Die Abrafaxe und Graf Hetzel

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Die Pläne im Mosaik-Team sahen zu diesem Zeitpunkt noch vor, eine Fernsehserie mit den Abrafaxen produzieren zu lassen, in der die drei ostdeutschen Protagonisten gestalterisch sehr nah an ihr Erscheinungsbild in den monatlichen [[Mosaik ab 1976|Mosaik]]-Heften angelehnt werden sollten. Dafür wollte sich Jürgen Weyrich, der bereits über Erfahrungen bei der computergestützten Produktion von Werbespots und Industriefilmen verfügte und darüber hinaus sein Unternehmen ''Media Publishing'' eigentlich für die Produktion von Computerspielen gegründet hatte, der Computeranimation bedienen. Auf diese Weise entstand dann auch vermutlich zwischen Herbst 1996 und Frühjahr 1997, in enger Zusammenarbeit mit den Mosaik-Machern, in Stuttgart der Pilotfilm, in dem die Abrafaxe nicht nur laufen sondern erstmals auch sprechen lernten.
Die Pläne im Mosaik-Team sahen zu diesem Zeitpunkt noch vor, eine Fernsehserie mit den Abrafaxen produzieren zu lassen, in der die drei ostdeutschen Protagonisten gestalterisch sehr nah an ihr Erscheinungsbild in den monatlichen [[Mosaik ab 1976|Mosaik]]-Heften angelehnt werden sollten. Dafür wollte sich Jürgen Weyrich, der bereits über Erfahrungen bei der computergestützten Produktion von Werbespots und Industriefilmen verfügte und darüber hinaus sein Unternehmen ''Media Publishing'' eigentlich für die Produktion von Computerspielen gegründet hatte, der Computeranimation bedienen. Auf diese Weise entstand dann auch vermutlich zwischen Herbst 1996 und Frühjahr 1997, in enger Zusammenarbeit mit den Mosaik-Machern, in Stuttgart der Pilotfilm, in dem die Abrafaxe nicht nur laufen sondern erstmals auch sprechen lernten.
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Die ersten Reaktionen auf den kurzen Streifen fielen im ''Steinchen für Steinchen Verlag'' wohl eher positiv aus, denn im Mosaik [[Mosaik 256 - Das Gespenst von Roncalprado|256]] berichtete man stolz über die Kameraführungs- und Lichteffekte und bildete sogar einige Screenshots ab. Darüber hinaus wurde der Film auch gegenüber der Presse positiv erwähnt und im Anfang 1997 wurden sogar einige Ausschnitte in einer Sendung des Fernsehsenders ''3sat'' einer breiteren Öffentlichkeit präsentiert. Und da mit dem Film nun ein erstes handfestes Ergebnis vorlag, gründete man in der Lindenallee 5 die ''[[Abrafaxe-Trickfilm AG]]'' und verlieh somit dem Projekt Animationsfilm mehr Gewicht.  
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Die ersten Reaktionen auf den kurzen Streifen fielen im ''Steinchen für Steinchen Verlag'' wohl eher positiv aus, denn im Mosaik [[Mosaik 256 - Das Gespenst von Roncalprado|256]] berichtete man stolz über die Kameraführungs- und Lichteffekte und bildete sogar einige Screenshots ab. Darüber hinaus wurde der Film auch gegenüber der Presse positiv erwähnt und Anfang 1997 wurden sogar einige Ausschnitte in einer Sendung des Fernsehsenders ''3sat'' einer breiteren Öffentlichkeit präsentiert. Und da mit dem Film nun ein erstes handfestes Ergebnis vorlag, gründete man in der Lindenallee 5 die ''[[Abrafaxe-Trickfilm AG]]'' und verlieh somit dem Projekt Animationsfilm mehr Gewicht.  
Um nun die Arbeiten an der Fernsehserie ernsthaft angehen zu können, benötigte man in Stuttgart 3D-Modelle der Hauptdarsteller Abrax, Brabax und Califax, die dann mit entsprechenden Markierungen gekennzeichnet als Drahtgittermodell in den Computer eingelesen werden und so als Basis der Computeranimation dienen sollten. Wie [[Lona Rietschel]] 2001 in einem [[Die Abrafaxe - Unter schwarzer Flagge#Interview mit Lona Rietschel|Interview mit der BMC]] mitteilte, ließ sie sich die genauen Anforderungen an die Modelle am Telefon erklären und fertigte schließlich die drei Figuren aus einer feucht und trocken bearbeitbaren Pappmachémasse in zum Teil recht staubiger Heimarbeit selbst. Als die Modelle dann aber fertiggestellt waren, hatte man leider keine Verwendung mehr für sie.
Um nun die Arbeiten an der Fernsehserie ernsthaft angehen zu können, benötigte man in Stuttgart 3D-Modelle der Hauptdarsteller Abrax, Brabax und Califax, die dann mit entsprechenden Markierungen gekennzeichnet als Drahtgittermodell in den Computer eingelesen werden und so als Basis der Computeranimation dienen sollten. Wie [[Lona Rietschel]] 2001 in einem [[Die Abrafaxe - Unter schwarzer Flagge#Interview mit Lona Rietschel|Interview mit der BMC]] mitteilte, ließ sie sich die genauen Anforderungen an die Modelle am Telefon erklären und fertigte schließlich die drei Figuren aus einer feucht und trocken bearbeitbaren Pappmachémasse in zum Teil recht staubiger Heimarbeit selbst. Als die Modelle dann aber fertiggestellt waren, hatte man leider keine Verwendung mehr für sie.
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In der Mosaik-Redaktion hatte man sich in der Zwischenzeit anderweitig orientiert. Seit dem Jahre 1998 sahen die Pläne zur Umsetzung einer Trickfilmproduktion mit den Abrafaxen nun vor, einen Spielfilm auf Basis eines von der monatlichen Heftreihe losgelösten Comic-Abenteuers zu produzieren. Hierfür sollte dann bei der Gestaltung der drei Protagonisten auch nicht mehr die Computeranimation sondern die klassische 2D-Animation mit Bleistift und Papier Anwendung finden, weshalb man sich auch von ''Media Publishing'' als Partner verabschiedet hatte. Die neuen Pläne fanden 2001 dann ihre Umsetzung im Spielfilm ''[[Die Abrafaxe - Unter schwarzer Flagge]]''.
In der Mosaik-Redaktion hatte man sich in der Zwischenzeit anderweitig orientiert. Seit dem Jahre 1998 sahen die Pläne zur Umsetzung einer Trickfilmproduktion mit den Abrafaxen nun vor, einen Spielfilm auf Basis eines von der monatlichen Heftreihe losgelösten Comic-Abenteuers zu produzieren. Hierfür sollte dann bei der Gestaltung der drei Protagonisten auch nicht mehr die Computeranimation sondern die klassische 2D-Animation mit Bleistift und Papier Anwendung finden, weshalb man sich auch von ''Media Publishing'' als Partner verabschiedet hatte. Die neuen Pläne fanden 2001 dann ihre Umsetzung im Spielfilm ''[[Die Abrafaxe - Unter schwarzer Flagge]]''.
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Von den Bestrebungen, eine Fernsehserie zu produzieren, zeugen heute also nur noch der im Kreise der Mosaik-Macher als VHS-Kopie vorliegende kurze Pilotfilm und die im Privatbesitz Lona Rietschels befindlichen Modellfiguren der Abrafaxe.
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Von den Bestrebungen, eine Fernsehserie zu produzieren, zeugen heute also nur noch der im Kreise der Mosaik-Macher als VHS-Kopie vorliegende kurze Pilotfilm und die Modellfiguren der Abrafaxe, die sich lange Zeit im Privatbesitz Lona Rietschels befanden, 2013 auf dem [[Comicfestival München]] ausgestellt wurden und seit [[2018]] in einer Vitrine im ''Steinchen für Steinchen Verlag'' bestaunt werden können.
== Inhalt ==
== Inhalt ==

Aktuelle Version vom 13:04, 28. Feb. 2019

Filmdaten
Deutscher Titel: Die Abrafaxe und Graf Hetzel
Originaltitel: Die Abrafaxe und Graf Hetzel
Produktionsland: BRD
Produktionsjahr: 1996/97
Länge (PAL-DVD): 2:09 Minuten
Originalsprache: Deutsch
Altersfreigabe: FSK 6
Stab
Regie: Jürgen Weyrich
Drehbuch: Jens Uwe Schubert, Thomas Platt und Jürgen Grützke
Produzent: Jürgen Weyrich, K. C. Murphy
Musik: -
Kamera: -
Schnitt: -
Besetzung
Graf Hetzel, scheinbar ergraut
Califax bringt das Essen
Abrax in Schwierigkeiten
Die Ratte mit Käse

Die Abrafaxe und Graf Hetzel ist ein Trickfilm, der als Pilotfilm zu einer geplanten TV-Serie mit den Abrafaxen entstand.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Zur Entstehungsgeschichte

Nachdem im Sommer 1993 der in Russland hergestellte MOSAIKA-Werbefilm bewiesen hatte, dass Abrax, Brabax und Califax auch in der Welt der bewegten Bilder bestehen können, reiften in der Lindenallee 5 erste Ideen an eine weiterreichende Trickfilmproduktion. So wurden in der Folgezeit auf diversen Messen immer wieder Gespräche mit potentiellen Partnern für das Vorhaben geführt, die jedoch meist nicht sehr zufriedenstellend verliefen.

Im Jahre 1996 wurde dann auf bislang noch unbekannte Weise der Kontakt zum im selben Jahr gegründeten Stuttgarter Unternehmen Media Publishing hergestellt und bald darauf war Gesellschafter und Geschäftsführer Jürgen Weyrich zu Gast beim Steinchen für Steinchen Verlag in Berlin, um die Abrafaxe näher kennenzulernen.

Die Pläne im Mosaik-Team sahen zu diesem Zeitpunkt noch vor, eine Fernsehserie mit den Abrafaxen produzieren zu lassen, in der die drei ostdeutschen Protagonisten gestalterisch sehr nah an ihr Erscheinungsbild in den monatlichen Mosaik-Heften angelehnt werden sollten. Dafür wollte sich Jürgen Weyrich, der bereits über Erfahrungen bei der computergestützten Produktion von Werbespots und Industriefilmen verfügte und darüber hinaus sein Unternehmen Media Publishing eigentlich für die Produktion von Computerspielen gegründet hatte, der Computeranimation bedienen. Auf diese Weise entstand dann auch vermutlich zwischen Herbst 1996 und Frühjahr 1997, in enger Zusammenarbeit mit den Mosaik-Machern, in Stuttgart der Pilotfilm, in dem die Abrafaxe nicht nur laufen sondern erstmals auch sprechen lernten.

Die ersten Reaktionen auf den kurzen Streifen fielen im Steinchen für Steinchen Verlag wohl eher positiv aus, denn im Mosaik 256 berichtete man stolz über die Kameraführungs- und Lichteffekte und bildete sogar einige Screenshots ab. Darüber hinaus wurde der Film auch gegenüber der Presse positiv erwähnt und Anfang 1997 wurden sogar einige Ausschnitte in einer Sendung des Fernsehsenders 3sat einer breiteren Öffentlichkeit präsentiert. Und da mit dem Film nun ein erstes handfestes Ergebnis vorlag, gründete man in der Lindenallee 5 die Abrafaxe-Trickfilm AG und verlieh somit dem Projekt Animationsfilm mehr Gewicht.

Um nun die Arbeiten an der Fernsehserie ernsthaft angehen zu können, benötigte man in Stuttgart 3D-Modelle der Hauptdarsteller Abrax, Brabax und Califax, die dann mit entsprechenden Markierungen gekennzeichnet als Drahtgittermodell in den Computer eingelesen werden und so als Basis der Computeranimation dienen sollten. Wie Lona Rietschel 2001 in einem Interview mit der BMC mitteilte, ließ sie sich die genauen Anforderungen an die Modelle am Telefon erklären und fertigte schließlich die drei Figuren aus einer feucht und trocken bearbeitbaren Pappmachémasse in zum Teil recht staubiger Heimarbeit selbst. Als die Modelle dann aber fertiggestellt waren, hatte man leider keine Verwendung mehr für sie.

In der Mosaik-Redaktion hatte man sich in der Zwischenzeit anderweitig orientiert. Seit dem Jahre 1998 sahen die Pläne zur Umsetzung einer Trickfilmproduktion mit den Abrafaxen nun vor, einen Spielfilm auf Basis eines von der monatlichen Heftreihe losgelösten Comic-Abenteuers zu produzieren. Hierfür sollte dann bei der Gestaltung der drei Protagonisten auch nicht mehr die Computeranimation sondern die klassische 2D-Animation mit Bleistift und Papier Anwendung finden, weshalb man sich auch von Media Publishing als Partner verabschiedet hatte. Die neuen Pläne fanden 2001 dann ihre Umsetzung im Spielfilm Die Abrafaxe - Unter schwarzer Flagge.

Von den Bestrebungen, eine Fernsehserie zu produzieren, zeugen heute also nur noch der im Kreise der Mosaik-Macher als VHS-Kopie vorliegende kurze Pilotfilm und die Modellfiguren der Abrafaxe, die sich lange Zeit im Privatbesitz Lona Rietschels befanden, 2013 auf dem Comicfestival München ausgestellt wurden und seit 2018 in einer Vitrine im Steinchen für Steinchen Verlag bestaunt werden können.

[Bearbeiten] Inhalt

In einer ersten Sequenz nach dem Titelvorspann sieht man einen Bussard über eine hügelige Waldlandschaft kreisen, in deren Hintergrund auf einer Anhöhe eine Burg, vermutlich die für den Film etwas abgewandelte Ränkeburg, zu erkennen ist. Zur selben Zeit ist die Ratte gerade dabei, genüsslich ein Stück Käse zu verspeisen. Als der Bussard die Ratte entdeckt und sich auf sie stürzen will, flieht der gewitzte Nager durch das Unterholz und erreicht wenig später die rettenden Arme Brabax'. Kurz darauf vernehmen die beiden die gedämpfte Stimme Abrax' und folgen ihr durch den Wald. Schließlich finden sie ihn gefesselt und geknebelt vor dem mit einem Schwert bewaffneten Graf Hetzel auf dem Boden sitzend. Brabax äußert seine Verwunderung darüber, Hetzel frei zu sehen, worauf der Graf hämisch verlauten lässt, sich ebenfalls über das Wiedersehen zu freuen.

Die zweite Sequenz beginnt mit dem Flug eines Fledermausschwarms zur nächtlichen Ränkeburg. Hinter dem sich öffnenden Burgtor wird rechts der Gasthof Zur Tanne sichtbar und kurz darauf sieht man im Hintergrund Califax mit einer Fackel den Wehrgang an den Burgzinnen entlanggehen. Nach einem Kameraschwenk erkennt man, dass Califax neben der Fackel auch einen Teller mit Gebäck oder Klößen durch die Burg trägt und von der Ratte begleitet wird. Unterdessen tummelt sich am Fuße einer Treppe, die zum Wehrgang hinaufführt, eine sechsköpfige Mäusefamilie. Als eine abgelenkte Fledermaus mit Califax zusammenprallt, fällt ihm die Fackel aus der Hand, kollert die Treppe hinunter und versetzt die Mäuse in helle Aufregung. Die Ratte zeigt sich einmal mehr als Retter, indem sie der Fackel folgt und diese dann in ein offenes Wasserfass befördert. Danach setzen Califax und die Ratte ihren Weg fort und erreichen schließlich einen Burgraum, in dessen Mitte Abrax und Brabax gefesselt auf dem Boden sitzen, während hinter ihnen hinter einem Tisch Graf Hetzel die Ankömmlinge erwartet. Der Bösewicht lässt zum Schluss des Films verlauten, dass die drei Abrafaxe jetzt für alles zu bezahlen hätten.

Übrigens ähnelt nach Aussagen Jörg Reuters die Synchronstimme Graf Hetzels der eines Clint Eastwood.

[Bearbeiten] Zur Rechtslage

Anfragen an die Mosaik-Redaktion, ob der Trickfilm eventuell im Rahmen einer Sammleredition einem größeren Fan-Kreis zugänglich gemacht werden könne, wurden bislang immer abschlägig beantwortet. Als Grund dafür wurde angegeben, dass die Rechte an dem Streifen immer noch beim Rechtsnachfolger der Media Publishing lägen, weshalb eine legale Veröffentlichung derzeit absolut unmöglich sei. Zur Klärung dieser Frage wurde von privater Seite mehrfach versucht, mit Jürgen Weyrich in Kontakt zu treten - bislang allerdings immer erfolglos.

Seit einigen Jahren jedoch kann der komplette Film im Internet angesehen werden. Die US-amerikanische Trickfilmproduzentin K. C. Murphy, die von Oktober 1996 bis März 1997 im Unterauftrag für die Media Publishing an dem Film gearbeitet hatte, stellte ihn 2012 auf der Video-Plattform vimeo der Öffentlichkeit zur Verfügung.

[Bearbeiten] Externe Links

Persönliche Werkzeuge