René Goscinny

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Version vom 18:59, 29. Sep. 2008

René Goscinny (*14. August 1926 in Paris; 5. November 1977 ebenda) war der erfolgreichste Szenarist der europäischen Comics und Comiczeichner. Seine bekanntesten Texte schrieb er zu Albert Uderzos Asterix und den Lucky Luke-Comics von Morris. Der Sohn polnisch-ukrainischer Eltern wuchs in Frankreich und Argentinien auf, bevor er in New York City seine Karriere als Autor begann. Nachdem ihn dort die Walt-Disney-Studios abgelehnt hatten, traf er dort 1949 Morris und ging später zurück nach Europa. Durch die Serie Asterix erlangte er, insbesondere in Frankreich eine enorme Popularität, noch bevor er, wie in Deutschland durch Adolf Kabatek auch weltweit bekannt wurde.

René Goscinny wurde zusammen mit Albert Uderzo zum Ritter der französischen Ehrenlegion geschlagen. Sein unerwarteter Tod trat am 5. November 1977 ein, als er einem Herzinfarkt erlag.

Inhaltsverzeichnis

Biographie

Frühe Jahre

René Goscinny wurde als Sohn polnischer Eltern in Paris geboren. Seine Kindheit in Frankreich währte allerdings nicht lange, da seine Eltern bereits 1928 nach Buenos Aires (Argentinien) auswanderten, wo er seine gesamte Jugend verbrachte. Dort machte Goscinny auch 1943 auch sein Abitur, das angestrebte Studium konnte er allerdings nie verwirklichen, da sein Vater kurz nach dem Schulabschluss überraschend verstarb.

Daraufhin versuchte er sich als Hilfsbuchhalter in einer Kautschukfabrik und als Zeichner in einer Werbeagentur. Die Ziele des strebsamen Goscinny waren damit aber noch lange nicht erreicht, woraufhin er 1945, mit Hilfe eines dort wohnenden Onkels, in die Vereinigten Staaten von Amerika auswanderte um den Versuch zu starten, bei Walt Disney in New York unterzukommen, was ihm aber nicht gelang. Kaum war er im Land der unbegrenzten Möglichkeiten angekommen, das für ihn so schnell seine Grenzen gezeigt hatte, wurde er als Soldat eingezogen und nach Europa geschickt. Zu einem Kampfeinsatz kam er aber nicht mehr, als Goscinny ankam, war der Zweite Weltkrieg bereits beendet. René Goscinnys sehr schlechtes Englisch war nicht gerade hilfreich bei der Arbeitssuche, so dass er sich zwei Jahre lang nur mit Gelegenheitsarbeiten durchschlagen musste, nachdem er zurück in New York war. Erst 1949 kam die positive Wende für den gebürtigen Franzosen, als er Anfang des Jahres Harvey Kurtzman kennen lernte, der ihm dazu verhalf, Aufträge für Grafiken und Illustrationen zu bekommen, beispielsweise kolorierte er in dieser Zeit mehrere Kinderbücher. Über Kurtzmann lernte Goscinny auch die späteren Gründer von "MAD", Davis, Wood und Elder, kennen. Ebenfalls 1949 folgte die erste Begegnung mit Maurice de Bévère, besser bekannt als Morris, mit dem er sechs Jahre später den ersten Lucky Luke-Band herausbringen sollte.

Aufstieg zur weltweiten Bekanntheit

1950 folgte Goscinny einer Einladung von Georges Troisfontaines (damaliger Leiter der Brüsseler Agentur "World Press"). Er stellte sich bei Dupuis in Belgien vor und wurde unter der Fürsprache des dortigen künstlerischen Leiters, Jean-Michel Charlier eingestellt. Goscinny ließ sich daraufhin in Brüssel nieder, kurz darauf zog er jedoch in seine Geburtsstadt Paris zurück, und zeichnete im Auftrag Dupuis' für die Kinderbeilage der Tageszeitung "La Libre Belgique" die Serie "Dick Dicks". Die Serie, eine Parodie auf eine Detektivgeschichte, war jedoch nicht sonderlich erfolgreich. Der junge Zeichner fing an zu Zweifeln, bis ihm Georges Troisfontaines 1951 anbot, künstlerischer Leiter einer neugegründeten Pariser-Zeichner-Agentur von World Press zu werden, die schließlich 1952 an der Champs Elysées eröffnet wurde. Schon im Jahr davor, 1951, hatte Goscinny einen jungen, offensichtlich talentierten Zeichner aus dem Norden Frankreichs kennen gelernt, Albert Uderzo. Nach der Eröffnung der Zeichner-Agentur begann die Zusammenarbeit der Beiden, die in den ersten Jahren aber hauptsächlich aus Auftragsarbeiten bestand. Zu dieser Zeit entwickelten die beiden zwei bedeutendere Serien, eine über den Piraten "Patt Pistol" (1952) und eine, mit Hergés "Tim und Struppi" vergleichbare, über den Reporter "Luc Junior" und dessen Hund (1954). Die Arbeit an Letzterer nahmen sie 1957 noch einmal auf.

1955 kam es zu einigen Treffen von Zeichnern und Autoren der Verlage Dupuis, Casterman und Lombard, bei denen die Künstler eine Charta verabschiedeten, die ihre Forderungen im Bezug auf künstlerische Freiheiten gegenüber den Verlegern formulieren sollte. Goscinny wurde fälschlicherweise als Rädelsführer ausgemacht und von Dupuis entlassen. Uderzo und sein Kollege Charlier wollten diese Ungerechtigkeit nicht auf sich sitzen lassen und kündigten nach Goscinnys Entlassung. Um nicht in der Versenkung zu verschwinden und wieder Arbeit zu bekommen gründeten die drei, zusammen mit ihrem Kapitalgeber Jean Hébrard, ihre eigene Agentur, die "Edifrance und Edipress".

Nach der Gründung von Edifrance und Edipress beendete Goscinny seine Arbeit als Zeichner und betätigt sich nur noch als Texter - nun vor allem für Uderzo und De Bévère und ab 1956 zusammen mit Jean-Jaques Sempé. Die beiden entwickelten im selben Jahr die Bildergeschichten "Le Petit Nicolas" ("Der kleine Nick"), die in zwei verschiedenen Magazinen erschien (1956-1958 in "Le Mystique" und ab 1958 in " Sud Ouest Dimanche"). Für Sempé schrieb er bis 1965 die Geschichten zu den damals wöchentlich erscheinenden Comics; sie sind in Deutsch nur in 6 Sammelbänden im Handel erhältlich, die alle Geschichten mit dem kleinen Nick bündeln. Mit Uderzo arbeitete Goscinny von 1956 ab für das Magazin "Tintin" an Comics, meistens kurze Geschichten aber auch Serien wie "Umpah-Pah", die von 1958-1962 erschien. Aus der gleichen Zeit stammt auch "Benjamin & Benjamine", die von 1956 bis 1959 über drei Jahre produziert wurde.

1959 dann brachte er zusammen mit Uderzo und Charlier das Magazin "Pilote" heraus. Allerdings gab es das Problem, dass sich die etablierten Autoren und Zeichner nicht trauten für die drei zu arbeiten, aus Angst, selber, wie Goscinny 4 Jahre zuvor, bei den anderen Verlagen in Ungnade zu fallen. Dadurch wandten sie sich vor allem an junge Talente aus diesem Bereich, was sich als Glücksgriff herausstellte, so dass ihr Beliebtheitsvorsprung auf die Konkurrenz von "Tintin" und "Spirou" immer weiter wuchs. Für "Pilote" arbeitete Goscinny auch wieder mit anderen, zum Beispiel als Autor für Gotlib und seiner Serie "Les Dingossiers" oder Tabarys "Le Grand Vizir Iznogoud" ("Isnogud", erschien erst im Magazin "Record ). Seine wichtigste Arbeit für "Pilote" war aber die ab 1959 erscheinende Serie Asterix, die wieder Albert Uderzo zeichnete und bis heute fortsetzt. "Gallien in Gefahr" lautet der Titel des neuesten Bandes aus dem Jahr 2005, erschienen in Deutschland bei Egmont Ehapa. Von 1963 bis 1974 war René Goscinny verantwortlicher Chefredakteur von "Pilote", für das er des weiteren auch zahlreiche Editorials, Glossen und kleine Geschichten schrieb. 1968 übernahm er Lucky Luke von "Spirou", für die Western-Comics schrieb er ja schon seit Mitte der Fünfziger Jahre für De Bévère die Geschichten.

Zudem wurde er Teilhaber des Verlags "Dargaud", von dem er sich 1974 aber wieder trennte um mit Uderzo das Filmstudio "Idéfix" zu eröffnen. Dort wurden allerdings nur zwei Film produziert, der Asterix Klassiker "Les douze travaux d’Astérix" (Asterix erobert Rom) und der Lucky Luke-Trickfilm "La Ballade des Daltons", der 1978 in die Kinos kam. Goscinny schrieb aber zu mehreren Trickfilmen das Drehbuch.

Den Kinostart von "La Ballade des Daltons" erlebte René Goscinny nicht mehr, da er bereits am 5. November 1977 im Alter von 51 Jahren bei einem Belastungstest auf dem Ergometer einem Herzinfarkt erlag. Nach seinem plötzlichen und vollkommen unerwarteten Tod löste Uderzo ihr gemeinsames Studio wieder auf und gründete seinen eigenen Verlag, "Editions Albert René".

Popularität

Mit Asterix war Goscinny über Nacht zum französischen Volksheld aufgestiegen und machte den Comic zusammen mit Uderzo in seinem Heimatland zur angesehenen Kunst. Für seine Leistungen wurde er zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. Nach seinem Tod wurden zwar Lucky Luke und Asterix fortgesetzt, die folgenden Alben erreichten aber nicht mehr die Popularität von Goscinnys Werken. 2005 wurde René Goscinny in die Will Eisner Hall of Fame aufgenommen.

Weblinks

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