Bucentoro

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Der Bucentoro in Venedig um 1630 (aus Heft 11/77)

Der Bucentoro ist das Staatsschiff des Dogen von Venedig und ist in verschiedenen Serien im Mosaik zu sehen.

Inhaltsverzeichnis

Historischer Hintergrund

Die Rolle des offiziellen Staatsschiffes der Republik Venedig übernahm eine besonders prunkvoll ausgestattete Galeere, die den Namen "Bucentaur" erhielt. Der korrekte italienische Name lautet eigentlich "Bucintoro"; im Mosaik wird dagegen nahezu durchgängig die Form "Bucentoro" gebraucht. Traditionell diente das Dogenschiff dazu, jedes Jahr am Himmelfahrtstag die Hochzeit mit dem Meer zu vollziehen. Im Laufe der Zeit wurde das Staatsschiff regelmäßig durch Neubauten ersetzt, die jeweils denselben Namen erhielten. Der letzte "Bucentaur" gehörte zum Großgaleerentyp Galeasse und wurde 1798 durch napoleonische Truppen weitgehend zerstört.

Welche Darstellung(en) als Vorbild für die Mosaik-Abbildungen verwendet worden sind, lässt sich nicht mit letzter Gewissheit sagen. Das Schiff in der Runkel-Serie ist recht rustikal und wenig detailliert gestaltet; es könnte sich an Darstellungen aus mittelalterlichen Handschriften orientieren. Die prachtvoll ausgestattete Doppelseite in der Adria-Serie lässt dagegen kein Detail aus und ist eine sehr genaue Umsetzung der reich überlieferten Gemälde italienischer Meister. Diese wirkten allerdings mindestens 100 Jahre später (entsprechend passt das Schiff nicht hundertprozentig in die Mosaik-Zeit), wie Canaletto (um 1730) oder Franceso Guardi (Ende des 18. Jahrhunderts).

Rolle im Mosaik

Runkel-Serie

Als Ritter Runkel und die Digedags anno 1284 von ihren Abenteuern in Genua und mit den Pisanern nach Venedig zurückkehren, bemerken sie beim Einlaufen in die Lagunenstadt erstaunt eine riesige Ansammlung von Schiffen. Zufällig sind sie Zeugen der Hochzeit mit dem Meer, von der sie aber keine Ahnung haben. Sie beobachten, wie der Doge an Bord des größten Schiffes - dem Bucentoro - einen Ring ins Wasser wirft. Runkel vermutet fälschlicherweise, dass es sich dabei um eine Mutprobe für wackere Rittersleute handelt und springt ohne Zögern ins Wasser, um das Schmuckstück herauszufischen. An Bord des Bucentoro hat man dies bemerkt und zieht den Ritter und seine Knappen mit einem Anker aus dem Wasser und hievt sie an Bord. Der Doge wirft wütend den Ring wieder ins Wasser, lässt sich aber versöhnlich stimmen, als er von den Heldentaten der drei hört und verkündet noch an Bord, dass sie dafür hoch geehrt werden sollen.

Adria-Serie

Bei ihrem Venedig-Aufenthalt um 1630 haben die Abrafaxe und Harlekin vergeblich versucht, die Wahl Raffamonetis zum neuen Dogen zu verhindern. Nun können sie an Bord einer Gondel nur tatenlos zusehen, wie das neue Oberhaupt der Republik an Bord des Bucentoro die Hochzeit mit dem Meer vollzieht, womit für die Patrizier wieder alles in Ordnung zu sein scheint.

Externe Links

Auftritte im Mosaik

MvHH: 102
Ab 1976: 11/77
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