Likedeeler

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Der Schwur der Likedeeler - jetzt sind sie freie Piraten

Die Likedeeler oder auch Vitalienbrüder waren eine Gruppe mittelalterlicher Seefahrer und Freibeuter. Sie spielen eine erhebliche Rolle in der Hanse-Serie des Mosaik ab 1976.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] In der Hanse-Serie

Gleich zu Beginn der Serie stoßen die Abrafaxe auf die Geschichte von einem geheimnisvollen Schatz. Er soll aus einer großen Truhe mit Gold bestehen, welche von vier Freibeutern, welche den Vernichtungsfeldzug der Hanse überlebt hatten, in ein Versteck gebracht worden war. Mittlerweile sind diese ehemaligen Likedeeler verstorben, und die Handlung konzentriert sich auf die Suche nach den Erben derselben, um den geheimnisvollen Schatz endlich bergen zu können.
Die Darstellung im Mosaik zeigt dazu auf insgesamt 14 historisierenden Panels die Geschichte der Likedeeler, angefangen von der Belagerung Stockholms über die Eroberung Gotlands bis hin zur Niederlage gegen die Hanse. Außerdem enthält das besagte Heft einen redaktionellen Anhang, in welchem allerlei wissenswerte Details zu den Likedeelern erläutert werden.

Im späteren Verlauf der Serie spielen die Likedeeler nochmals eine Rolle, als sich herausstellt, dass eine Reihe von vordergründig ehrbaren Hansekaufleuten einst mit den Likedeelern - ungeachtet der Tatsache, dass sie erbitterte Feinde der Hanse waren - Geschäfte gemacht hatten. Dies führt dazu, dass Ratsherr Johann Rapesulver, der den Piraten ihr Beutegut abgekauft und mit Gewinn weiterveräußert hat, aus dem Rat der Stadt Lübeck und aus der Zirkelgesellschaft verwiesen wird. Ähnliches befürchtet der Kaufmann Hinricus Luneborg, der nämlich auch selbiges Vergehen begangen hat.

[Bearbeiten] Im Abrafaxe-Roman

Hans Sievert erläutert anno 1396 den Abrafaxen, dass alle Hanse-Schiffe wegen der Gefahr des Angriffs durch die Likedeeler stets im Konvoi fahren würden. Auch die Entlassung der Kaperfahrer nach dem Ende des Dänisch-Schwedischen Krieges wird erwähnt.

Störtebeker als Comicheld in der Atze

[Bearbeiten] Rezeption in der Atze

Sehr bekannt und beliebt war in der DDR das Buch Die Vitalienbrüder von Willi Bredel (Erstausgabe Berlin 1950, zahlreiche Neuauflagen). Die von Wolfgang Altenburger redaktionell betreute Zeitschrift Atze griff die Motive des Jugendromans im Jahrgang 1979 auf und brachte eine zweiteilige Comic-Adaption heraus. Die von Bernd Günther gezeichnete Serie erschien in den Heften 8/1979 und 11/1979 unter dem Titel "Klaus Störtebeker"; in Heft 8 brachte es die Geschichte auch auf das Titelmotiv.

[Bearbeiten] Historischer Hintergrund

Die Bezeichnung Likedeeler bedeutet soviel wie "Gleichteiler" und bezieht sich darauf, dass die Freibeuter keine Piraten im üblichen Sinne waren (bei welchen der Hauptmann oder Kapitän zumeist den größten Teil der Beute erhielt), sondern bruderschaftlich organisierte Seeleute, die ihre Beute mehr oder weniger gleich untereinander aufteilten. Dieser Name bezieht sich also auf die Organisation des Seefahrerbundes, während sich die Bezeichnung Vitalienbrüder auf den Zweck desselben beruft. Die Beschaffung und der Transport von "Viktualien" (=Lebensmitteln) bildete den Ursprung der Bruderschaft.

Zumeist wird die Entstehung der Likedeeler mit der Belagerung von Stockholm in den Jahren von 1389 bis 1394 gleichgesetzt (wobei es nach einigen aktuelleren Forschungen auch abweichende Erklärungen gibt). Dabei wurde die schwedische Stadt durch die Dänen belagert, die Freibeuter durchbrachen die Blockade mit ihren Schiffen und stellten das Überleben Stockholms lange Jahre sicher. In jedem Fall entwickelten sich die Likedeeler in diesen Jahren zu einer ernst zunehmenden Bedrohung für die Schifffahrt der Hanse, die deswegen ein Konvoisystem einführte. 1393 überfielen die Likedeeler die Stadt Bergen, 1394 eroberten sie die Insel Gotland, die anschließend für mehrere Jahre als Operationsbasis diente.

Nachdem durch den Friedensschluss von 1395 die bis dahin gültigen Kaperbriefe der Likedeeler verfielen, verlegten sich diese auf gewöhnliche Freibeuterei. Diese Bedrohung des Ostseehandels wurde so massiv, dass die Hanse und der Deutsche Orden im Jahre 1400 eine umfangreiche Flotte ausrüsteten und die Likedeeler auf Gotland zur Aufgabe zwangen. 1401 wurde durch die Hanseflotte auch der größte Teil der Likedeeler-Flotte bei Helgoland geschlagen, wobei die bekanntesten Anführer - wie Klaus Störtebeker, Gödeke Michels, Hennig Wichmann und Meister Wigbold - gefangen genommen und später in Hamburg hingerichtet wurden. Reste bzw. Nachfolger der Likedeeler sind zwar noch bis etwa 1435 nachweisbar, spielten aber keine größere Rolle mehr.

Viele der heute bekannten Ereignisse um die Likedeeler und Informationen vor allem zur Rolle einzelner Personen stammen allerdings aus späterer Zeit und sind nicht zwangsläufig zeitgenössisch belegt - das betrifft insbesondere den bekanntesten Likedeeler, Klaus Störtebeker, dessen Existenz bis heute nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte.

[Bearbeiten] Links

[Bearbeiten] Die Likedeeler treten in folgenden Publikationen auf

Mosaik ab 1976: 507 (in einer Rückblende), erwähnt in 523, 524, 525
Abrafaxe-Roman: Koggen, Kähne, Kaperfahrer
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