Wilhelm Nobbe

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Wilhelm Nobbe ist verärgert

Wilhelm Nobbe ist eine Figur im Mosaik - Die Erben des verborgenen Schatzes.

Nobbe ist im Jahre 1817 der Pächter des Klosters Chorin. Für Kulturschätze hat er keinen Sinn, wohl aber für seine Schweine, denen er im Schiff der Klosterkirche einen gemütlichen Stall eingerichtet hat. Zu seiner Betrübnis werden seine geliebten Viecher, einschließlich der rundlichen Erdmute, auf Geheiß von Karl Friedrich Schinkel durch die Polizisten Lehmann und Schmittchen aus ihrem behaglichen Heim vertrieben. Der zuständige Landrat erlegt ihm gar eine Verwaltungsgebühr von zwei Talern auf! Nobbe wünscht sich angesichts dieses himmelschreienden Unrechts glatt die Herrschaft von Napoleon Bonaparte zurück.

Noch Jahre später, Nobbe ist schon längst von Meyer als Pächter abgelöst worden und das Kloster wieder hergerichtet, muss er seine liebe Erdmute immer wieder vom Ort ihrer trauten Vergangenheit abholen kommen, wo es sie offenbar wie magisch hinzieht.

[Bearbeiten] Hintergrund

Wilhelm Nobbe ist eine historische Person. Er war seit mindestens 1794 bis 1831 Pächter der Domäne Chorin. In der Tat nutzte er den Innenhof des Klosters als Misthof und die angrenzenden Gebäude als Ställe. Schinkel besuchte Chorin ab 1810 regelmäßig und fertigte auch Zeichnungen des Ortes an, die das Kirchenschiff als Schweinestall zeigen. Schinkel bemühte sich um eine Restaurierung des Klosters. Am 28. Januar 1817 wurde Nobbe zur Räumung des Geländes von seinen Schweinen aufgefordert, was er aber ignorierte. Bei einer Begehung im April waren die Ställe jedenfalls immer noch vor Ort. Die anstößigsten, also die im Kirchenschiff, wurden daher am 14. August 1817 unter Aufsicht des zuständigen Landrats Karl Friedrich von Wedel-Parlow von der Polizei entfernt. Aber auch danach wurden noch einige andere Gebäude des Klosters von Nobbe als Ställe genutzt, so der Kapitelsaal bis mindestens 1826 als Pferdestall und die Sakristei als Remise. Erst unter Nobbes Nachfolger als Domänenpächter, Peter Hinrich Meyer ab 1831, diente das Klostergelände endgültig nicht mehr der Tierhaltung.

[Bearbeiten] Weiterführende Lektüre

  • Franziska Siedler: Schinkels Einsatz für die Bauten des ehemaligen Klosters Chorin, in: Schinkel in Chorin, Sonderheft der Zeitschrift Die Mark Brandenburg, Potsdam 2019

[Bearbeiten] Wilhelm Nobbe tritt in folgendem Mosaikheft auf

Mosaik - Die Erben des verborgenen Schatzes
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