nachdem der Mongolentrupp seinen Auftrag erfüllt hat, steht jetzt die Heimreise und damit die Überquerung des Euphrat an. Doch dafür wird ein Floß benötigt.
Der Anführer des Trupps hatte einen Späher ausgesandt, der eine Karawane mit Ziegen- und Hammelhäuten entdeckt hat. Da diese Beute mehr als gelegen kommt, lassen sich die Söhne der Mangchol diese nicht entgehen. In Windeseile werden die Kaufleute der Karawane ihrer Kamele und Ware beraubt. Runkel und die Digedags gehen nach der Rückkehr eigentlich davon aus, dass die Mongolen nun mächtig pusten müssen, doch da irren sie sich gewaltig. Der Anführer verkündet nämlich, dass die Gefangenen die Bälge aufzublasen haben. Es hilft nichts, die drei müssen sich fügen. Also blasen sie, immer wieder angetrieben von den Mongolen, denen es nicht schnell genug geht, die Luftsäcke auf. Schließlich hat Dig die rettende Idee und baut mit Dags Hilfe einen Hammelfell-Blasebalg. Nun geht es ganz entspannt, während Runkel, der die albernen Erfindungen der Digedags ablehnt, beim Aufblasen mächtig schwitzt. Die Mongolen freuen sich insgeheim, einen so cleveren Fang gemacht zu haben.
So ist in kürzester Zeit ein Floß gebaut, auf dem die Mongolen, die Digedags und Runkel Platz haben, wobei es natürlich Aufgabe der Gefangenen ist, dieses Kelleg zu manövrieren. In der Mitte des Euphrat, wo die Strömung am stärksten ist, verlieren sie die Kontrolle über das Floß und werden zwischen zwei Klippen einen Wasserfall herunter gespült. Zum Glück zerbricht das Floß nicht und sie können ihre Reise fortsetzen. Doch da werden sie schon vom Westufer des Euphrat mit Pfeilen von Mamelucken beschossen. Mit letzter Kraft gelingt es den Steuermännern, das Kelleg aus der Strömung in der Mitte zur östlichen Uferseite hin zu befördern. Gefährten der Mongolen helfen ihnen ans Ufer.
An dieser Stelle führt die letzte verbliebene, teilweise aus zusammengebundenen Schiffen bestehende Brücke über den Euphrat, wodurch diesseits wie jenseits der Brücke Vertreter der unterschiedlichen Lager Wache hielten. Die völlig erledigten Ruderer des Floßes werden als Gefangene an einem morschen Baumstumpf gefesselt, während die Mongolen an einem Feuer ihre Sachen trocknen. Leider hat auch ein Schwarm Wespen in dem hohlen Baumstumpf sein Nest und umschwirrt nun Runkel und die Digedags. Als sich eine Wespe auf Runkels Nase setzt, zuckt dieser zusammen und wird sogleich gestochen. Das ist zuviel für ihn. Er bäumt sich auf und bricht den Baumstupf kurz über dem Boden ab. Mit dem Baumstumpf auf dem Rücken und den Digedags an der Seite rennt Runkel über die Brücke. Die Mongolen versuchen zwar, die drei noch aufzuhalten, werden jedoch von dem Wespenschwarm angegriffen, der fluchtartig das Nest verlässt. Schließlich wirft ein Verfolger den Fliehenden noch seine Axt hinterher, die glücklicherweise die Fesseln trifft und so Runkel von seiner Last befreit. Kurz vor der Grenze in der Mitte der Brücke werden sie von einer Schar Mamelucken aufgehalten. Runkel fleht sie an, durchgelassen zu werden, und wird nach kurzer Diskussion erhört.
Die Mamelucken geleiten sie in die Burg, wo der Hauptmann Runkel anbietet, bei ihnen zu bleiben. Doch Runkel will einen Schatz finden und lehnt dankend ab. Daher wird er zum Ehrenmameluck ernannt und bekommt ein Tigerfell in feierlicher Form überreicht. Runkel hält eine große Dankesrede und versichert, dass es eine große Ehre sei, als erster diesen Titel tragen zu dürfen. Doch der Hauptmann bremst den Ritter und verweist auf ein an der Wand hängendes Bild, auf dem der erste, der diesen Titel tragen durfte, zu erkennen ist. Alle drehen sich zu dem Bild um und erstarren vor Überraschung - es ist Digedag. Ihm wurde der Titel Ehrenmameluck verliehen, da er mit einem Drachen die Stellungen der Mongolen auskundschaftete, wodurch die Mamelucken im Jahre 1260 siegten.
Kurz darauf wird dem Hauptmann gemeldet, dass ein Kelleg mit Waren an der Brücke angelegt habe. Dieser begibt sich daraufhin zu dem Kaufmann, um die Höhe des Zolls festzulegen. Das Kelleg hat türkischen Honig geladen und darf gegen die Abgabe eines kleinen Topfes weiterfahren. Da der Händler bereit ist, Runkel und die Digedags mit nach Basra zu nehmen, verabschieden sie sich von den Mamelucken.
Den Mongolen auf der anderen Flussseite ist dies natürlich nicht verborgen geblieben. Sie wollen um jeden Preis die Gefangenen wiederhaben, die ihrer Meinung nach magische Kräfte besitzen. Daher durchschlagen sie Taue, mit denen die einzelnen Brückenteile zusammengehalten werden und fahren mit einem Stück der Schiffsbrücke dem Kelleg stromabwärts hinterher. Die letzte Brücke über den Euphrat ist damit zerstört. Jede Menge Flüche hallen den Mongolen von den Mamelucken hinterher.
Ein Stück flussabwärts ragen mehrere Steinbrückenpfeiler einer ehemaligen Steinbrücke aus dem Wasser. Mit Mühe kann das Kelleg an den Pfeilern vorbeigesteuert werden. Die Mongolen jedoch sind nicht in der Lage, ihr Brückenteil zu lenken, und krachen mit voller Wucht gegen einen der Pfeiler. Während sie sich an den Trümmerteilen festhalten, um nicht unterzugehen, wird dem Kelleg von Rächender Pfeil eine Vielzahl von Verwünschungen hinterher gerufen.
Die Digedags, Runkel und die Kaufleute sind glücklich, der Gefahr entronnen zu sein. Der Kellegbesitzer erzählt ihnen von den früheren, ruhigeren Zeiten, als sich die Geschäfte für die Händler noch lohnten und sie weder Mongolen noch Mamelucken fürchten mussten. Während sie so an alten Ruinen vorbei treiben, träumt Runkel schon wieder von neuen Abenteuern und vor allem von einem Schatz. Doch die Digedags haben von Abenteuern erstmal genug und warten ab, was Basra zu bieten hat.

[Bearbeiten] Figuren

[Bearbeiten] Bemerkungen

  • Digs Bemerkung auf S. 3 kann man entnehmen, dass das Mosaikteam noch immer plante, dass die Reise bis nach China gehen würde.
  • Die Namen Rächender Pfeil und Grauer Hirsch scheinen demselben Mongolen zugeordnet zu sein.
  • Sultan Baibars und sein Sieg über die Mongolen im Jahre 1260 werden erwähnt.
  • Die Mongolen nennen sich selbst gerne Söhne der Mangchol.
  • Trotz des Einbaus eines Klappventils ist es sehr fraglich, ob der von den Digedags entwickelte Hammelfell-Blasebalg funktionieren würde.
  • Die Erwähnung eines "Zauberers Gutschugur" ist etwas rätselhaft. Den Namen Güčügür/Küčügür trugen ein oder zwei frühe Mitstreiter Dschingis Khans (es ist nicht ganz sicher, ob immer dieselbe Person gemeint ist); die Schreibweise Gutschugur taucht wohl erstmals in der Übersetzung der Geheimen Geschichte der Mongolen von Erich Haenisch aus dem Jahr 1948 auf - auf welchem Weg sie ins MOSAIK gelangte, ist noch unklar. Unter Tschotgors versteht man im mongolischen Schamanismus bestimmte Geister.
  • Runkels Ritterregeln:
  • Ein Rittersmann braucht keine Axt, er bricht die Bäume, dass es knackst!
  • Wer Bäume bricht mit einem Ruck, der wird geehrt als Mameluck. (Runkels Eigenkreation)

[Bearbeiten] Mitarbeiter

[Bearbeiten] Weitere Besonderheiten

  • Eine kleine Auflage des Heftes wurde auf holzfreiem Papier gedruckt, zeigt jedoch auf der Rückseite ein gemeinsames Export-Impressum, bei dem im Vergleich zum Inland-Impressum die ersten beiden Zeilen retuschiert wurden. Diese Hefte waren nachweislich für den Export nach Österreich und in die Bundesrepublik Deutschland bestimmt, wurden aber zum Teil auch an Redaktions- und Druckereimitarbeiter abgegeben.
  • Zwischen dem 20. und dem 26. Juli 2006 wurden die Seiten 2 bis 24 dieses Heftes in insgesamt 6 Ausgaben der Tageszeitung Thüringer Allgemeine abgedruckt.
  • Von diesem Heft erschien im November 1967 eine finnische Export-Ausgabe auf weißem, holzfreiem Exportpapier.
  • Dieses Heft wird in dem Werk Das Mosaik von Hannes Hegen - Entstehung und Charakteristika einer ostdeutschen Bildgeschichte von Petra Kock (Berlin 1999, S. 217 bis 283) einer ausführlichen Bild-Text-Analyse unterzogen. In dieser werden praktisch jedes Panel, jede Figur, jeder Topos, jedes Handlungselement, jedes Stilmittel usw. unter die Lupe genommen.

[Bearbeiten] Externe Links

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