Ein Diamant, so groß wie das Ritz

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Ein Diamant, so groß wie das Ritz ist der Titel einer Novelle von F. Scott Fitzgerald. Sie wird in der Abrafaxe-Amerika-Serie erwähnt und rezipiert.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Die Erzählung von F. Scott Fitzgerald

[Bearbeiten] Inhalt

Der aus einer alteingesessenen Familie kommende John T. Unger aus dem (fiktiven) Ort Hades in Mississippi geht zum Studium an das St.-Midas-College in Boston. Dort schließt er Freundschaft mit dem ansonsten sehr verschlossenen Percy Washington. Dieser bezeichnet im Vertrauen seinen Vater als den reichsten Mann der Welt, denn er besitze "einen Brillanten, der größer [ist] als das Ritz-Carlton-Hotel" (daher stammt auch der Titel der Erzählung). Percy lädt John ein, mit ihm die Sommerferien auf dem Landsitz der Familie Washington in Montana zu verbringen.

Das durch diverse Sicherheitsmaßnahmen geschützte Anwesen der Familie entpuppt sich tatsächlich als ein Ort märchenhaften Reichtums. Die Bewohner schwimmen im Luxus und werden von Heerscharen farbiger Diener umsorgt. Das Geheimnis des Reichtums liegt in einem kleinen Berg, der aus einem einzigen gigantischen Diamanten besteht und durch Percys Großvater per Zufall entdeckt worden ist. "Nur wenige Morde" seien nötig gewesen, um das Geheimnis zu wahren, erklärt Percy. Sechs Flak-Geschütze sichern das Gelände vor unbefugtem Überflug, und zwei Dutzend abgeschossene Flieger werden auf dem Anwesen gefangen gehalten, ohne Hoffnung, jemals wieder freigelassen werden zu können.

Unterdessen verliebt sich John in Percys jüngere Schwester Kismine. Diese erwidert seine Liebe, und die beiden planen, nach den nächsten Sommerferien zu heiraten. Doch Kismine eröffnet John, dass er den jetzigen Sommer wohl kaum überleben werde, da bisher noch jeder der zahlreichen Sommergäste kurz vor dem Ende der Ferien vergiftet worden sei, um das Geheimnis um den Superdiamanten nicht ausplaudern zu können. John ist entsetzt und kann Kismine sowie deren ältere Schwester Jasmine überreden, gemeinsam zu fliehen. Beinahe wird die Flucht verhindert, doch da setzt ein großangelegter Luftangriff ein, der die Verteidigung überwinden kann. Im Schutze des Angriffs können die drei erfolgreich flüchten. John sieht aus der Ferne noch, wie Mr. Washington, dessen Frau, Percy sowie zwei farbige Diener in einem Schacht des Diamantenberges verschwinden, als durch eine elektrische Ladung der Diamant zum Brennen gebracht wird. Der Diamant verglüht in einem enormen Blitz und hinterlässt nur noch eine Spur der Verwüstung.

Die Protagonisten haben überlebt, müssen jedoch feststellen, dass sie nun völlig mittellos sind. Zwar hatten sich die Frauen vor der Flucht die Taschen mit kleinen Brillianten gefüllt, doch haben sie in die falsche Schublade gegriffen und nur wertloses Bleikristall erwischt.

[Bearbeiten] Veröffentlichung

Die Novelle gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Geschichten F. Scott Fitzgeralds. Sie erschien erstmals im Jahre 1922 im Magazin The Smart Set und noch im gleichen Jahr als Teil einer Sammlung von elf Kurzgeschichten, Tales of the Jazz Age (dt. etwa "Geschichten aus der Jazz-Ära").

[Bearbeiten] Rezeption im Mosaik

Neben dem Schriftsteller F. Scott Fitzgerald selbst, der den Abrafaxen im Laufe der Serie mehrere Male über den Wegt läuft, hat auch die Erzählung die Handlung der Abrafaxe-Amerika-Serie deutlich beeinflusst. Dazu gehört unter anderem:

  • Der Diamant, der das Geheimnis von Maledict Foylers Vermögen bildet, ist zwar nicht ganz so groß wie ein Berg, aber doch der bei weitem größte Diamant der Welt.
  • Würde man den Diamanten auf dem Weltmarkt anbieten, fielen die Diamantenpreise ins Bodenlose. Foyler kann mit dieser Tatsache im Hintergrund den Diamantenkonzern De Beers erpressen. In der Novelle verheimlicht Mr. Washington aus demselben Grund die Existenz des Diamantberges.
  • Mr. Washington in der Erzählung und Maledict Foyler sorgen dafür, das unliebsame Mitwisser für immer "verschwinden".
  • Das Schicksal der Tochter ist dem jeweiligen Oberschurken im Mosaik wie bei Fitzgerald gleichgültig. In beiden Fällen sind die Töchter charakterlich völlig andersartig als ihr Vater und überleben denselben.
  • Wie in der literarischen Vorlage sorgt Foyler selbst für die Vernichtung des Diamanten durch Feuer. Der Unterschied ist, dass Foyler unabsichtlich dabei ums Leben kommt, während Mr. Washington mit seinen Begleitern wahrscheinlich freiwillig in den Tod geht.
  • Auch im Mosaik bleibt von dem Superdiamanten am Ende nur eine zerstörte Wildnis übrig.

Am Ende der Serie bekommt Brabax auf dem Weg zur Hochzeit der O'Meanys von Fitzgerald dessen neuen Roman Ein Diamant, so groß wie das Ritz geschenkt.

[Bearbeiten] Erwähnt in folgendem Heft

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