Abu Jussuf

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Version vom 11:12, 27. Aug. 2022

Abu Jussuf entscheidet gerecht

Der Kadi Abu Jussuf ist eine Figur in der Orient-Okzident-Serie des Mosaik ab 1976. Er wird im Beihefter 1001 Neues Abenteuer kurz vorgestellt.

Abu Jussuf gilt als weiser und gerechter Mann in Bagdad, der jeden Streitfall schlichten kann. So vertrauen auch der Kalif Harun al Raschid und sein Großwesir Dschaffar auf seine Entscheidungen.

Inhaltsverzeichnis

Der Hühnerdiebstahl

Abu Jussuf wird von einem Kläger und seiner Frau aufgesucht, die einen Hühnerdieb mitbringen. Als der Kläger dem Richter ein Sitzkissen überreichen will, lehnt er es ab. Er begründet seine Entscheidung damit, dass er ihm dann einen Gefallen schuldig wäre. Der Kläger schildert ihn, dass der Dieb eines seiner Hühner gestohlen habe. Die Frau des Klägers bestätigt, dass sie den Diebstahl mit eigenen Augen gesehen habe. Der Mann kam in ihr Haus, nahm das Huhn aus dem Topf und rannte davon. Dann hört sich Abu Jussuf den Beschuldigten an, der zugibt, das Huhn mitgenommen und gegessen zu haben. Der Kläger verlangt zehn Dinar als Wiedergutmachung. Das hält Abu Jussuf für eine hohe Strafe. Der Hühnerdieb soll dem Kläger zwei Kupfermünzen zahlen. Wenn er das Geld nicht habe, müsse er einen Tag ohne Lohn für den Kläger arbeiten.

Lelas öffentliche Verhandlung

Lela schickt vor ihrem Prozess einen Boten zu Abu Jussuf, der ihm einen goldenen Löffel übergibt. Der Löffel wurde ihm vor langer Zeit zusammen mit fünf anderen gestohlen. Der Bote richtet ihm aus, dass die sechs Löffel schon bald wieder vereint sein könnten.

Lela soll in einem öffentlichen Prozess vor dem Westportal des Palastbezirkes für ihre Untaten verurteilt werden. Dschaffar lässt dort für Abu Jussuf ein prächtiges Zelt aufbauen, damit er einen Platz im Schatten erhält. Doch Abu Jussuf lehnt es ab, dort Platz zu nehmen. So nimmt dort nur der Großwesir den Platz ein und wundert sich, dass Quecksilber-Ali mit den Gefangenen noch nicht da ist. Er macht sich bereits Sorgen, doch dann erscheint Ali mit Lela und Sveytaman. Abu Jussuf lässt zuerst Lela die Fesseln abnehmen, denn ihre Schuld sei noch nicht erwiesen. Der Großwesir soll nun sagen, was er Lela vorwirft. Er gibt an, dass ein goldener Haarreif bei einer Hausdurchsuchung gefunden wurde. Den Haarreif habe er dem Botschafter Euphemios als Geschenk für die Kaiserin Irene übergeben. Lela gibt an, dass ihr den Reif Quecksilber-Ali schenkte. Abu Jussuf befragt nun Quecksilber-Ali, der zugibt, den goldenen Haarreif gestohlen und Lela geschenkt zu haben. Da der Großwesir keine Klage gegen Quecksilber-Ali erhebt, bleibt auch Lela straffrei, entscheidet Abu Jussuf.

Da steht Abrax empört auf und behauptet, das sei ein krasses Fehlurteil. Brabax widerspricht ihm, denn unter den gegebenen Umständen sei das Urteil schon richtig.

Abu Jussuf fragt nun den Großwesir, ob er noch mehr gegen Lela vorzubringen habe. Nun nennt Dschaffar ein weit schlimmeres Verbrechen. Sie entführte eine wichtige Person des Reiches, um sie auf dem Sklavenmarkt zu verkaufen. Abu Jussuf möchte nun diese wichtige Person des Reiches in den Zeugenstand rufen. Doch der Großwesir erklärt, dass dies aus Gründen der Staatsräson unmöglich sei. Nun wird Lela befragt, wer die Person gewesen sei. Lela kann sich nicht genau erinnern und meint, dass es ein Mitglied ihrer Gilde mit Spielschulden gewesen sei. Nun springt Abrax auf und ruft, dass es der Kalif von Bagdad war. Er lag neben ihm auf dem Karren! Da der Großwesir sich weigert, diese wichtige Person zu benennen, kann Abu Jussuf weder Lela, nach ihrem Gehilfen etwas vorwerfen. Lela jubelt und fragt, ob sie nun gehen kann. Nicht so eilig, sagt Abu Jussuf. Er holt den goldenen Löffel hervor, der ihm heute gebracht wurde. Er wirft Lela vor, dass sie ihn damit bestechen wollte. Ihre Strafe für dieses Verbrechen sollen sieben Monate Teppichknüpfen im Arbeitshaus des Kalifen sein. Abrax lobt das Urteil und bittet Abu Jussuf, dass auch den Waisenkindern Gerechtigkeit widerfahren soll. Vergeblich versucht Dschaffar zu verhindern, dass er sein Anliegen vorträgt. Abu Jussuf hört sich alles in Ruhe an, doch Dschaffar bestreitet, dass es eine Entführung des Kalifen gab. Da es nun zwei verschiedene Wahrheiten gibt, entscheidet Abu Jussuf, dass die Abrafaxe Bagdad bis morgen Mittag verlassen müssen.

Der reale Abu Jussuf und Figurinen-Entwurf

Abu Jussuf lebte von 729 bzw. 731 bis 798 in Bagdad. Er war ein geachteter Rechtsgehrter und Mitbegründer der hanafitischen Rechtsschule.

Der Figurinen-Entwurf für Abu Jussuf und einige Informationen über ihn sind mit der App MOSAIK Magic im Heft 561 auf Seite 7 zu sehen und zu hören.

Externer Verweis

Auftritt in folgenden Mosaikheften

560 (Rückseite), 561
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