Aéronautique

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Version vom 13:54, 24. Jun. 2017

Dan Botchers Wissenschaftssprache Französisch?

Aéronautique ist ein Buch in der Amerika-Serie des Mosaik von Hannes Hegen.

Inhaltsverzeichnis

Aéronautique im MOSAIK

Buchcover

Fanrekonstruktion des Buchcovers

Das Cover des Buches ist im MOSAIK zweimal zu sehen, wobei Dan Botcher einmal, nach der Entnahme aus seinem Regal das Buch geschlossen in der Hand hält und es direkt anschaut, und beim zweiten Mal, in Doc Sniders' Haus, das Buch dem Reverend aufgeschalgen so vor die Nase hält, dass der Mosaikleser das Cover sehen kann. Das Backcover ist dabei durch den eigenen Schatten des Buches leider wieder nicht zu erkennen.

Seite Luftschiff Bemerkung
Buchcover Montgolfière
  • für Goldprägung auf Buchdeckel stilisierte Darstellung einer Montgolfière
  • An den Stellen der beiden durchbrochenen (hellblauen) Kreisen auf der Ballonhülle sieht man i.A. zwei Sonnensymbole. Da aber bereits der restliche Ballon und die Gondel golden sind, würden die Sonnenbilder in der Optik unter gehen.

Titel

Der Titel des Buches wird im MOSAIK in Großbuchstaben AERONAUTIQUE geschrieben, also wie in diesem Fall üblich ohne den regulären Akut auf dem ersten E. Dan Botcher, der Besitzer des Buches, wiederum nennt es in seiner Erinnerung Luftschiffahrt. Dies ist eine der möglichen Übersetzungen des französischen Begriffs, andere wären z.B. "Luftfahrt(kunde)" oder "Flugwissenschaft". Die deutsche Ensprechung Aëronautik ist veraltet, war aber durchaus noch ein halbes Jahrhundert nach Dan Botchers Griff ins Buchregal durchaus üblich und sogar Lexikonlemma.

Inhalt

Das Buch hat mindestens 12 Blätter, d.h. sogar ohne das eventuelle Vorsatz oder Vor- und Nachsatz, müssten, wenn ein Titelblatt und eine Inhaltsverzeichnisseite, sowie die allgemein üblichen leeren Rückseiten angenommen werden, mindestens ca. 17-19 Seiten mit Bildern und Informationen zur Luftfahrt gefüllt sein, wenn nicht zwischen eventuellen Kapiteln weitere Leerseiten layoutet sind. Neben dem Cover werden dem Leser drei Seiten des Buches mehr oder weniger vollständig vermittelt. Alle drei Seiten befassen sich mit Luftfahrzeugen nach dem Prinzip "leichter als Luft". Zum größten Teil können sie historisch identifiziert werden.

Seite Luftschiff Bemerkung
ganzseitige Abbildung mit sieben Vorschlägen für lenkbare Luftschiffe (von links oben nach rechts unten) Abb.1: Luftschiff mit Geierantrieb nach Madame Tessiore, 1845
Abb.2: Luftschiff mit Schrägsegel nach Charles Guillié, 1816
Abb.3: Luftschiff mit zwei übereinander hängenden Ballons nach Dr. van Hecke, 1847 (eigentlich mit motorisiertem Auftriebsrotor im oberen Ballon)
Abb.4: Luftschiff in Fischform nach links nach Baron Scott, 1789 (die angehängte Gondel ist bei Scott allerdings in die Fischhülle integriert)
Abb.5: Luftschiff in Fischform, nach rechts nach Johannes Samuel Pauli, 1805
Abb.6: Luftschiff mit Ruderern L'Aigle von Lennox, 1834 Paris - Misserfolg, 1836 London - als Erfolg gefeiert
Abb.7: Luftschiff aus mehreren Ballons in einem Netz nach Renous-Grave, 1844, auch genannt Ballons-chapelets ("Ballon-Rosenkranz")
eine fast vollständige Doppelseite rot/hellblauer Ballon mit Aussichtsplattform  ?
"PROJEKT DE MACHINE AEROSTATIQUE DE MONSIEUR LE CHEVALIER DE CHEVELU", welches durch den Hotchkinsonschen Kanoneneffekt angetrieben werden soll korrektes Französisch wäre projêt de la machine, nicht projekt de machine

Dan Botcher erwähnt zudem "Luftschrauben auf den Bildern" in seinem Buch, doch die sind in den Abbildungen nicht zu erkennen. Aber zumindest bei dem Doppelballon nach van Hecke (Siebenerpanel oben, Abb. 3) ist ein solcher Auftriebsrotor im oberen Ballonreifen, historisch nachweisbar, beschrieben.

Einsatz des Buches

Dan Botcher besitzt das Buch in seiner Hausbibliothek und schmökert darin, um sich Anregungen für den Bau eines lenkbaren Luftschiffs zu holen. Er ist aber mit keinem der vorgestellten Modelle recht zufrieden; einzig die Flugmaschine vom Chevalier de Chevelu mit dem Hotchkinsonschen Kanoneneffekt scheint ihm ausbaufähig.

Nach seinem ersten, missglückten Flug mit seinem Flugschrauber wird Dan in die Obhut von Doc Sniders gegeben. Er lässt sich sein schönes Buch Aéronautique offenbar ans Krankenbett bringen, denn später kann er es seinem Zimmernachbarn Coffins zeigen und mit ihm weitere Luftschiffpläne besprechen.

Vorlagen und Hintergründe

Das Buch wurde für die Handlung im MOSAIK erfunden. Die Abbildungen von sieben der zehn dargestellten Ballone gehen dabei direkt auf historische Vorlagen zurück. Die ganzseitige Abbildung mit den sieben Luftschiffen basiert nämlich auf einem alten Stich, der erstmals, wobei die einzelnen Ballone noch nummeriert und benannt wurden, am 20. September 1851 in der französischen Zeitschrift L'Illustration als Bebilderung zum Artikel Navigation atmosphérique erschien (Bild rechts). Der Stich wurde später mehrfach, oft leider ohne Ballonbenennungen, in Zeitungen und Büchern, neu abgedruckt. Woher genau der Holzstick dem MOSAIK-Kollektiv bekannt war, ist bisher leider noch nicht geklärt. Für die beiden Ballone auf der teilweise abgebildeten Doppelseite des Buches ist nur eine indirekte künstlerische Einarbeitung historischer Vorlagen zu vermuten.

Die Benennung der sieben "Luftschiffe" in der L'Illustration erfolgte in folgender Nummerierung:

  • zuerst wurden die beiden Ballone in der zweiten Zeile von links nach rechts benannt,
  • anschließend der mittlere Ballon in der ersten Zeile,
  • danach das Luftschiff der dritten Zeile,
  • anschließend der rechte Ballon der ersten Zeile vor dem ersten Ballon der selben, und
  • zum Schluss das Ballonkettenluftschiff ganz unten.

Die Bezifferung ist durch die Anzahl der Vögel über dem jeweiligen Ballon außerdem visualisiert.

Ballone aus dem Buch Aéronautique
Vorlage aus L'Illustration

Montgolfiere

Da man zum Handlungszeitraum des Heftes die Luftfahrt noch recht wenige Ideeen, oder gar gelungene Flugexperimente, nach dem Prinzip "schwerer als Luft" kannte, erscheint es logisch, dass ein Buch über die Luftfahrt zu diesem Zeitpunkt auf dem Cover mit einem stilisierten Heißluftballon für sich wirbt, denn schließlich gilt, spätestens seit dem 21. November 1783, die Montgolfière als Synonym für den Beginn der meschlichen Luftfahrt.

Madame Tessiore

...

Charles Guillié

...

Dr. van Hecke

Die komplette Designstudie überlegt die notwendige Ballonreifenzahl für einen Aufstieg mit bis zu 30 Personen. (Der Ausschnitt zeigt nur die notwendige "Bereifung" für bis zu 10 Personen.)

Dr. van Hecke schlug zu Zeiten, in denen das Fliegen nach dem Prinzip "schwerer als Luft" noch beinahe als undenkbar galt, eigentlich bereits einen Hubschrauber vor. In seinen Ballonreifen - deshalb zeigt der Ballonkörper eben nicht die typische kugel- bzw. tropfenform - sollten sich Propeller befinden. Dass so ein Reifen mit Propeller prinzipiell genügend Auftrieb für einen Aufstieg hätte, hat van Hecke sogar mit einem Modell vor einer Kommission demonstirert.

Der Stich im L'Illustration hält sich auch recht detailiert an die Vorlage. Das Steuer und, im Gegensatz zur Studienlithographie, auch ein Steuermann sind ein deutliches Zeichen für den Wunsch nach Dirigierbarkeit der Ballonkonstruktion. An den, an den Seiten der Gondel "abstehenden", brettförmig erscheinenden "Ecken", befinden sich wohl Netze mit den gedachten Post- oder/und Sandsäcken.

Im Mosaik erscheinen die Reifen schon ballonförmiger, weshalb ein Steuer sich auch erübrigt. Die "Seitenbretter" fungieren hier als starre Flügelstabilisatoren.


Baron Scott

...

Johannes Samuel Pauli

...

L'Aigle des Comte de Lennox

Die Erstdarstellung zum "Beobachtungsbericht" des geglückten Erstaufstieges unterscheidet sich in einigen Punkten von späteren Darstellungen.

Über den eigentlichen Ideengeber des Projektes L'Aigle, Dr. le Berrier, finden sich nur sehr dürftige Aufzeichnungen in der Lieratur. Er ist verarmt in einem Pariser Krankenhaus, vielleicht sogar in Folge des missglückten Pariser Startes von 1834, verstorben. Als Erfolg in der Literatur gefeiert wurde aber der geglückte Aufstieg 1836 in London.

Die vom Autor des Artikels (im Polytechnischen Journal 1836, Band 59, Nr. XIV, S. 87–92), William Baddeley, "Ueber das Luftschiff „der Adler“ (l‘Aigle) des Hrn. Grafen Lennox" leicht hingeworfene Skizze von dem Luftschiffe „l‘Aigle,“ welches gegenwärtig in England das Wunder des Tages ist. [Anm.: ebenda] zeigt als Antriebe für den L'Aigle noch ausschließlich überdimensionale Luftpaddel. Ebenso auch einige nachfolgende Publikationen und, offensichtlich auf deren Bildern beruhende, Karrikaturen. Spätere Darstellungen, wie bereits die auf dem Holzstich für die L'Illustration, sind um zwei Paar Luftschaufelräder ergänzt.

Interessanter Weise fehlen diese Luftschiffradergänzungen in der Mosaikdarstellung wieder.

Dafür zeigt aber auch das Mosaikpanel die Luftschiffhülle des L'Aigle in seiner idealisierten Form mit den kegelförmig auslaufenden, und nicht mehr, wie William Baddeley noch, mit beinahe kugelförmig ausgewulsteten Enden.

Rosenkranz von Renous-Graves

...

Ballon mit Aussichtsplattform

Aussichtsplattform oder Steuermannsplateau? Und, wie sieht die Touristengondel aus?


Machine aérostatique de Monsieur le Chevalier de Chevelu

Die großartige Abbildung der "aërostatischen Maschine des Herrn Ritter von Chevelu" ist eine Komposition des MOSAIK-Kollektivs. Grundlage dafür bildet vermutlich eine Darstellung des Luftschiffs von Henri Giffard, an das die Zeichner als Eigenkreationen eine geschlossene Gondel und eine Kanonenplattform hängten. Ob Beflaggung und Wappen eine Vorlage haben, ist noch nicht bekannt. Die Beschriftung hingegen geht wohl teilweise auf eine Darstellung des tatsächlichen Ballons des Chevalier de Chevelu zurück, ergänzt um ein pseudofranzösisches "Projekt de". Dieser Ballon hat freilich keine Ähnlichkeit mit der Abbildung im MOSAIK, und auch der Hotchkinsonsche Kanoneneffekt ist eine Erfindung von Lothar Dräger und Hannes Hegen.

Alexis-François-Frédéric-Joseph Veulliet, Chevalier de Chevelu, Sohn des Marquis d'Yenne, war am 6. Mai 1784 zusammen mit dem Grafen von L'Hôpital und dem jungen Ingenier Louis Brun in der Nähe von Chambéry (Savoyen) in einer Montgolfiere aufgestiegen. Das war einer der frühesten Ballonflüge überhaupt, nur kurze Zeit nach den Brüdern Montgolfier selbst. Der Chevalier de Chevelu hatte das Projekt ersonnen und finanziert, Louis Brun hatte den Ballon gebaut.

Fanzine

Das Fanzine Pascalifax Schatztruhe V ist als ein kompletter (angeblicher) Nachdruck von Aéronautique gestaltet, welchem eine Einleitung des Herausgebers voran gestellt wurde und ausführliche Kommentare zu den einzelnen, vom (fiktiven) Originalautor Jo Miller abgehandelten, Ballonen und Luftschiffen, bzw. zu "Luftfahrterfindungen" des Handlungszeitraumes überhaupt, folgen. In dieser Fassung enthält Aéronautique noch weitere Luftschiff- und Ballonabbildungen. Der größte Teil davon ist dem Leser ebenfalls aus dem MOSAIK von Hannes Hegen, ab 1976 oder sogar aus dem Mosaik mit den Annabellas bekannt.

Das Buch Aéronautique wird in folgenden Publikationen vorgestellt

Mosaik von Hannes Hegen: 184

Fanzine: Pascalifax Schatztruhe V (um fiktive Seiten erweitertes Buch)
Persönliche Werkzeuge