Ablasshandel

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Der '''Ablasshandel''' ist ein handlungstreibendes Ereignis in der [[Reformations-Serie]] des [[Mosaik ab 1976]].
Der '''Ablasshandel''' ist ein handlungstreibendes Ereignis in der [[Reformations-Serie]] des [[Mosaik ab 1976]].
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==Im Mosaik==
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==In der Realität==
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Die Idee des sogenannten Ablasses ist ein noch heute in der [[Katholische Kirche|katholischen]] Theologie und Kirche verankertes Konzept, das in Form eines Gnadenaktes den Erlass von Sündenstrafen (ganz oder teilweise) ermöglicht. Entgegen manchmal verbreiteten Vorstellungen ist damit aber nicht die Vergebung der Sünden selbst gemeint, sondern die Vergebung zeitlich '''befristeter''' Sünden'''strafen''' (für konkret begangene Sünden), die oftmals durch eine "Reinigung" im [[Fegefeuer]] abgebüßt werden müssten. Speziell für diese Sündenstrafen können Ablässe eine Verkürzung oder gänzliche Aufhebung derselben bewirken.
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Im Mittelalter und in der beginnenden Frühen Neuzeit bürgerte sich die Praxis ein, die zeitlichen Sündenstrafen mit konkreten Zeiträumen zu versehen (Tage, Monate, Jahre) und die erforderliche bzw. gewünschte Höhe des Ablasses an eine bestimmte Gegenleistung zu knüpfen. Waren bisher zumeist generelle oder vollständige Ablässe die Regel, beispielsweise während eines "Heiligen Jahres" oder für die Teilnahme an Wallfahrten oder [[Kreuzzug|Kreuzzügen]], entwickelten sich nun regelrechte Ablasskataloge, die für die Sündenstrafen die Höhe der zu entrichtenden Gebühr (formal: Spende), die sich zudem nach dem Einkommen des Betreffenden richtete, festlegten. Aus diesen Einnahmen finanzierte die Kirche zahlreiche Projekte. Ausgegeben wurden mit päpstlicher Autorität entsprechende Ablassbriefe, die den erteilten Ablass für den Gläubigen bescheinigten. Mit der Erfindung des Buchdrucks konnten die Ablassbriefe massenhaft produziert und verbreitet werden.
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Diese nun mögliche Ausweitung des Ablasswesens führten zu einem noch größeren Fluss der Einnahmen. Die Kürze des mittelalterlichen Lebens, häufig erlebtes Leid und die häufigen Predigten, welche die Qualen des Fegefeuers und der [[Hölle]] betonten, machten die Aussicht auf eine Verminderung des Leids im jenseitigen Leben recht attraktiv und förderten die Akzeptanz der nun praktisch jederzeit und überall verfügbaren Ablassbriefe. Päpste und führende Kirchenfürsten gingen dazu über, gezielt größere Vorhaben - insbesondere Bauprojekte, beispielsweise den [[Petersdom]] in Rom - auf die Einnahmen durch Ablässe hin zu planen. Mittlerweile waren bereits Ablässe erhältlich, die sogar für bereits Verstorbene einen Erlass derer Sündenstrafen versprachen, die sie derzeit im Fegefeuer verbüßten.
[[Kategorie:Reformations-Serie (Ereignis)]]
[[Kategorie:Reformations-Serie (Ereignis)]]

Version vom 08:53, 30. Sep. 2021

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Der Ablasshandel ist ein handlungstreibendes Ereignis in der Reformations-Serie des Mosaik ab 1976.

Im Mosaik

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In der Realität

Die Idee des sogenannten Ablasses ist ein noch heute in der katholischen Theologie und Kirche verankertes Konzept, das in Form eines Gnadenaktes den Erlass von Sündenstrafen (ganz oder teilweise) ermöglicht. Entgegen manchmal verbreiteten Vorstellungen ist damit aber nicht die Vergebung der Sünden selbst gemeint, sondern die Vergebung zeitlich befristeter Sündenstrafen (für konkret begangene Sünden), die oftmals durch eine "Reinigung" im Fegefeuer abgebüßt werden müssten. Speziell für diese Sündenstrafen können Ablässe eine Verkürzung oder gänzliche Aufhebung derselben bewirken.

Im Mittelalter und in der beginnenden Frühen Neuzeit bürgerte sich die Praxis ein, die zeitlichen Sündenstrafen mit konkreten Zeiträumen zu versehen (Tage, Monate, Jahre) und die erforderliche bzw. gewünschte Höhe des Ablasses an eine bestimmte Gegenleistung zu knüpfen. Waren bisher zumeist generelle oder vollständige Ablässe die Regel, beispielsweise während eines "Heiligen Jahres" oder für die Teilnahme an Wallfahrten oder Kreuzzügen, entwickelten sich nun regelrechte Ablasskataloge, die für die Sündenstrafen die Höhe der zu entrichtenden Gebühr (formal: Spende), die sich zudem nach dem Einkommen des Betreffenden richtete, festlegten. Aus diesen Einnahmen finanzierte die Kirche zahlreiche Projekte. Ausgegeben wurden mit päpstlicher Autorität entsprechende Ablassbriefe, die den erteilten Ablass für den Gläubigen bescheinigten. Mit der Erfindung des Buchdrucks konnten die Ablassbriefe massenhaft produziert und verbreitet werden.

Diese nun mögliche Ausweitung des Ablasswesens führten zu einem noch größeren Fluss der Einnahmen. Die Kürze des mittelalterlichen Lebens, häufig erlebtes Leid und die häufigen Predigten, welche die Qualen des Fegefeuers und der Hölle betonten, machten die Aussicht auf eine Verminderung des Leids im jenseitigen Leben recht attraktiv und förderten die Akzeptanz der nun praktisch jederzeit und überall verfügbaren Ablassbriefe. Päpste und führende Kirchenfürsten gingen dazu über, gezielt größere Vorhaben - insbesondere Bauprojekte, beispielsweise den Petersdom in Rom - auf die Einnahmen durch Ablässe hin zu planen. Mittlerweile waren bereits Ablässe erhältlich, die sogar für bereits Verstorbene einen Erlass derer Sündenstrafen versprachen, die sie derzeit im Fegefeuer verbüßten.

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