Mosaik 397 - Die Puppenkrise von Heppenstedt

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Stammdaten
Titelbild Erschienen Januar 2009
Nachdruck Das Lied von den Abrafaxen
Umfang 36 Seiten Comic
+ 16 Seiten Mittelteil
Panel 171 + Titelbild + S. 2
Katalog 1.01.397 (Update 2010)
Serie Liste aller Abrafaxe-Mosaiks
Hauptserie: Johanna-Serie
Heft davor Rukssor Eid
Heft danach Pakt der Grafen

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Comic

[Bearbeiten] Inhalt

Erzähler: Bänkelsänger Lothar
Die Abrafaxe und Johanna kommen auf ihrem Rückweg zum Kloster St. Marien in die Kurpfalz. Vor den Toren des Marktfleckens Heppenstedt lernen sie die alte Martha kennen, die mit einem riesigen Korb voller Puppen unterwegs ist. Diese will sie auf dem Markt von Heppenstedt feilbieten, um sich endlich wieder ihr geliebtes süßes Brot leisten zu können. Früher war sie Angestellte beim Bäckermeister Ullrich, aber der hat sie wegen ihres Alters auf die Straße gesetzt. Abrax trägt die Kiepe in die Stadt, während Johanna den Dank der Alten einheimst. Immerhin bekommt Abrax eine der zwanzig Puppen geschenkt.
Auf dem Markt angelangt, trennt sich Johanna für kurze Zeit von ihren Freunden: Sie will in die örtliche Kirche und die Predigt hören. Die Abrafaxe gehen zum Essen ins Wirtshaus Zum halbtoten Spanferkel. Marthas Puppen kommen bei den Kindern der Stadt nicht gut an. Bald bildet sich eine hysterische Meute - Bäckermeister Ullrich an der Spitze -, die die "alte Hexe" vertreibt.
Ullrich und sein Freund, der Kaufmann Rudolf, gehen nach erfolgreicher "Hexenjagd" ebenfalls ins Halbtote Spanferkel. Dort sehen sie die Abrafaxe mit ihrer Puppe und machen sich darüber lustig. Die Abrafaxe, die der armen Martha gerne helfen wollen, kontern, indem sie behaupten, die hässlichen Puppen seien Zappizupps und sie würden aus dem Morgenland stammen, Kaiser Friedrich und der Papst hätten welche und der Kaiser von Konstantinopel, der König von Frankreich und die Tempelritter seien ebenfalls in den Handel mit diesen wertvollen Sammlerstücken involviert. Dann machen sie sich wieder über ihre Grütze her, auch wenn die nicht besonders gut schmeckt.
In Ullrich und Rudolf ist die Gier geweckt worden. Sie eilen Martha hinterher und erwischen sie auf der Brücke über den Stadtgraben. Dort kaufen sie ihr die 19 restlichen Zappizupps für ein halbes Silberstück ab, und weil die beiden Torwächter - Konrad und sein beflissener Kollege - das mitbekommen und darauf verweisen, dass nur auf dem Markt gehandelt werden dürfe, bestechen sie sie mit je einem der angeblichen Zappizupps. Während sich Martha nun wieder in die Stadt begibt, um endlich süßes Brot kaufen zu können, und die beiden korrupten Torwächter ihre Zappizupps im Halbtoten Spanferkel "verflüssigen" wollen, eilen Ullrich und Rudolf mit den restlichen 17 Puppen ins Haus des Bäckers.
Beim Aufteilen der Sore werden sie von Ullrichs Frau überrascht. Als sie ihr erklären, dass Zappizupps der "größte Schatz des Orients" seien, eilt sie schnurstracks zum Kaffeekränzchen bei der Schneiderin, wo sie alle ihre Freundinnen heiß auf die Ware macht. Insbesondere die Wirtin vom Halbtoten Spanferkel ist scharf auf die Puppen; als sie kurz darauf - wieder in ihrer Kneipe - von den beiden saufenden Torwächtern deren Zappizupps zur Begleichung der Zeche angeboten bekommt, hält sie das für ihren Glückstag. Ullrichs Frau hingegen holt sich schnell alle Zappizupps ihres Mannes und verscheuert sie an die restlichen Damen ihres Kränzchens: Die Schneiderin bezahlt drei Silberlinge pro Puppe und Renate, die Frau des Kaufmanns Rudolf, sogar acht! Vorerst ist Ullrich seiner Frau dankbar für ihr glückliches Händchen; nun können sie endlich einen Pelzmantel für die Dame des Hauses kaufen!
Mittlerweile steigen die Preise aber weiter, denn auch der Bürgermeister muss unbedingt einen Zappizupp für seine Frau erwerben. Rudolf, der inzwischen dank seiner Frau zehn Puppen besitzt, verkauft dem Bürgermeister eine für zwölf Silberlinge. Bald darauf werden auf dem freien Markt sogar 15 Silberstücke bezahlt, weshalb der Bäcker noch einmal losstiefelt, um sich erneut an dem lukrativen Geschäft zu beteiligen. Sogar die Gesellen und Dienstboten der Stadt - angeführt vom Bäckergesellen - riechen den Reibach. Sie legen zusammen und erwerben gemeinsam einen Zappizupp. Abrax verkauft seine Puppe an den Schneider für 35 Silberlinge, nachdem sich herumgesprochen hat, dass Ullrich inzwischen diesen Preis zahlt. Und weil inzwischen der Schuster gar fünfzig Silberstücke für eine Puppe anlegt, verpfänden die Gesellen all ihre Habe und ihre kommenden Löhne, um erneut auf dem Zappizuppmarkt zuzuschlagen.
Von alldem gänzlich unbeeindruckt kauft Martha sich bei der Bäckerin für den halben Silberling endlich ihr geliebtes süßes Brot. Mit der Kaufmannsfrau Renate schließt sie anschließend auf deren Drängen einen Liefervertrag für das kommende Jahr: Renate sagt der Alten zu, ihr die nächste Lieferung für 70 Silberstücke pro Puppe abzukaufen; bei zu erwartenden zwanzig Zappizupps macht das ein Gesamtinvestitionsvolumen von 1400 Silberlingen (abzüglich einer Anzahlung von drei).
Die Puppenkrise stört das friedliche Zusammenleben
Im Halbtoten Spanferkel erreicht die Puppenkrise ihren fiebrigen Höhepunkt. Hier haben sich die reichsten Männer der Stadt versammelt und handeln untereinander mit Puppen, geliehenen Puppen und Optionen auf Puppen. Bis zu 85 Silberstücke werden mittlerweile gezahlt. Um weiter mithalten zu können, stimmt der Bäcker einem Vertrag mit dem Kaufmann zu. Dieser leiht ihm einhundert Silberlinge und erhält dafür dessen sieben Zappizupps geborgt; außerdem muss der Bäcker als Sicherheit seine Backstube setzen. In einer aberwitzigen Volte, die keiner verstehen kann, der nicht selbst dabeigewesen ist, verändert sich kurz darauf die gesamte Situation. Weil der Kaufmann plötzlich beginnt, freiwillig seine Puppen zu verkaufen, sinkt der Stückpreis dramatisch. Plötzlich bekommen es alle mit der Angst zu tun und versuchen, ihre Zappizupps so schnell wie möglich abzustoßen, um keinen weiteren Verlust zu erleiden. Am Ende ist der Kaufmann ruiniert und der Bäcker verliert seine Bäckerei, die der Kaufmann wiederum an Martha geben muss, damit er sich aus dem Vertrag herauskaufen kann, den seine Frau Renate mit der Alten geschlossen hatte.
Das Ende vom Lied: Bäcker und Bäckerin, nunmehr ohne Pelzmantel und Backstube, werden als Habenichtse aus der Stadt getrieben. Martha setzt den Bäckergesellen als Erben der Bäckerei ein, wofür dieser sie bis ans Ende ihrer Tage mit süßem Brot versorgt (und nebenbei das rattenscharfe schöne Milchmädchen als Braut heimführt). Johanna und die Abrafaxe verlassen die Stadt, zwar nicht an Geld, dafür an Erfahrungen umso reicher.

[Bearbeiten] Figuren

[Bearbeiten] Bemerkungen

  • Der Marienkäfer krabbelt auf S. 3 auf einem Zweig.
  • In der Einführung wird geschildert, dass Heppenstedt in der Kurpfalz liege. Die Gegend um die Stadt habe noch vor kurzem zum Herzogtum Lothringen gehört, sei aber vor kurzem als Mitgift der zweiten Tochter des Herzogs an den Grafen von Zweibrücken gelangt, der sie wiederum einige Zeit später bei einer Wette an den Bischof von Straßburg verlieren werde. Das alles habe aber keine Bedeutung für die Handlung...
  • Abrax spielt Bauchredner (S. 8 und S. 35).
  • Der Schweinebauer auf S. 12 hat eine Schweinenase und ein Ringelschwänzchen.
  • Die Ratte freundet sich mit einem Eichhörnchen an (S. 16 und 51). Ist es vielleicht das Eichhörnchen, das in den Heften 1/76 und 2/76 eine bedeutende Rolle spielt?
  • Die arme Schnecke wird auf S. 18 wohl bald von einer der Kaffeetanten gegessen.
  • Abrax behauptet, Kaiser Friedrich habe einst einen Zappizupp aus dem Morgenland mitgebracht. Dabei könnte es sich sowohl um Friedrich I. Barbarossa als auch seinen Enkel Friedrich II. handeln, die beide Kreuzzüge in den Orient unternahmen.
  • Brabax wiederum erklärt, die Abrafaxe hätten ihren Zappizupp vom "Kaiser von Konstantinopel". Das war zu der Zeit entweder Michael VIII. (1259/61-1282) oder sein Sohn Andronikos II. (1282-1328).
  • In Meister Ullrichs Backstube hängt ein Gildenschild mit der Aufschrift "panetier" (S. 39).
  • Das Milchmädchen macht auf S. 42 eine Milchmädchenrechnung auf.
  • Auf S. 43 steht im Wirtshaus Zum halbtoten Spanferkel ein Mops mit Hut herum.
  • Einer der Zappizupps auf S. 47 ähnelt Paul Stanley von KISS.
  • Da Bäckermeister Ullrich weder lesen noch schreiben kann, signiert er den Vertrag mit Rudolf mit drei Kreuzen (S. 50).
  • Die Zappizupps werden laufend verballhornt: Zuppipupps (Martha), Zappidingsbums (Wirtin), Schubbischabb, Schappischupp (beidemale Konrad), Zuppiduppi (Bürgermeister).
  • Über dem Markt von Heppenstedt hängt ein Handtuch mit dem Califax-als-Surfer-Motiv zum Trocknen (Seite 7).

[Bearbeiten] Redaktioneller Teil

  • Wer den Pfennig nicht ehrt...
  • Die Tulpenkrise von Holland
  • Eine Krankheit, die zu Schönheit führt - das Mosaikvirus
  • Califax' Puppenliebe
  • Münzfälscher am Werk
  • So ein Hampelmann!

[Bearbeiten] Mitarbeiter

[Bearbeiten] Weitere Besonderheiten

  • Das Heft hat an der Rückseite Klappkarten für den MOSAIKSHOP und die Abobestellung.
  • Den Aboheften lag die Leserclub-Karte 2009 bei.
  • Am Tag der offenen Tür 2008 konnte man in der Redaktion das Titelmotiv bestaunen (Bild 1).
  • Im Newsletter 28 wurde die Figurine des Bäckermeisters Ullrich vorgestellt (Bild 2). Sein Name wurde hier jedoch noch mit nur einem L (Ulrich) geschrieben.
  • Auf der Homepage des Verlages erschienen als Vorschaubilder die Seiten 6 und 43 fertig gezeichnet und getuscht, aber noch nicht koloriert sowie teilweise ungelettert (Bilder 3, 4).
  • Das komplette Heft wurde zwischen März 2010 und November 2011 auf der Homepage des Verlages als Leseprobe bereitgestellt.
  • Im Dezember 2010 erschien das Heft als E-Comic (Bild 5). Auf der Titelseite fehlen der ursprüngliche Ausgabemonat und der originale Heftpreis.

[Bearbeiten] Externe Links

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