Brieftauben

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Die untreue Spionagetaube (Heft 33)

Brieftauben wurden bis in die Mitte der 20. Jahrhunderts zum Überbringen von Nachrichten weltweit verwendet. Sie tauchen öfters in der Handlung des Mosaik auf.

Inhaltsverzeichnis

Brieftauben im Mosaik von Hannes Hegen

Heft 33 – Digedanium – Metall vom Meeresgrund

Die Digedags testen gerade etwas übermütig die Flugeigenschaften des Universalfahrzeugs "Mücke", als sie einen Zusammenstoß mit einer Brieftaube haben. Sie nehmen die verletzte Taube in Pflege, natürlich nicht ohne die Nachricht der Taube zu lesen. Diese scheint verschlüsselt zu sein, was zunächst nicht den Argwohn der Digedags weckt. Sorglos setzen sie eine Fundanzeige in die Zeitung. Einige Tage später steigt in der Nacht ein Einbrecher bei den beiden ein, um die Taube zu stehlen. Unglücklicherweise klingelt in diesem Moment das Bildtelefon und Professor Schlick lädt die Digedags zu einer Fahrt zum geheimen Fundort des Digedaniums ein. Der Einbrecher, der niemand anderes als ein Spion des Großneonischen Reiches ist, hat alles erfreut mitgehört. Am nächsten Tag entdecken die Digedags den Einbruch, als sie das Verschwinden der Taube bemerken. Sie befinden sich noch bei der Spurensuche, als die Taube mit einer Nachricht erneut am Fenster sitzt. Durch diese Nachricht erfahren sie, dass jemand hinter dem Digedanium her ist und ihnen zum geheimen Fundort folgen will. Die Nachricht der Taube war wohl für jemand anderes bestimmt, doch wegen der guten Pflege ist die Taube lieber zu den Digedags zurückgekehrt. Nachdem die Polizei informiert worden ist, gelingt es, den Agenten eine Falle zu stellen. Die Vergnügungsjacht Felix wird als Spionageboot enttarnt und ausgehoben.

Heft 179 – Unternehmen „Louisiana

Daddy Dicks Salomo

Der verschlagene Coffins versucht, die Digedags mit seinem Wissen über den Sklaven-Express zu erpressen, um die Lage der Goldmine zu erfahren. Nachdem die Digedags Jeremias Joker um Rat gefragt haben, entscheiden sie sich dafür, das Risiko einzugehen und die Lage der Goldmine nicht zu verraten. Während auf der Joker-Farm die Vorbereitungen zur Evakuierung des Sklaven-Express' laufen, organisiert Coffins in New Orleans mit dem Komitee zur Rettung der Südstaaten den Überfall auf den Express. Derweil wird die Louisiana zum Kriegsschiff umgerüstet. Doch die Heizer der Louisiana können über den geheimen Nachrichtendienst des Sklaven-Express' eine Warnung an die Joker-Farm absetzen. Über einen Heizer im Hafen geht die Nachricht an den Bauchladenverkäufer Jimmy, zum Schuhputzer Davy und schließlich zu Daddy Dick, der seine beste Taube - den Täuberich Salomo - losschickt. Inzwischen ist bei der Joker-Farm die Mississippi-Queen durch starke Holzplanken zum Panzerschiff umgebaut worden. Bei der anschließenden Seeschlacht kann die Mississippi-Queen durch einen Rammstoß die Louisiana versenken.

Brieftauben im Mosaik ab 1976

Okada erhält eine Nachricht

330 – Spiegel einer Königin

Der buddhistische Mönch und Spion der To-ryu im Kloster Nikko, Okada, steigt jeden Tag in das Dachgeschoss der Bibliothek, weil sich dort ein geheimer Landeplatz für Brieftauben befindet. Seine Auftraggeber teilen ihm üblicherweise durch die Taubenpost immer den gleichen Text mit: „Halte Ohren und auch Augen offen und lass den Sieg uns bald erhoffen.“ Kurz nach der Abreise der Abrafaxe erhält der tolpatschige Mönch das erstemal einen echten Auftrag, den er dann gehörig vermasselt.

364 – In der ewigen Stadt

Als Andreas von Montbard sich in seiner Heimatabtei Cîteaux befindet, um sich mit seinen Mitbrüdern über das weitere Vorgehen zu beraten, erreicht die Brieftaube Clara das Kloster. Sie bringt die Nachricht aus dem Land der Mauren, dass Hugo von Payens nun ein Galeerensklave ist und der Rabbi Josephas sich auf den Weg nach Rom befindet. Montbard bricht sofort mit einer Kopie vom Buch des Priesterkönigs nach Rom auf.

Briefzustellung mittels Taube

zurückgekehrte Taube

Die Taubenpost nutzt die Fähigkeit der Tauben, ihre Nistplätze auch über große Entfernungen hinweg wieder zu finden. Zur Übertragung muss die Taube zunächst von ihrem angestammten Nistplatz (Zielort der Nachricht) zum Absendeort gebracht werden, wo sie bis zum Einsatz gefangen gehalten wird. Die Nachrichten werden auf kleine (leichte) Zettel notiert und am Fuß der Taube befestigt. Nachdem die Brieftaube frei gelassen wurde, kehrt sie normalerweise auf direktem Weg zu ihrem Nistplatz zurück. Dort wird sie vom Taubenzüchter empfangen, womit die Nachricht zugestellt ist.

Die Entwicklung der Taubenpost

Taubenschlag im Kloster Cîteaux

Die Briefbeförderung mittels Taube war bereits in der Antike weit verbreitet. Bereits um 5000 v. Chr. bemerkten die Menschen die Fähigkeit der Tauben, mühelos große Entfernungen zu überwinden, um zu ihren Nistplätzen zurückzukehren. Daraufhin begann man, die Tauben zu domestizieren. Zuerst war es aber nur möglich, die Taube selbst als Nachricht zu nutzen. Erst im Alten Ägypten konnten besonders leichte Papiere entwickelt werden, die als Nachrichtenträger dienten. Aus Griechenland ist überliefert, dass die Athleten, die zu dem Olympischen Spielen reisten, Brieftauben mitführten, um einen Sieg schnellstmöglich ihrer Heimatstadt zu melden. Auch von den Römern wurden die Brieftauben genutzt, vor allem für militärische Zwecke. Plinius der Ältere berichtet in seiner Naturalis historia über die Verwendungsmöglichkeiten der Brieftaube. In China basierte das ganze Postwesen zeitweise auf der Grundlage der Taubenpost.

Nach dem Zerfall des Weströmischen Reiches gerieten die Brieftauben zunächst in Vergessenheit. Erst die vom Kreuzzug zurückkehrenden Kreuzritter brachten die Idee der Flugpost wieder nach Europa. Im Orient hatte sich die Idee der Nutzung von Brieftauben erhalten. Von Saladin ist z.B. überliefert, dass er zwischen seinen zwei Hauptstädten Kairo und Damaskus eine regelmäßige Taubenpost eingerichtet hatte.

Die Nutzung der Taubenpost beschränkte sich in Europa auf militärische Zwecke, abgesehen von einer gelegentlichen Nutzung als Kommunikationsmittel zwischen Burgen und Klöstern. Das änderte sich erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als mit dem Einsetzen der Industrialisierung ein schnellerer Datenfluss für Kaufleute, Industriellen und Spekulanten immer wichtiger wurde. Der Geschäftsmann Paul Julius Reuter erkannte die Gunst der Stunde und gründete 1850 das Institut zur Beförderung telegraphischer Depeschen. Um die damals noch bestehenden Lücken im Telegraphennetz zu schließen, nutzte er 40 Brieftauben. Später entwickelte sich dieses Unternehmen zu dem weltweit größten Nachrichtenunternehmen (Reuters). Doch der Niedergang der Taubenpost war nicht mehr aufzuhalten. An ihre Stelle traten die Telegraphenlinien.

Das letztemal wurde die Taubenpost während der beiden Weltkriege genutzt. Im ersten Weltkrieg waren schätzungsweise bis zu 100.000 Brieftauben im Einsatz, mit einer Erfolgsquote von zirka 95 Prozent. Der Brieftaube Cher Ami war sogar die französische Kriegsauszeichnung Croix de Guerre vergönnt, weil sie trotz einer schweren Verwundung die Nachricht einer eingeschlossenen Truppe an das Hauptquartier überbrachte. Dank der Nachricht konnten 194 Soldaten gerettet werden. Sogar im Zweiten Weltkrieg kamen die Brieftauben nochmals zum Einsatz. Die US-Armee unterhielt ungefähr 54.000 Brieftauben und die britische Armee gar 250.000. Doch die deutsche Armee hatte sich im Vorfeld auf den Einsatz der Brieftauben vorbreitet und Greifvögel für das Abfangen dressiert.

Heutzutage ist die Zustellung der Post mittels Taube aus allen Lebensbereichen verschwunden und findet nur noch als sportlicher Wettbewerb unter den Taubenzüchten Verwendung.

Wikipedia-Links

Brieftauben kommen in folgenden Mosaik-Hefen vor

Mosaik von Hannes Hegen: 33, 179
Mosaik ab 1976: 330, 364
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