Richard Wagner

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Version vom 20:55, 15. Sep. 2008

Richard Wagner (1813-1883) war ein bedeutender deutscher Komponist und Dramatiker. Zwei seiner Opern werden im MOSAIK dargeboten und zitiert; auf weitere gibt es Anspielungen. In der Abrafaxe-Amerika- und der Weltreise-Serie wird Wagner sogar selbst erwähnt.

Inhaltsverzeichnis

Wagner und seine Werke im MOSAIK

Römer-Serie

Bei einem Hoffest von Cäsar Celsius geraten sich die beiden Dichter Nixus Talentus und Bombastus in die Haare. Ein ebenfalls anwesender dicker römischer General bezeichnet ihren gemeinsamen Auftritt, der in das nährreiche Duett Kalbskeule mit Vergißmeinnicht mündet, spöttisch als Dichterkrieg.

Damit wird auf ein (fiktives) Ereignis des Mittelalters angespielt, den so genannten Sängerkrieg auf der Wartburg. Dieser ist auch Thema von Wagners Oper Tannhäuser; inwieweit diese weitere Verbindung mitschwingen soll, ist jedoch nicht sicher.

Runkel-Serie

Kunibert II. von Rübenstein, der Vater von Ritter Runkel, erzählt den Digedags, dass sein Vorfahr Winfried am Hofe von König Artur geweilt und an dessen Tafelrunde mit Parsifal und Lohengrin Brüderschaft getrunken habe. Lohengrin und sein Schwan sind auch Runkel selbst ein Begriff, nicht zuletzt dank seiner Ritterregeln.

Von den Anspielungen auf die Artusepik abgesehen stammen die Namensformen Parsifal und Lohengrin von den beiden gleichnamigen Wagner-Opern. Die überlieferten Namen der beiden Helden lauten eigentlich Parzival und Loherangrîn.

Abrafaxe-Amerika-Serie

In der Civic Opera von Chicago wird Wagners Oper Lohengrin dargeboten. Der Ritter und sein Schwimmfahrzeug (ein Schwan mit Rädern) sind auf der Bühne zu sehen.

Wagner wird dabei als der Leipziger Romantiker umschrieben. Eine Fußnote merkt hierzu an:

Richard Wagner (1813-1883), deutscher Komponist, der mit der Idee des musikdramatischen "Gesamtkunstwerks" im 19. Jahrhundert für Aufsehen sorgte.

Weltreise-Serie

Das Marinski-Theater von St. Petersburg führt in einer Privatvorstellung für Zar Alexander III. und seine Freunde die Wagner-Oper Siegfried auf. Der Hauptdarsteller ist gerade dabei, den Pappdrachen zu besiegen, als die Abrafaxe mit einem Zeitsprung dazwischenplatzen und alles ruinieren.

Im Begleittext wird Wagner als Komponist der Oper genannt. Zudem erwähnt der Bühnenbildner Grigori Iwanowitsch mit dem Fliegenden Holländer eine weitere Wagner-Oper, die erst kurz zuvor hier aufgeführt worden sei.

Stein-der-Weisen-Serie

In Coellen legt ein Boot namens Rheingold am Ufer an. Damit wird auf eine weitere Oper Wagners angespielt.

Onepager

Im Superillu-Onepager Schuld und Sühne spielt Califax seinen beiden Gefährten den Ring des Nibelungen in der Fassung für Blockflöte vor. Leider haben die beiden keinen Sinn für die wahren Werte.

Sonstiges

Der Titel von MOSAIK 252 lautet "Götterdämmerung". Das ist wohl ein Hinweis auf die gleichnamige Wagner-Oper, die den letzten Teil des Rings bildet. Adolf Hitler, dessen Aufstieg zur Macht im Ägypten-Kapitel mit der Figur des Skrotonos parabelhaft dargestellt wird, war bekanntlich ein Verehrer der Wagnerschen Kunst. In diesem Mosaikheft geht es um Skrotonos' Untergang - auch das Ende Hitlers und des Dritten Reiches wird gerne unter Rückgriff auf die Wagner-Oper als Götterdämmerung bezeichnet.

Direkter nimmt ein Fanart-Cover von Pteroman auf dieselbe Oper Bezug. Ritter Runkel übernimmt hier die Rolle von Siegfried (siehe Bild unten).

Zusammenfassung

Die Erwähnungen des Dichterkriegs in der Römerserie und von Parsifal und Lohengrin in der Runkelserie gehen auf den langjährigen Texter des MOSAIK, Lothar Dräger, zurück. Seine Opernleidenschaft hat sich häufig im MOSAIK niedergeschlagen; daher verwandte er für die beiden Figuren der Artusepik auch ihre Wagnerschen Namen, die ihm offenbar geläufiger waren. Vor diesem Hintergrund ist es auch wahrscheinlich, dass ihm der Sängerkrieg auf der Wartburg aus dem Tannhäuser bekannt war.

Die tatsächlichen Aufführungen zweier Wagner-Opern in der Amerika- und der Weltreise-Serie und sämtliche weiteren Anspielungen dürften eine Idee von Jens-Uwe Schubert sein, der an den betreffenden Serien als Autor (mit-)wirkte und auch die Onepager textet.

Das Rheingold-Boot hingegen ist wohl einfach ein Gag eines der Zeichner.

Die Darstellung Parzivals im Abrafaxe-Kalender 2009 scheint keine Anspielung auf Wagners Werk zu sein; darauf weist die Verwendung des ursprünglichen Namens des Helden hin. Andreas Schulze, der Zeichner, Szenarist und Texter des Kalenders, bezieht sich offenbar direkt auf Wolfram von Eschenbach.

Wagners Leben und Werk

Kurzbiographie

Richard Wagner wurde 1813 in Leipzig geboren. Er wuchs wegen des Tods von Vater und Stiefvater bei verschiedenen Verwandten auf und ging in Dresden und Leipzig zur Schule. Seit dem 17. Lebensjahr wollte er Komponist werden und studierte daher 1831-1833 an der Uni Leipzig Musik. Sein erstes Engagement erhielt er als Chordirektor in Würzburg, wo er auch seine erste Oper schrieb. Weitere Stellen als Dirigent oder Musikdirektor bekleidete er in den Jahren bis 1839 in Magdeburg, Königsberg und Riga. Im Jahre 1836 heiratete er Minna Planer.

Die Jahre 1840 bis 1842 verbrachte das junge Paar in Paris, wo es in armen Verhältnissen lebte. Wagner schrieb Musikkritiken und arbeitete an zwei Opern. Im Jahre 1842 zog er nach Dresden, wo eine seiner Opern auf den Spielplan gesetzt wurde. Im nächsten Jahr bekam er hier auch die Stelle als Königlich-Sächsischer Kapellmeister und konnte weitere Opern zur Vollendung und Aufführung bringen. Bis zur Revolution von 1848/49 blieb Wagner in Dresden, verbrachte aber auch viel Zeit in Böhmen.

Nach seiner Beteiligung am Dresdner Maiaufstand 1849 musste Wagner fliehen; er ging ins Exil nach Zürich. Von hier aus unternahm er häufige Reisen nach Italien oder Frankreich und arbeitete im wesentlichen am Ring der Nibelungen. Im Jahre 1858 trennte er sich wegen seiner Liebe zu Mathilde Wesendonck von seiner Frau und zog über Venedig 1860 erneut nach Paris, wo es aber bald zum berühmten Tannhäuser-Skandal kam. Ab diesem Jahr durfte er aufgrund einer Teilamnestie auch wieder nach Deutschland reisen. Bis 1866 wechselte Wagner seinen Wohnort sehr häufig, nicht zuletzt wegen seines verschwenderischen Lebenswandels und der daraus resultierenden Flut von Gläubigern. In König Ludwig II. von Bayern fand er 1864 einen spendablen Gönner; im gleichen Jahr wurde die viel jüngere Cosima von Bülow seine neue Lebenspartnerin - 1865 kam das erste gemeinsame Kind zur Welt.

Nach dem Tod von Minna Wagner im Jahr darauf ließen sich Richard und Cosima in Tribschen bei Zürich nieder. Hier entstanden weitere Opern und Kinder. Berühmte Gäste wie Ludwig II. und Friedrich Nietzsche weilten im Tribschener Idyll zu Gast. Nach Cosimas Scheidung von ihrem ersten Ehemann konnten sie und Richard 1870 heiraten.

Im Jahre 1871 wählte Wagner Bayreuth als künftigen Aufführungsort seiner Opern, insbesondere für seinen Ring des Nibelungen. Im Jahr darauf siedelten er und seine Familie hierher über. Ein neues Festspielhaus und die Villa Wahnfried als Wohnort wurden gebaut. Im August 1876 fanden die ersten Bayreuther Festspiele mit der Uraufführung des kompletten Rings statt (einzelne Teile daraus waren bereits zuvor andernorts gelaufen). Für die zweiten Festspiele von 1882 komponierte Wagner das Bühnenweihfestspiel Parsifal.

In seinen letzten Lebensjahren hielt sich Wagner häufig in Italien auf. Er verstarb im Februar 1883 in Venedig an Herzversagen.

Wichtige Opern

In Klammern Ort und Jahr der Uraufführung.

Externe Links

Richard Wagner und seine Werke spielen in folgenden Mosaikheften eine Rolle

Mosaik von Hannes Hegen: 16 (Tannhäuser), 92, 96 (Lohengrin), 98 (Lohengrin und Parsifal)

Mosaik ab 1976: 252 (Götterdämmerung), 312 (Lohengrin und Wagner), 344 (Siegfried, Fliegender Holländer und Wagner), 393 (Rheingold)

Abrafaxe-Onepager: Schuld und Sühne (Ring des Nibelungen)
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