Museion

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== Das Museion und die Bibliothek in der Realität ==
== Das Museion und die Bibliothek in der Realität ==
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Beim ''Museion'' handelt es sich um eine der bedeutendsten Stätten der Gelehrsamkeit in der [[Griechenland|griechischen]] Antike. Gemäß antikem Verständnis war das ''Museion'' kein Museum im neuzeitlichen Sinne, sondern ein Tempel zur Verehrung der Musen. Unter dem Dach des Tempels fanden sich die bedeutendsten Gelehrten, Wissenschaftler, Dichter und Künstler zusammen. Das Museion erfüllte damit am ehesten die heutigen Funktionen einer Universität bzw. einer Akademie. Das ''Museion'' befand sich in [[Alexandria]], der von [[Alexander der Große|Alexander dem Großen]] begründeten, neuen Hauptstadt der [[Ptolemäer]]-Dynastie in [[Ägypten]].
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Beim Museion handelt es sich um eine der bedeutendsten Stätten der Gelehrsamkeit in der [[Griechenland|griechischen]] Antike. Gemäß antikem Verständnis war das Museion kein Museum im neuzeitlichen Sinne, sondern ein Tempel zur Verehrung der [[Musen]]. Unter dem Dach des Tempels fanden sich die bedeutendsten Gelehrten, Wissenschaftler, Dichter und Künstler zusammen. Das Museion erfüllte damit am ehesten die heutigen Funktionen einer Universität bzw. einer Akademie. Das Museion befand sich in [[Alexandria]], der von [[Alexander der Große|Alexander dem Großen]] begründeten, neuen Hauptstadt der [[Ptolemäer]]-Dynastie in [[Ägypten]].
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Der mehr oder weniger bedeutendste und bis heute bekannteste Teil des ''Museions'' war die  Bibliothek. Sie war eigentlich für die Mitglieder des ''Museions'' bestimmt und wurde von den ptolemäischen Herrschern immer weiter ausgebaut, bis sich die größte Sammlung antiken Wissens zusammengefunden hatte. Die Schriftrollen wurden teilweise – wie auch im Mosaik dargestellt – als Tribut von Handelsschiffen und –karawanen erhoben. Der größte Bibliophile unter den Ptolemäern war Ptolemaios III. Euergetes. Er ließ auf allen Schiffen im Hafen von Alexandria Bücher aufstöbern und beschlagnahmen. Sie wurden dann unmittelbar kopiert, der Besitzer erhielt anschließend nur die Kopie seines Buches zurück. Man schätzt, dass die Bibliothek dadurch auf dem Höhepunkt ihres Bestehens im ersten Jahrhundert v. Chr. bis zu 700.000 Schriftrollen enthalten hat. An der Bibliothek entstand schließlich auch die Septuaginta, die griechische Übersetzung des Alten Testaments der [[Bibel]].
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Der mehr oder weniger bedeutendste und bis heute bekannteste Teil des Museions war die  Bibliothek. Sie war eigentlich für die Mitglieder des Museions bestimmt und wurde von den ptolemäischen Herrschern immer weiter ausgebaut, bis sich die größte Sammlung antiken Wissens zusammengefunden hatte. Die Schriftrollen wurden teilweise – wie auch im Mosaik dargestellt – als Tribut von Handelsschiffen und –karawanen erhoben. Der größte Bibliophile unter den Ptolemäern war Ptolemaios III. Euergetes. Er ließ auf allen Schiffen im Hafen von Alexandria Bücher aufstöbern und beschlagnahmen. Sie wurden dann unmittelbar kopiert, der Besitzer erhielt anschließend nur die Kopie seines Buches zurück. Man schätzt, dass die Bibliothek dadurch auf dem Höhepunkt ihres Bestehens im ersten Jahrhundert v. Chr. bis zu 700.000 Schriftrollen enthalten hat. An der Bibliothek entstand schließlich auch die Septuaginta, die griechische Übersetzung des Alten Testaments der [[Bibel]].
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Wie das ''Museion'' und die Bibliothek letztlich zerstört wurden, ist unter Gelehrten durchaus umstritten. Lange war man davon ausgegangen, dass die Bibliothek bei einem durch Truppen [[Julius Cäsar]]s  ausgelösten Stadtbrand im Jahre 48 v. Chr. vernichtet worden ist. Neuere Forschungen legen jedoch nahe, dass damals nur ein kleiner Teil der Bibliotheksbestände verbrannt ist. Wahrscheinlich ist, dass die Bestände der Bibliothek infolge einer Kombination verschiedener Ereignisse, insbesondere der Belagerung Alexandrias durch [[Kaiser Aurelian]] (270 n. Chr.) und die arabische Eroberung (642 n. Chr.) teil zerstreut, teils tatsächlich vernichtet worden sind. Das Schicksal der Bibliotheksbestände ist seither in zahlreichen literarischen Fiktionen und Filmen thematisiert worden. Im Jahre 2002 schließlich wurde an der ungefähren Stelle des antiken Gebäudes eine neue "Bibliothek von Alexandria" eröffnet, die an die frühere geistige Tradition der Stätte wieder anknüpfen soll.
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Wie das Museion und die Bibliothek letztlich zerstört wurden, ist unter Gelehrten durchaus umstritten. Lange war man davon ausgegangen, dass die Bibliothek bei einem durch Truppen [[Julius Cäsar]]s  ausgelösten Stadtbrand im Jahre 48 v. Chr. vernichtet worden ist. Neuere Forschungen legen jedoch nahe, dass damals nur ein kleiner Teil der Bibliotheksbestände verbrannt ist. Wahrscheinlich ist, dass die Bestände der Bibliothek infolge einer Kombination verschiedener Ereignisse, insbesondere der Belagerung Alexandrias durch [[Kaiser Aurelian]] (270 n. Chr.) und die arabische Eroberung (642 n. Chr.) teil zerstreut, teils tatsächlich vernichtet worden sind. Das Schicksal der Bibliotheksbestände ist seither in zahlreichen literarischen Fiktionen und Filmen thematisiert worden. Im Jahre 2002 schließlich wurde an der ungefähren Stelle des antiken Gebäudes eine neue "Bibliothek von Alexandria" eröffnet, die an die frühere geistige Tradition der Stätte wieder anknüpfen soll.
== Weiterführende Literatur ==
== Weiterführende Literatur ==

Version vom 20:45, 11. Aug. 2020

Das Gebäude des Museion in der Erfinder-Serie

Das Museion und die angeschlossene Bibliothek von Alexandria sind Handlungsorte in der Erfinder-Serie des Mosaik von Hannes Hegen, in der der Abrafaxe-Römer-Serie des Mosaik ab 1976, sowie in einem kurzen Comic-Strip.

Inhaltsverzeichnis

Das Museion und die Bibliothek im Mosaik

Bei den Digedags

Die Digedags halten sich zur Zeit des Erfinders Heron in der ägyptischen Hauptstadt auf. Zunächst wird der Leser Zeuge, wie eine Karawane aus Arabien eintrifft und als Zoll den Torwächtern ein griechisches Buch übergibt. Dieses wird vom Boten Tutmosis zum Museion gebracht und dem Direktor Sermones übergeben.

Im gleichen Saal führen anschließend Heron und sein Freund Ktesibios den versammelten Mitgliedern der Gelehrtenvereinigung "Museion" die Aeolipile vor. Zuerst staunen die Gelehrten über das Wundermaschinchen; als jedoch Heron erwähnt, dass sie nützlich sein könnte, werden er und Ktesibios des Hauses verwiesen.

Bei den Abrafaxen

In der Abrafaxe-Römer-Serie will Brabax in Alexandria die Gelegenheit nutzen und die berühmte Bibliothek besuchen. Da erfährt er von einem römischen Legionär, dass die Bibliothek geschlossen sei. Doch Brabax besteht darauf, die Bibliothek zu sehen. Selene berichtet, dass sie als Kind in der Bibliothek Verstecken gespielt habe. Sie kenne einen geheimen Eingang, zu dem sie ihn führen will. Auch die anderen Reisegefährten vom Circus Spontifex werden aufgefordert, mitzukommen. Leider geraten sie vor der Bibliothek in eine Auseinandersetzung zwischen griechischen und judäischen Gelehrten, der sie sich nur durch schnelle Flucht entziehen können.

Die Bibliothek im Nebenuniversum

Im Strip - Knatsch mit Kleo 1 berichtet Abrax der Königin Kleopatra, dass in der Bibliothek von Alexandria Schmähschriften gegen sie entdeckt wurden. Die gute Nachricht lautet aber: "Die Bibliothek brennt!"

Das Museion und die Bibliothek in der Realität

Beim Museion handelt es sich um eine der bedeutendsten Stätten der Gelehrsamkeit in der griechischen Antike. Gemäß antikem Verständnis war das Museion kein Museum im neuzeitlichen Sinne, sondern ein Tempel zur Verehrung der Musen. Unter dem Dach des Tempels fanden sich die bedeutendsten Gelehrten, Wissenschaftler, Dichter und Künstler zusammen. Das Museion erfüllte damit am ehesten die heutigen Funktionen einer Universität bzw. einer Akademie. Das Museion befand sich in Alexandria, der von Alexander dem Großen begründeten, neuen Hauptstadt der Ptolemäer-Dynastie in Ägypten.

Der mehr oder weniger bedeutendste und bis heute bekannteste Teil des Museions war die Bibliothek. Sie war eigentlich für die Mitglieder des Museions bestimmt und wurde von den ptolemäischen Herrschern immer weiter ausgebaut, bis sich die größte Sammlung antiken Wissens zusammengefunden hatte. Die Schriftrollen wurden teilweise – wie auch im Mosaik dargestellt – als Tribut von Handelsschiffen und –karawanen erhoben. Der größte Bibliophile unter den Ptolemäern war Ptolemaios III. Euergetes. Er ließ auf allen Schiffen im Hafen von Alexandria Bücher aufstöbern und beschlagnahmen. Sie wurden dann unmittelbar kopiert, der Besitzer erhielt anschließend nur die Kopie seines Buches zurück. Man schätzt, dass die Bibliothek dadurch auf dem Höhepunkt ihres Bestehens im ersten Jahrhundert v. Chr. bis zu 700.000 Schriftrollen enthalten hat. An der Bibliothek entstand schließlich auch die Septuaginta, die griechische Übersetzung des Alten Testaments der Bibel.

Wie das Museion und die Bibliothek letztlich zerstört wurden, ist unter Gelehrten durchaus umstritten. Lange war man davon ausgegangen, dass die Bibliothek bei einem durch Truppen Julius Cäsars ausgelösten Stadtbrand im Jahre 48 v. Chr. vernichtet worden ist. Neuere Forschungen legen jedoch nahe, dass damals nur ein kleiner Teil der Bibliotheksbestände verbrannt ist. Wahrscheinlich ist, dass die Bestände der Bibliothek infolge einer Kombination verschiedener Ereignisse, insbesondere der Belagerung Alexandrias durch Kaiser Aurelian (270 n. Chr.) und die arabische Eroberung (642 n. Chr.) teil zerstreut, teils tatsächlich vernichtet worden sind. Das Schicksal der Bibliotheksbestände ist seither in zahlreichen literarischen Fiktionen und Filmen thematisiert worden. Im Jahre 2002 schließlich wurde an der ungefähren Stelle des antiken Gebäudes eine neue "Bibliothek von Alexandria" eröffnet, die an die frühere geistige Tradition der Stätte wieder anknüpfen soll.

Weiterführende Literatur

  • Lionel Casson: Bibliotheken in der Antike, 2002 (S. 49 – 71)
  • Luciano Canfora: Die verschwundene Bibliothek, 1998
  • Gustav Parthey, Das Alexandrinische Museum, 1838
  • Die Bibliothek von Alexandria in der Wikipedia

Das Museion bzw. die Bibliothek von Alexandria wird in folgenden Publikationen aufgesucht

Mosaik von Hannes Hegen: 46

Mosaik ab 1976: 474

Knatsch mit Kleo: Knatsch mit Kleo 1 (nur erwähnt)
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