Bearbeiten von Schloss des Barons von Tüftling

Aus MosaPedia

Wechseln zu: Navigation, Suche
Du bearbeitest diese Seite unangemeldet. Wenn du speicherst, wird deine aktuelle IP-Adresse in der Versionsgeschichte aufgezeichnet und ist damit unwiderruflich öffentlich einsehbar.
Um die Änderung rückgängig zu machen, bitte die Bearbeitung in der Vergleichsansicht kontrollieren und dann auf „Seite speichern“ klicken.
Aktuelle Version Dein Text
Zeile 1: Zeile 1:
-
{{Gelungen}}
+
[[bild:Schloß Tüftling.jpg|right|frame|Das Lustschloß des Barons von Tüftling]]
-
[[bild:Schloß Tüftling.jpg|right|frame|Das Lustschloss des Barons von Tüftling in Nahaufnahme]]
+
-
Das '''Schloss des Barons von Tüftling''' und der dazugehörige Lustgarten sind ein Schauplatz der [[Hans-Wurst-Serie]] im [[Mosaik ab 1976]].
+
-
== Lage und Baulichkeiten ==
+
Das '''Schloss des Barons von Tüftling''' liegt an der [[Schwechat]] in der Nähe von [[Achau]]. Unmittelbar benachbart sind die Obstgärten der Achauer und das Dörfchen [[Audorf]]. Hauptsorge des [[Baron von Tüftling|Barons]] ist, dass das Lustschloss und der zugehörige Park nicht durch den Bau der [[Die Linie|Linie]] ruiniert werden mögen. Genau das passiert aber, da er von [[Ludas Matyi]] (alias [[Festungsbaumeister Gräberl]]) und [[Hans Wurst]] elegant hereingelegt wird.
-
Das Schloss liegt an der [[Schwechat]] in der Nähe von [[Achau]]. Unmittelbar benachbart sind die Obstgärten der Achauer und das Dörfchen [[Audorf]]. Das Schloss besteht aus einem erhöhten achteckigen Mittelbau und zwei nach hinten gebogenen Seitenflügeln. Parkanlagen befinden sich sowohl vor, als auch hinter dem Schloss; der besonders gepflegte Lustgarten liegt zur Schwechat hin.
+
-
== Die Ruinierung des Lustgartens ==
+
Das Schloss hat es an der im Mosaik angegebenen Stelle in Wirklichkeit nicht gegeben. Sein Aussehen basiert jedoch auf dem ehemaligen '''Palais Althan''' in [[Wien]], einem Bau Fischer von Erlaus. Zu dem Thema gibt es einen kurzen Artikel im [[Sammelband 8 (1978/2) - Jagd auf Ludas Matyi]].
-
Hauptsorge des [[Baron von Tüftling|Barons]] ist, dass das Lustschloss und der zugehörige Garten nicht durch den Bau der ''[[Die Linie|Linie]]'' ruiniert werden mögen. Er hofft, durch seine Beziehungen zum [[Kaiser Leopold|Kaiser]] seine Interessen gegenüber dem [[Prinz Eugen von Savoyen|Prinzen Eugen]] durchsetzen zu können, der bekanntlich an einer wirksamen Verteidigung [[Wien]]s gegen die [[Kuruzen]] interessiert ist. Immerhin hat der Baron den [[Festungsbaumeister von Wühler]] schon soweit gebracht, dass er die ''Linie'' um Schloss und Park "herumzirkelt".
+
-
 
+
-
Doch der Baron hat nicht mit [[Ludas Matyi]] und [[Hans Wurst]] gerechnet. Diese mopsen dem Festungsbaumeister und seinem [[Hauptmann Stauberl]] die Kleider und den [[Linienplan|Lageplan]]. Auf letzterem zeichnen sie neben der blau gefärbten Linienführung des Festungsbaumeisters, die mitten durch [[Audorf]] und dessen Weinberge geht, eine rote Linie ein, die zitadellenförmig in den Park hineinragt. Nunmehr suchen sie (als "[[Festungsbaumeister Gräberl]]" und sein "Hauptmann" [[verkleid]]et) den Baron auf und behaupten, die rote Linie entspreche der ursprünglichen und die blaue der neuen Planung. Erregt fordert der Baron, dass auf jeden Fall die "neue" Linienführung gebaut werden müsse; das gibt er dem Baumeister "Gräberl" auch schriftlich, indem er einen Brief an Prinz Eugen aufsetzt, den "Gräberl" zu überbringen verspricht:
+
-
 
+
-
[[Bild:SchlossTüftling.gif|right|framed|Das Schloss und der Lustgarten im Mosaik]]
+
-
{{Zitat|Erklärung. Mit der submissesten Ehrfurcht vor Euer prinzlichen Hoheit militärischen Verdiensten und Erfahrungen möchte ich Euer Hoheit dennoch meine Mißbilligung hinsichtlich des ursprünglich geplanten Linienverlaufes aussprechen. Erst die neue, nachträglich eingezeichnete Linie entspricht meinen Vorstellungen von einer wirksamen Verteidigungslinie. Ich verlange ausdrücklich ihren Bau.<br>Ergebenst v. Tüftling, Baron.}}
+
-
 
+
-
Matyi und Hansl spielen [[Festungsbaumeister von Wühler|Wühler]] den geänderten Plan und den "submissesten" Brief zu. Der Festungsbaumeister wundert sich zwar, tut aber, wie ihm geheißen, und errichtet die ''Linie'' mitten durch des Barons Lustgarten, während dieser zur Erholung im [[Helenental]] weilt.
+
-
 
+
-
Das ganze hat natürlich ein Nachspiel; denn als der Baron zurückkehrt und seinen Park verschandelt vorfindet, reist er ''stante pede'' nach [[Wien]], um bei [[Erzherzog Xaver]] vorstellig zu werden. Dort trifft er auch prompt auf Wühler und es entspinnt sich fast ein Duell der beiden. [[Alois Vierschroth]] trennt sie jedoch und baut sie in seinen Racheplan gegen [[Hans Wurst]] und die [[Abrafaxe]] ein.
+
-
 
+
-
== Vorlage ==
+
-
[[Bild:Althan.jpg|right|framed|"Prospect von dem Lust-gebäude und Garten<br>S[eine]r Excell[enz] des H[och]l[öblichen] Generals Graff Gundacker von Althan,<br>in der Wienerischen Vorstatt, die Roßau genant, an einem Arm der Donau.<br>[[Joseph Emanuel Fischer von Erlach|J.E.F.d'Er.]] del. - Cum Priv. Sac. Caes. Maj. - [[Johann Adam Delsenbach|Delsenbach]]. sculpsit."]]
+
-
Das Schloss hat es an der im [[Mosaik]] angegebenen Stelle in Wirklichkeit nicht gegeben. Sein Aussehen basiert jedoch auf dem ehemaligen Palais Althan in [[Wien]], einem Bau Johann Bernhard Fischer von Erlachs. Das Palais wurde in den 90er Jahren des 17. Jahrhunderts errichtet. Im Gegensatz zu seinem Mosaik-Pendant hatte es einen ovalen Mittelbau und vier Seitenflügel in Form eines Andreaskreuzes. Es lag in der sogenannten Rossau an einem Seitenarm der Donau, dem Alserbach. Dadurch war der zugehörige Lustgarten immer wieder von Überschwemmungen betroffen.
+
-
 
+
-
Die ursprüngliche Besitzerfamilie Althan verkaufte das Palais daher schon 1713 an die Stadt Wien. Nachdem es eine Weile leer stand, richtete der Magistrat hier ein öffentliches Donaubad ein. Die flussnah gelegenen Teile des Lustgartens wurden aufgegeben. Ab 1777 gehörte das Palais der Familie Pouthon, die es bis 1869 innehatte. Dann musste es dem neu erbauten Franz-Josephs-Bahnhof weichen; dieser wiederum wurde mittlerweile durch ein modernes Bürogebäude ersetzt.
+
-
 
+
-
Die Darstellung im Mosaik beruht auf einem Kupferstich von [[Johann Adam Delsenbach]], den dieser nach einer Vorlage [[Joseph Emanuel Fischer von Erlach]]s anfertigte, des Sohnes des Architekten. Er erschien 1719 zusammen mit anderen Stichen des Künstlerduos in dem Sammelband ''[[Wiennerische Prospecte]]'', aus dem auch weitere Inspirationen für das Mosaik stammen. Dabei orientiert sich die Großdarstellung aus Heft [[6/78]] S. 14/15 peinlich genau an der Vorlage: Außer dem Schloss und dem Park wurden auch der Flussverlauf (im Original: [[Donau]] und Alserbach, im Mosaik: [[Schwechat]]), der Baum an der rechten Seite, die Barken, die kleinen Boote, die Häuser im Hintergrund und am rechten Bildrand mitsamt Kirche (im Original: [[Wien]], im Mosaik: [[Audorf]]), die beiden Nadelwäldchen links und rechts vom Palais, die Wolkenformationen und die Hügelketten übernommen. Sogar die Waschfrauen finden sich wieder, im Mosaik freilich auf der anderen Flussseite. Einzig nennenswerte Zusätze im Mosaik sind die Anlegestelle der [[Lustbarke des Barons von Tüftling]] und das Tüftlingsche Wappen, die sich im Original nicht finden.
+
-
 
+
-
Ein weiterer Unterschied zwischen Mosaik und Original ist der Grundriss des Schlosses. Während das Original-Palais, wie man in dem Ausschnitt aus dem 1704/06 erschienenen Stadtplan von Anguissola/Marinoni gut erkennt (unten links), eine längliche Kreuzform hat, weist das Mosaik-Lustschloss zwei eher traditionelle Seitenflügel auf (siehe Bild unten Mitte). Der Grund für diesen Unterschied liegt darin, dass dem Mosaikteam lediglich der Stich von Delsenbach/Erlach zur Verfügung stand, dem man nichts über den Grundriss des Gebäudes entnehmen kann. Das Bild unten rechts zeigt den Zustand von Schloss und Park im Jahre 1770, nach der Umwandlung in eine öffentliche Badeanstalt und der überschwemmungsbedingten Reduzierung des Gartens (Detail aus einer Vogelschau Wiens von J. D. Huber).
+
-
 
+
-
{|
+
-
| [[Bild:Althan1704.jpg|frame|Palais und Park Althan 1704/06]]
+
-
| [[Bild:SchlossTüftlingLuft.gif|frame|Der manipulierte Linienplan]]
+
-
| [[Bild:Althan1770.jpg|frame|Palais und Park Althan 1770]]
+
-
|}
+
-
 
+
-
== Literatur ==
+
-
*Hellmut Lorenz und Huberta Weigl (Hgg.), ''Das barocke Wien. Die Kupferstiche von Joseph Emanuel Fischer von Erlach und Johann Adam Delsenbach (1719)'', Petersberg 2007
+
-
*[[Maren Ahrens]], ''Lustwandeln im Lustgarten'', in: [[Sammelband 8 (1978/2) - Jagd auf Ludas Matyi]], Berlin 2003
+
-
 
+
-
== Externer Link ==
+
-
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Palais_Althan-Pouthon Wikipedia-Artikel]
+
-
 
+
-
== Folgendes Mosaikheft spielt beim Schloss des Barons von Tüftling ==
+
-
[[6/78]]
+
[[Kategorie:Anno 1704/05 (Handlungsort)]]
[[Kategorie:Anno 1704/05 (Handlungsort)]]
-
[[Kategorie:Schlösser und Paläste]]
+
[[Kategorie:Burgen und Schlösser]]
-
[[Kategorie:Hafen]]
+
-
[[kategorie:Quelle (Bild)]]
+

Bitte kopieren Sie keine Webseiten, die nicht Ihre eigenen sind, benutzen Sie keine urheberrechtlich geschützten Werke ohne Erlaubnis des Copyright-Inhabers!

Sie geben uns hiermit ihre Zusage, dass Sie den Text selbst verfasst haben, dass der Text Allgemeingut (public domain) ist, oder dass der Copyright-Inhaber seine Zustimmung gegeben hat. Falls dieser Text bereits woanders veröffentlicht wurde, weisen Sie bitte auf der Diskussion-Seite darauf hin. Bitte beachten Sie, dass das Nutzungsrecht für alle MosaPedia-Beiträge und Beitragsänderungen automatisch auf die MosaPedia übergeht. Falls Sie nicht möchten, dass Ihre Arbeit hier von anderen verändert und verbreitet wird, dann drücken Sie nicht auf "Speichern".


Abbrechen | Bearbeitungshilfe (wird in einem neuen Fenster geöffnet)

Folgende Vorlagen werden von dieser Seite verwendet: