Das Foucaultsche Pendel

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== Literatur ==
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* Umberto Eco: ''Das Foucaultsche Pendel''. München 1989
* Umberto Eco: ''Das Foucaultsche Pendel''. München 1989
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* Luigi Bauco, Francesco Millocca: Das Geheimnis des Pendels entschlüsselt. Zu Umberto Ecos neuem Weltbestseller Das Foucaultsche Pendel. München 1990
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* Luigi Bauco, Francesco Millocca: ''Das Geheimnis des Pendels entschlüsselt. Zu Umberto Ecos neuem Weltbestseller Das Foucaultsche Pendel''. München 1990
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Version vom 23:50, 1. Mär. 2007

Der Roman Das Foucaultsche Pendel von Umberto Eco erschien 1989 in deutscher Übersetzung. Anregungen aus dem Roman sind besonders in der Templer-Serie zu finden.


Inhaltsverzeichnis

Das Foucaultsche Pendel – Handlung

Der Protagonist Casaubon hat sich im Pariser im Musée des Arts et Métiers versteckt, der ehemaligen Kirche St. Martin-des-Champs. Er will das Treffen einer Verschwörergruppe beobachten, die wahrscheinlich seinen besten Freund Belbo entführt haben. Während der stundenlangen Wartezeit erinnert er sich an die lange Vorgeschichte ...

Sie begann mit der Beurteilung eines Manuskriptes. Casaubon wird als angehender Spezialist für die Geschichte des Templerordens von Belbo gebeten, ein Manuskript zu begutachten, dass von dem seltsamen und undurchschaubaren Oberst Ardenti eingereicht wurde. Die Schrift erweist sich als abenteuerliches Gemisch von Halbwahrheiten, Vermutungen und wilden Hypothesen: Nach Ardenti hat der Templerorden nie aufgehört zu existieren. Der Orden verfügt über geheime Kenntnisse, die ihn in naher Zukunft beinahe allmächtig werden lassen könnten. Dieses Geheimwissen wird seit Jahrhunderten weitergegeben. Der Orden operiert – nach Ardenti – in kleinen, beinahe völlig voneinander unabhängigen Gruppen. Die Verbindung und die Übermittlung der Geheimkenntnisse geschieht nach einem komplizierten Schema, ist allerdings bereits mehrfach beinahe gescheitert.

Belbo und Casaubon haben durchaus Spaß an der hanebüchenen Geschichte, doch kurz darauf verschwindet Ardenti unter mysteriösen Umständen und die Polizei beginnt zu ermitteln. Casaubon geht nun für zwei Jahre nach Südamerika, um seine Dissertationsschrift abzuschließen. Dort lernt er eine junge Frau kennen und hat schon beinahe mit der Ardenti-Geschichte abgeschlossen, als seine Freundin bei einer religiösen Zeremonie in Trance fällt. Das Paar trennt sich daraufhin und Casaubon kehrt nach Italien zurück.

Dort gerät Casaubon an einen zweifelhaften Verleger, der mit einem innovativen Geschäftskonzept den vielen Möchtegern-Forschern die Gelegenheit bietet, ihre Erkenntnisse zum Druck zu bringen. Gemeinsam mit Belbo beginnt Casaubon, nun selbst einen Plan nach Ardentis Muster zu entwickeln, eigentlich nur zur Belustigung. Doch dann erhalten sie Signale, dass jemand ihre Bemühungen ernst nimmt und die gesamte Angelegenheit gerät außer Kontrolle ...


Zur Rezeption

Auch „Das Foucaultsche Pendel“ kann auf verschiedene Art und Weise gelesen werden – als Verschwörungsgeschichte, als Kriminalroman, als Abenteuerroman, als Kommentar zur politischen Geschichte Italiens in der Kriegs- und Nachkriegszeit. Wieder sind die historischen Details hervorragend recherchiert und man begibt sich – zumindest am Anfang – gemeinsam mit Casaubon mit Spannung auf die Fährte der geheimnisvollen Templer. Doch Eco geht auch in diesem Buch weit über das in den Vordergrund gestellte Thema hinaus – sein eigentliches Thema ist die Unberechenbarkeit der Geschichte, die eigentümliche, gefährliche Kraft der Ideen und die verderbliche Reiz des Verborgenen in einer dekadenten Gesellschaft. Dabei spannt er einen weiten Bogen vom hohen Mittelalter über die Stiftung Ahnenerbe Heinrich Himmlers bis hin zur italienischen Gesellschaft unter dem Terror der „Roten Brigaden“ – ohne allerdings plump oder undifferenziert zu werden. Und nicht zuletzt ist der Roman ein leidenschaftliches Bekenntnis gegen Okkultismus, Esoterik und Manipulation. Und wieder kein happy ending.


Bedeutung für das MOSAIK

Eco reagierte mit dem „Pendel“ auf die in den achtziger Jahren wieder neu aufgelegten Räuberpistolen über den Templerorden, den heiligen Gral usw. Im Mosaik wurde die Legende um die Templer und ihr Geheimwissen aufgegriffen und in die übliche abenteuerliche, gut lesbare und auch didaktisch wertvolle Geschichte verpackt. Unmittelbar fassbar ist die Anregung durch das „Pendel“ an der Figur des John Dee, der sowohl im Pendel erwähnt wird, als auch im Mosaik eine Rolle spielt.


Literatur

  • Umberto Eco: Das Foucaultsche Pendel. München 1989
  • Luigi Bauco, Francesco Millocca: Das Geheimnis des Pendels entschlüsselt. Zu Umberto Ecos neuem Weltbestseller Das Foucaultsche Pendel. München 1990
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