Troja

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Troja war eine antike Stadt in Kleinasien. Ihr Name in der griechischen Mythologie lautete Troia oder Troie; synonym wurde sie auch Ilion oder Ilios genannt (daher die Ilias von Homer). Troja wird gelegentlich im MOSAIK erwähnt - üblicherweise im Zusammenhang mit dem Trojanischen Krieg. Auch im Roman Im Namen der Rübe von Lothar Dräger wird die Stadt erwähnt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Troja in der Mythologie

[Bearbeiten] Gründung

Der griechischen Sage nach wurde Troja von einem aus Arkadien stammenden Herrschergeschlecht - den Dardaniden - gegründet. In mehreren, mit aufeinanderfolgenden Königsgenerationen synchronisierten Stufen enstanden so die Burgstadt Ilion/Ilios und schließlich ringsherum die große Stadt Troja. Als Gründer von Ilion/Ilios gilt König Ilos I., als der Trojas sein Neffe Tros (diese Namen sind augenscheinlich nachträglich aus den beiden Stadtnamen gebildet worden, weshalb man Ilos und Tros als "eponyme Gründer" bezeichnet).

[Bearbeiten] Ganymed

Mit König Tros verbindet sich eine weitere nette Sage. Sein jüngster Sohn Ganymed war so reizend, dass Zeus ihn in Gestalt eines Adlers auf den Olymp entführte, wo er den Göttern fortan als Mundschenk dienen musste. Tros wurde mit besonders schnellen Pferden abgefunden.

[Bearbeiten] Laomedon

Zum erstenmal kam Troja in der mythischen Generation von König Laomedon, des Enkels von Tros, in Kontakt mit der griechischen Welt. Laomedon hatte sich die Hilfe von Apollon und Poseidon beim Bau der Stadtmauer sichern können (die beiden mussten als Strafe für eine Rebellion gegen Zeus Strafarbeit verrichten). Da Laomedon die beiden Götter nachträglich aber um ihre Entschädigung prellte, suchten diese die Stadt mit ihrer Rache heim. Während es Apollon mit einer kleinen Pest bewenden ließ (und danach Troja wieder wohlwollend gegenüberstand), sandte Poseidon ein Meerungeheuer, das Laomedons Tochter Hesione entführte. Der König ersuchte diesmal den mächtigen Herakles um Hilfe und dieser befreite die Prinzessin. Doch erneut knauserte Laomedon mit dem versprochenen Lohn, weshalb Herakles die Stadt mit seinen Gefährten in einem "Ersten" Trojanischen Krieg eroberte. Er erschlug neben Laomedon auch dessen gesamte Familie, mit Ausnahme von Hesione und ihrem jüngsten Bruder, dem kleinen Priamos.

[Bearbeiten] Priamos

Unter der Herrschaft des herangewachsenen Priamos erreichte Troja den Höhepunkt seiner Macht. Allerdings musste er auch den endgültigen Untergang der Stadt im (zweiten, eigentlichen) Trojanischen Krieg hinnehmen.

[Bearbeiten] Lage Trojas

[Bearbeiten] Troja-Debatte

Die Historizität des Trojanischen Krieges und damit verbunden die Historizität und Lage von Troja selbst sind in der Wissenschaft umstritten. Zumindest hat man bei den Ausgrabungen am Hügel Hissarlik an den Dardanellen denjenigen Ort gefunden, der in der klassischen und nachklassischen griechischen und römischen Antike für Troja gehalten wurde (Heinrich Schliemann, dem man diese Entdeckung hierzulande gerne zuschreibt, war übrigens nicht der erste, der am Hissarlik nach Troja suchte, sondern lediglich der lauteste). Ob die Sage vom Trojanischen Krieg, die ihren besten Ausdruck in Homers Ilias fand, in archaischer Zeit angesichts der beeindruckenden, bronzezeitlichen Ruinen entstand, oder ob hier tatsächlich einst ein griechisches Heer zu mykenischer Zeit kämpfte (weshalb auch immer), lässt sich noch nicht entscheiden. In letzter Zeit sind sogar wieder neue Theorien über die Lage Trojas formuliert worden, die die Stadt im Südosten Anatoliens in der Nähe zu den altorientalischen Zentren lokalisieren wollen.

[Bearbeiten] Troja als Vasall des Hethiterreichs?

Interessant ist noch der Blick auf Troja aus hethitischer Sicht. In den Archiven von Hattuscha ist nämlich häufig von einer Stadt Wilusa im Westen die Rede; mit Alakschandu ist sogar einer ihrer Fürsten namentlich bekannt. Hier ergeben sich spannende Parallelen zu den Namen Ilios (ursprünglich wohl Wilios) und Alexandros (eigentlicher Name des Prinzen Paris, des unglückseligen Entführers der schönen Helena). Dass die unter dem Hissarlik-Hügel liegende Stadt in einen hethitischen Kontext gehört, konnte mit dem Fund einer kurzen luwischen Inschrift nachgewisen werden (Luwisch ist eine dem Hethitischen eng verwandte Sprache, die im Westen Kleinasiens gesprochen wurde).

[Bearbeiten] Troja im MOSAIK

Troja schwingt im MOSAIK natürlich immer mit, wenn vom Trojanischen Pferd oder vom Trojanischen Krieg die Rede ist (z.B. in den Heften 110 bzw. 4/85). Einmal wird die Stadt dabei auch direkt genannt - in Heft 128 erklärt der Einführungstext:

Viele Burgen gibt es an den Küsten Kleinasiens, Zeugen einer wildbewegten Vergangenheit. Hier landete das Heer der Griechen, um die berühmte Stadt Troja zu erobern. Hier gründeten die Phönizier ihre Kolonien. Nach ihnen waren lange Zeit die Römer die Herren über reiche Gärten und Felder. [...]

[Bearbeiten] Troja im Roman Im Namen der Rübe

Bodo von Rübenstein zieht Parallelen mit den Irrfahrten des Odysseus. Der einstige Ratgeber der mächtigen Krieger vor Troja wird von der Zauberin Circe als Knecht auf einer Insel festgehalten. Bodo, der einstige Berater der Päpste, wird bei Donna Teresa auf der Insel zum Ziegenhirten.

[Bearbeiten] Externe Links

[Bearbeiten] Troja wird in folgenden Publikationen erwähnt

Mosaik von Hannes Hegen: 110 (Pferd), 128 (Eroberung)

Mosaik ab 1976: 4/85 (Krieg)

Mittelteil: 231 (zu Homers Ilias), 466 (Latein rockt!), 469, 471 (jeweils Götter, Herrscher & Helden)

Neues von Runkel: Im Namen der Rübe (Homers Ilias)
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