Die Narrenpritsche

Aus MosaPedia

Wechseln zu: Navigation, Suche
Titelbild Stammdaten
Erschienen 8. März 2023
Umfang 40 Seiten SC
Auflage 600 Stück
Autoren Dirk Seliger, Gilbert Schwarz
Zeichner Sascha Wüstefeld, Jan Suski
Serie Jahresgaben des MosaPedia e.V.
Gabe davor Ritter Runkel - Die goldene Rübe
Gabe danach noch keine

Die Narrenpritsche ist ein Fancomic von Dirk Seliger und Gilbert Schwarz (Autoren) sowie Sascha Wüstefeld und Jan Suski (Zeichnungen). Er stellt die Jahresgabe des MosaPedia e.V. für das Jahr 2023 dar. Inhalt ist die Geschichte der Narrenpritsche als "Staffelstab" zwischen den Spaßmachergenerationen, aufgeteilt auf drei Episoden und eine Rahmenhandlung.

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

S. 2 ... Impressum
S. 3 ... Inhalt
S. 4−5 ... Grüezi wohl, mitanand! (Einführung)
S. 6−7 ... Die Narrenpritsche - Teil 1 (Rahmenhandlung)
S. 8−14 ... Camouflage à trois
S. 15 ... Die Narrenpritsche - Teil 2 (Rahmenhandlung)
S. 16−22 ... Hansl im Glück
S. 23 ... Die Narrenpritsche - Teil 3 (Rahmenhandlung)
S. 24−32 ... Der Puppenkasper
S. 33−34 ... Der Puppenkasper - Epilog
S. 35−36 ... Die Narrenpritsche - Teil 4 (Rahmenhandlung)
S. 37 ... Skizzenmaterial
S. 38−39 ... Stammbaum der Familie Haydn
S. 40 ... Skizzenmaterial

Comic

Inhalt der Rahmenhandlung

Im August des Jahres 1798 weilt die kleine Maruschka auf Sommerurlaub bei ihrer Cousine Stinerl im Wiener Vorort Obere Windmühle, im Hause ihres gemeinsamen Großonkels Joseph Haydn, des alten Kapellmeisters des Fürsten Esterhazy. Gemeinsam durchstöbern die beiden Gören das Haus. Auf dem Dachboden finden sie eine alte Puppenkiste, die eine Reihe verstaubter Marionetten und ein komisches "Stockerl", eine sogenannte Narrenpritsche, enthält. Aufgeregt stürmen sie die Trppe hinunter und fragen Haydn, was es mit alldem auf sich hat. Der Kapellmeister erinnert sich, wie ihm die Kiste, die einem alten Freund gehört, einst von drei Wichten zur Aufbewahrung gebracht wurde. Gerne erzählt er den beiden Mädchen, was es mit den Puppen und der Narrenpritsche auf sich hat.

In der ersten Episode schildert Haydn, wie die Narrenpritsche anno 1706 in Salzburg vom Quacksalber Jean Potage an den Diener des Grafen Hubert von Hinterwaldt, den Pickelhering, übergeben wurde, und wie dieser sie schließlich bei einem Kleider- und Rollentausch an Hans Wurst weiterreichte.

Stinerl und Maruschka sind ganz begeistert von der spannenden Geschichte. Doch bevor Haydn weitererzählen kann, ruft die Haushälterin Anna zum Abendessen. Die beiden Gören verschlingen ihr Mahl in Windeseile, und dann setzt ihr Onkel die Geschichte fort.

In der zweiten Episode schildert Haydn, wie es dem Hans Wurst als Diener des Grafen von Hinterwaldt erging und welche lustigen Spiele er mit der drallen Magd Zenzi spielte ("Schiffe versenken").

Stinerl und Maruschka wollen unbedingt erfahren, wie es weiterging mit der Narrenpritsche und dem "Hanswurscht", doch es ist Schlafenszeit. Da sie aber brav sind und ruck-zuck ins Bett gehen, erzählt Haydn ihnen zum Einschlafen den Abschluss der Geschichte.

In der dritten Episode schildert Haydn, wie er selbst als Junge, damals noch Seppl genannt, 1740 in Hainburg an der Donau den alten Hans Wurst traf. Zusammen mit seinem Freund, dem Puppenspieler Kasper Larifari, rettete er den Hansl vor seinen Verfolgern. Hans Wurst bedankte sich, indem er dem musikbegeisterten Seppl sein altes Lieblingslied Acht Sauschneider müssen sein beibrachte und dem Nachwuchsspaßmacher Kasper seine Narrenpritsche weiterreichte; denn er selbst wollte sich nun in der alten Heimat zur Ruhe setzen.

Nachdem seine beiden Großnichten endlich eingeschlummert sind, holt der alte Haydn in seinem Arbeitszimmer das Notenblatt mit Hansls Sauschneiderlied hervor, das er mittlerweile zum Capriccio G-Dur ausgearbeitet hatte, und sinniert nostalgisch über die Vergänglichkeit der Jugend.

Figuren

Bemerkungen

  • Die titelgebende Narrenpritsche, die in der Geschichte als eine Art Staffelstab von Spaßmacher zu Spaßmacher weitergegeben wird, wird im deutschen Wortschatz heute kaum noch verwendet. Dafür ist die englische Entsprechung, der Slapstick, in Form des Slapstick-Humors heute umso gebräuchlicher.
  • Die Publikation ist gespickt mit einer Vielzahl an sprachlichen Besonderheiten dialektaler und akzentualer Natur. Es wird Österreichisch, Bairisch und Fränkisch (itzgründische Varietät) gesprochen sowie Deutsch mit französischem und ungarischem Akzent parliert. Die kontextuale Dichte all dieser verschiedenen Sprachformen dürfte einzigartig sein innerhalb des MOSAIK-Kosmos.
  • Pittiplatsch und Schnatterinchen stehen neben den Kinderbetten auf der Kommode, an der Wand hängt ein Bild von Suleika (S. 35).

Weitere Besonderheiten

SONDERPREIS: Nominiert – Die Narrenpritsche

Gilbert Schwarz, Dirk Seliger, Sascha Wüstefeld, Jan Suski

Schrill und deftig zeigt das verzopfte Rokoko seine volkstümlich-blanke Kehrseite: Die Abenteuer Hans Wursts, Kasperles und ihrer Zunftgenossen, die Joseph Haydn den puppenspielenden Nichten Stinerl und Maruschka erzählt, wird zur Zeitreise in historischen Kostümen, mit Pferdegetrappel, sangeslustigen Besäufnissen und Marktgeschrei in ulkigen Mundarten. Sensenmann, Prinz Eugen und die Abrafaxe als Sternsinger laufen ebenfalls durchs Bild. Farblich wechseln die Panels zwischen grellbunt und lichtgrau, Kasperleszenen werden verhalten rötlich grundiert, schräge Perspektiven bringen Tempo hinein, dokumentarische Inserts – ein Stammbaum der Haydn-Familie – stillen den Wissendurst. Turbulenz ist Trumpf!

Nikolaus Gatter

  • Bei den im Nominierungstext erwähnten Abrafaxen handelt es sich tatsächlich allerdings um die Digedags. Da dieser Irrtum aber auch Hans Wurst unterläuft, zumindest kurzzeitig, sei dem Juror verziehen (siehe S. 16−22: Hansl im Glück).

Mitarbeiter

Externe Verweise

Persönliche Werkzeuge