Mosaik von Hannes Hegen 138 - Der Kampf um den Wüstenbrunnen

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Stammdaten
Titelbild Erschienen Mai 1968
Nachdruck in Auf dem Weg zur Schatzinsel
Reprintmappe XII
Umfang 24 Seiten
Panel 58 + Titelbild
Katalog 1.01.138
Serie Liste aller Digedags-Hefte
Hauptserie: Runkel-Serie
Kapitel: Auf dem Schiff des Nearchos
Heft davor Das Wrack des Nearchos
Heft danach Schiffbruch vor Harmozia

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Comic

[Bearbeiten] Inhalt

Erzähler: Die Digedags in der dritten Person, sowie Dag einzeln.
Auf der Insel der Verbannten berichten Dig und Dag den Perlenfischern und Runkel, wie sie einst mit ihrem Gefährten Digedag auf ein Schiff gelangten, das jetzt als Wrack auf dem Meeresgrund liegt.
Einst waren sie Postreiter im Dienst des Heeres von Alexander dem Großen. Mit schlechten Nachrichten aus Medien kommen sie im Lager am Indus an. Mit ihren Pferden reiten sie bis vor das Zelt des Griechenkönigs, wo ihnen ein Offizier der Leibwache den Weg versperrt. Er verlangt eine Sondervollmacht, die Digedag ihm verärgert vorzeigt. Der Offizier wird ganz bleich und salutiert erschrocken vor dem königlich mazedonischen Eilpostkurier. Die Digedags dürfen nun das Zelt betreten, in dem gerade eine Lagebesprechung stattfindet. Der König hat seine Generäle um sich versammelt, um mit ihnen die weiteren Aktivitäten zu beraten. Ein General berichtet, dass die Soldaten vom Kampf müde sind und endlich nach Hause zurückkehren wollen. Digedag präsentiert passend dazu seine Eilmeldung, durch die König Alexander den sofortigen Rückzug aus Indien beschließt. Er befiehlt Nearchos den Oberbefehl über die Flotte zu übernehmen und das schwere Kriegsgerät zu verladen. Er selbst will mit dem Heer auf dem Landweg bis nach Harmozia marschieren, wo sie sich dann wieder treffen. Damit endet die Lagebesprechung und die Digedags verlassen mit den Generälen das Zelt. Da entdecken sie, dass drei Generäle ihre Kurierpferde mitnehmen wollen. Digedag will sich das nicht gefallen lassen und fordert seine Gefährten auf, die Pferde rasch wieder einfangen. Aus den Seilen in einem bereitstehenden Materialwagen werden Lassos, die kurze Zeit später die drei Generäle treffen. Erschrocken hatten sie die Pferde losgelassen, aber Digedag will die Diebe vor den König bringen. Doch als die hohen Offiziere am Boden liegen, werden die Digedags von der Wache festgenommen. Da sie sich strafbar gemacht haben, werden sie in ein Arbeitsbataillon gesteckt und müssen die Flotte des Nearchos mit Waffen beladen. Nach der mühevollen Schlepperei werden sie auf das Lastschiff Poseidon geschickt, auf dem sie auch die Verabschiedung vom König Alexander verfolgen. Dabei fällt ihnen auf, dass der König nicht seine Goldene Rüstung angelegt hat, sondern nur eine einfache Felduniform. Admiral Nearchos wird mit seiner Flotte feierlich verabschiedet. Während die Flotte mit fünftausend Mann ablegt, zieht der König auf einem Elefanten mit dem Heer auf dem Landweg nach Westen.
Bei günstigem Wind und kräftigen Ruderschlägen kommt die Flotte gut voran, nur die Poseidon fällt zurück, da das Schiff völlig überladen ist. Der Kapitän hatte noch vier Kaufleute mit ihren Waren an Bord genommen. Als die Flotte bereits außer Sicht ist, erscheint am Himmel eine dunkle Wolke, die sich schnell dem Schiff näherte. Doch es ist kein Taifun, sondern ein riesiger Heuschreckenschwarm. Millionen von Heuschrecken fallen über das Schiff her und zerfressen das Segel. Um die Gefahr abzuwenden, holt Digedag aus den Warenbeständen der Kaufleute einige Räucherkerzen. Die Digedags lassen sich vom Steuermann Feuer geben und nebeln dann das Schiff mit viel Qualm ein. Das Mittel wirkt - viele Heuschrecken fallen leblos aufs Deck, der Rest flüchtet. Die Kaufleute regen sich nun furchtbar auf, da ihre Ware als Insektenvertilgungsmittel genutzt wurde, doch niemand nimmt sie ernst. Die Digedags geben dem besorgten Kapitän den Rat, die zerfetzten Segel mit Stoffen der Kaufleute auszutauschen. Die Krämer beginnen ein lautes Geschrei und protestieren. Doch der Kapitän befiehlt seiner Mannschaft, die Notsegel zu setzen und das Schiff geht wieder auf seinen Kurs.
Dar Kapitän lässt bald darauf die Küste ansteuern, da das Trinkwasser an Bord knapp wird. Als sie eine kleine Siedlung entdecken, legt das Schiff in der Nähe der kahlen und steinigen Küste an. Doch die Einheimischen empfangen sie mit Steinwürfen und Drohgebärden. Der Kapitän und die Digedags müssen hinter einem Felsen Schutz suchen. Doch auch hier haben die Digedags den rettenden Einfall. Sie holen von Bord Metallgegenstände und bieten sie den Fremden als Geschenke an. Die misstrauischen Küstenbewohner begutachten die Ware und sind begeistert. Nun können die Digedags und ihre Begleiter aus dem Dorfbrunnen Wasser holen und ihre Vorratsfässer auffüllen. Natürlich sind die Kaufleute wieder empört, da einfach ihre Ware verschenkt wird. Doch der Kapitän weist sie in die Schranken und lässt die Fahrt fortsetzen.

[Bearbeiten] Figuren

[Bearbeiten] Bemerkungen

  • Im Bericht des Nearchos über seine Seereise, die später von Arrian in seiner Geschichte Alexanders des Großen verarbeitet wurde, ist von einem Steinzeitvolk die Rede, mit dem die makedonischen Schiffsbesatzungen in kurzen militärischen Konflikt gerieten. Erst später traf man auf die fischessenden Ichthyophagen, mit denen es aber keine weiteren Zusammenstöße gab, da sie sich beim Nahen der Flotte meist ins Landesinnere zurückzogen. Die Nachrichten über diese beiden Völker wurden im Mosaik aus dramaturgischen Gründen zur Ichthyophagen-Episode zusammengezogen.
  • Die Brahui-Sprache wird heute noch in Pakistan gesprochen. Sie gehört - wie im Mosaik geschildert - zu den dravidischen Sprachen, die heutzutage jedoch hauptsächlich im Süden Indiens benutzt werden. Von der Sprache der historischen Ichthyophagen ist übrigens nichts weiter verbürgt; sie im Mosaik Brahui sprechen zu lassen, ist künstlerische Freiheit. Interessanterweise handelt es sich dabei um eins von lediglich zwei Beispielen für irdische Sprachen, die den Digedags unbekannt sind. Siehe dazu auch: Sprachliche Verständigung im Mosaik.
  • Die Route von Alexanders Heer durch Gedrosien über Pura nach Harmozia (heute: Belutschistan, Bampur, Ormuz), wie sie im Mosaik geschildert wird, ist historisch korrekt. Auch die Veruntreuung von Geld durch Harpalos ist verbürgt, fand allerdings erst zwei Jahre später statt. Die auf S. 6 erwähnte Verletzung zog sich Alexander der Große zu, als er im Jahre 325 an der Spitze seiner Truppen die Mauern einer belagerten indischen Stadt überstieg und kurze Zeit von den nachfolgenden Soldaten getrennt wurde.
  • Die berühmte Meuterei der Generäle ist ebenfalls historisch verbürgt. Allerdings soll es dabei wesentlich weniger harmonisch zugegangen sein als im Mosaik dargestellt. Sie wird in Heft 2/84 ein weiteres Mal thematisiert, wo es schon mehr zur Sache ging.
  • Der wortführende General, hier als "mannhafter General" bezeichnet, war seinerzeit der berühmte Feldherr Koinos. Dessen Figur taucht ebenfalls im erwähnten Abrafaxe-Heft auf, wird aber auch dort nicht namentlich genannt.
  • Die jeweilige genaue Zahl der auf dem Landwege und per Schiff nach Harmozia reisenden Soldaten ist nicht genauer feststellbar. Die im Mosaik genannten 60.000 Mann des Landheers sind wahrscheinlich zu hoch angesetzt.
  • Ob tatsächlich Kaufleute auf den Schiffen der Nearchos-Flotte mitgereist sind, ist nicht bekannt. Das Landheer hingegen wurde von Händlern begleitet, die Waren aus Indien nach Westen bringen wollten.
  • Auf der Karte, mit der Alexander auf S. 8 seine Rückzugspläne verdeutlicht, ist neben dem Indus und Harmozia auch die Stadt Basra eingezeichnet. Dies ist jedoch ein Anachronismus, denn Basra wurde unter diesem Namen erst knapp tausend Jahre später von den Arabern gegründet.

[Bearbeiten] Mitarbeiter

[Bearbeiten] Weitere Besonderheiten

  • Eine kleine Auflage des Heftes wurde auf holzfreiem Papier gedruckt, zeigt jedoch auf der Rückseite ein gemeinsames Export-Impressum, bei dem im Vergleich zum Inland-Impressum die ersten beiden Zeilen retuschiert wurden. Diese Hefte waren nachweislich für den Export nach Österreich und in die Bundesrepublik Deutschland bestimmt, wurden aber zum Teil auch an Redaktions- und Druckereimitarbeiter abgegeben.

[Bearbeiten] Externe Links

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